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Morgengruß von Helmut Harff: Einheitsgedanken

Ein Blick zurück...

Nun ist es also 28 Jahre her, dass man in Berlin feierte. Man feierte den Beitritt der DDR zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Heute nennt man das Wiedervereinigung.

Heute wird wieder in Berlin gefeiert – die deutsche Einheit. Mal abgesehen davon, dass ich der Überzeugung bin, dass wir in Deutschland weit von einer Einheit – ich meine nicht nur die zwischen West und Ost – weit entfernt sind, so der heutige Tag auch einer ist, an dem man mal zurück blicken kann.

Ich frage mich, wie man in Emden, in Ulm oder in Passau auf 28 Jahre größeres Deutschland zurück blickt, was das für die Menschen dort bedeutet? Ob man sich darüber freut, ob man nur daran denkt, dass man bis heute  die Soliabgabe genannte Steuer zahlen muss? Ich befürchte, dass man lediglich froh über den Feiertag ist. Schön, dafür ist man ja den 17. Juni losgeworden. Viel hat sich für viele Menschen in den alten Bundesländern nicht geändert – befürchte ich zumindest. Schön, man hatte einen Ossi als Bundespräsidenten und hat eine ostsozialisierte Kanzlerin.

Und die Menschen, deren Leben zumindest in der DDR begann, die dort schon einen bedeutenden Teil ihres Lebens gelebt hatten? Freuen die sich über das, was damals am 3. Oktober 1990 vollzogen wurde? Was vollzogen wurde an einem völlig willkürlich gewählten Termin, einen zu dem wahrscheinlich nicht nur ich so gar keinen Bezug habe. Mein Freudentag war und ist der 9. November 1989.

Doch was bedeutet dieses Datum 3. Oktober nun? Das kann ich nicht beantworten – zumindest nicht für alle, höchsten für mich. Wie das Fazit ausfällt, das muss jeder für sich beantworten. Sicher ist für mich, dass sich für nahezu alle Menschen aus der DDR das Leben ziemlich radikal geändert hat. Ich glaube auch, dass die meisten ein eher positives Fazit ziehen können. Ja, da war das Gerede von den blühenden Landschaften. Doch war das nur Gerede? Schön, es blüht im Osten nicht überall und die Blumen könnten noch viel üppiger blühen. Doch geht es nicht immer noch besser, bunter, schöner? Doch, wenn ich so zurück blicke, dann sehe ich heute deutlich weniger grau. Ich jedenfalls trauere den alten Zeiten nicht wirklich nach.

Wenn ich nun höre, dass in der DDR nicht alles schlecht war, so mag das so sein – auch ohne den verklärten Blick, wonach früher ohnehin alles besser war. So viel fällt mir da bei der DDR allerdings nicht ein. Damals wurde gemeckert und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich glaube, dass wir heute vieles für selbstverständlich halten, für das wir zum Ende der DDR demonstrierten. Ich meine die Reisefreiheit, die Rede- und Versammlungsfreiheit, freie Wahlen und eine Währung, mit der man auch etwas anfangen kann. Wie oft haben wir uns über den Mangel in der DDR – in den Kaufhallenregalen, im Dorfkonsum oder auf der Arbeit beschwert. Wer beschwert sich heute noch darüber? Das heißt aber nun nicht, dass heute alles perfekt ist, doch wo ist das schon.

Und mein persönliches Fazit? Unter dem Strich ist das positiv, obwohl längst nicht alles so verlief, wie ich es mir gewünscht habe. Ja, die so gern beschworene neue Freiheit beinhaltet nicht nur positives. Freiheit bedeutet auch, so richtig auf die Nase fallen zu können. Das haben wohl viele erlebt – das ist wohl etwas, was uns Deutsche eint, egal wo wir geboren wurden und aufwuchsen. Dennoch gab es immer wieder neue Chancen, öffneten sich Türen, die es in der DDR ganz sicher erst gar nicht gegeben hätte. Ich kann seit Jahren machen, was mir Spaß macht und kann sogar davon leben. Ob ich auch in der DDR meine Liebe gefunden hätte? Das hat wohl nicht mit einem geteilten oder größer gewordenen Deutschland zu tun.

Ob ich heute feiere? Nein, der 3. Oktober hat einfach nichts von einem Feiertag – zumindest nicht für mich.

Süß, die beste Frau der Welt hat gerade Frühstück gemacht und das mit einer kleinen Deutschlandfahne dekoriert.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles feiertägliches Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 03.10.2018

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