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X-mas-Post vom Nachbarn

Weihnachten Made in Lothringen

Wer auf Weihnachtszauber steht und Abwechslung sucht, liegt mit einem Ausflug über die Grenze goldrichtig. Die Geschichte Lothringens will es, dass die dortigen Traditionen französisches wie deutsches Erbgut vereinen.

Zur bunten Mischung gesellt sich das Lothringer Kunsthandwerk. Die Gelegenheit tolle Geschenke zu finden und Handwerkern über die Schulter zu schauen.

Weihnachtsstimmung mit Sankt Nikolaus

Der regionale Schutzpatron Sankt Nikolaus wird in ganz Lothringen gefeiert. Eine wunderwirkende Reliquie, ist Ursprung der seit 1245 stattfindenden Fackelprozession in der Basilika von Saint Nicolas de Port. Dieses Jahr am 8. Dezember 2018. In Nancy geht es am 1. & 2. Dezember 2018 zur Sache. Umzüge, Konzerte, Animationen mit Licht- und Tonschau auf der Place Stanislas bringen Besucher in Weihnachtsstimmung. Das Sankt-Nikolaus Fest, wie sich der dortige Weihnachtsmarkt nennt, geht bis Weihnachten täglich weiter.

In Metz, wo der zweitgrößte französische Weihnachtsmarkt am 17. November 2018 eröffnet, wird Sankt-Nikolaus ebenso am ersten Dezemberwochenende geehrt. Der Weihnachtsmarkt in Metz besteht aus mehreren Ablegern. Am Traditionsmarkt, am Schlemmermarkt oder im Dorf des Kunsthandwerks - das deutsch-französische Ambiente der Stadt, macht sich durchgehen bemerkbar. Außerdem läuft der Markt sogar bis zum 30. Dezember.

Weihnachtsmärkte und Sankt-Nikolaus-Umzüge finden auch in anderen Städten Lothringens statt. Im Vogesenstädtchen Epinal gibt es nicht nur den Weihnachtsmarkt sowie am 8. Dezember den Nikolausumzug. Hier werden seit über 220 Jahren Illustrationen auf Papier gedruckt, die man auf Nikolauslebkuchen findet. Die Imagerie d’Epinal lässt sich besichtigen. Eine Reise durch die Geschichte der Illustration - ein typisches Handwerk aus Lothringen.
 
Fayence und Emaille made in Lothringen
   
Herzog Leopold von Lothringen orientierte sich stark an der französischen Staatsorganisation, weshalb er Handel und Gewerbe mit der Gründung von Manufakturen förderte. Ob er der Vater lothringischen Handwerks ist, steht offen. Fayence aus Lunéville, seiner Residenzstadt, genießt jedenfalls traditionelles Renomme. Die königliche Fayence-Manufaktur von Lunéville-Saint Clément produziert heute barocke wie zeitgenössische Serien. Dazu gesellt sich die spezielle Emaille-Technik auf Fayence, die 1872 in Longwy ihren Ursprung fand.

Im „Château de la Faïencerie“ in Herserange befindet sich ein Museum sowie die Emaillemanufaktur „Manufacture d'Emaux de Longwy Saint-Jean l'Aigle“. Die Geheimnisse der ausschließlich handbemalten Emaux de Longwy werden dort unter der Leitung eines Meilleur Ouvrier de France (Bester Handwerker Frankreichs) lebendig gehalten. Zu den Kreationen der Manufaktur gehören auch die vergoldeten Majolika-Weihnachtsbaumkugeln, die von Hand emailliert werden und die Signatur Saint-Jean l'Aigle Émaux de Longwy tragen.
 
Designer-Weihnachtskugeln und Kristallgläser
   
Eine lange Vergangenheit hat auch die Glas- und Kristallglasproduktion in Lothringen. Ob Harcourt-Gläser von Baccarat oder Folia aus der Cristallerie Saint-Louis – der Zauber der Weihnachtstafel wird damit perfekt. Wie viele andere Glaszentren, beansprucht ebenso Lothringen die Erfindung der Weihnachtskugel für sich. Faktisch belegt produzierte die Glashütte Goetzenbruck, bei Meisenthal, ab 1858 über 250.000 Weihnachtskugeln pro Jahr. 1964 endete diese Tätigkeit. Das Centre international de la Verrerie in Meisenthal, kurz CIAV, lud 1998 die letzten Glasbläser ein, die an der letzten Produktion beteiligt waren, um ihr Wissen weiterzugeben. 1999 lancierte man die erste Auflage zeitgenössischer Weihnachtskugeln. Zur traditionellen Serie der Glashütte Goetzenbruck, gesellen sich jährlich von Designern neu kreierte Objekte. Das CIAV lässt sich jeweils nachmittags besichtigen, außer dienstags.
 
Tischwäsche aus den Vogesen

Wer den gedeckten Weihnachtstisch aufwerten möchte, kommt um eine Reise in die Vogesen nicht herum. Noble Tischtücher, -Läufer, -Sets oder Servietten findet man zum Beispiel bei Garnier-Thiébaut in Gérardmer. Wenn auch Leine, Hanf und Wolle seit dem 13. Jahrhundert in Lothringen verspinnt wird, war es die Baumwolle, die die Vogesen zum Weberzentrum entwickelte. Die zahlreichen Bäche im Massiv und die Qualität des Wassers begünstigten das Bleichen der Baumwolle. Was die Bauern den Winter über beschäftigte, übernahm die Textilindustrie, die in den dreißiger-Jahren etwa 40.000 Personen Arbeit gab. Heute bewerkstelligt Garnier-Thiébaut vom Webstuhl bis zur Konfektion alle Arbeitsschritte und steht für höchste Qualität. Die Textilmanufaktur lässt sich besichtigen, wo die Besucher gleich ab Werk die edlen Kreationen erwerben können.
 
Mobiliar vom Kunsttischler

Die Vogesen mit ihren Wäldern haben in Lothringen eine Kunsttischlerszene etabliert. Neufchâteau und Liffol-le-Grand zeichnen dabei als Hauptstädte lothringischen Mobiliars. Seit 2016 besitzt der sogenannte „Siège de Liffol“ (Sessel aus Liffol) sogar eine geschützte geografische Bezeichnung - die erste Frankreichs für handwerklich hergestellte Produkte. Die rund hundert Kunsttischler, die der Charta des Labels folgen, verarbeiten vor allem Buchen- und Eichenholz aus den Vogesen. Daraus entstehen neben Stühlen und Sesseln auch Möbelstücke wie Tische oder Anrichten. Wie in Frankreich üblich verfolgen die Kunsttischler klassische Stilrichtungen, aber kreieren selbst oder mit bekannten Designern zeitgenössische Stile. Eines der privilegierten Häuser ist Henryot & Cie., die auf der Referenzliste bekannte Palace-Hotels und Opernhäuser führen.

Foto: Sankt Nikolaus-Fest in Nancy, © Ville de Nancy

 


Veröffentlicht am: 16.10.2018

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