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Expressiv weiblich. Helene Funke

... in der Kunstsammlungen Chemnitz

Die Kunstsammlungen Chemnitz zeigen vom 4. November 2018 bis zum 13. Januar 2019 die erste Einzelausstellung mit Werken der in Chemnitz geborenen Malerin Helene Funke (1869–1957) in Deutschland. Einige der etwa 60 Gemälde, Grafiken und Zeichnungen von zahlreichen internationalen Leihgebern galten als verschollen und werden erstmals weltweit öffentlich wieder zu sehen sein.

Eine Besonderheit der Präsentation sind fotografische Selbstporträts, ‚Selfies‘, die Funke bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts von sich anfertigte.

Helene Funke, deren 150. Geburtstag 2019 gefeiert wird, begründete eine eigenständige Form des Expressionismus. Sie studierte neben Gabriele Münter an der Damen-Akademie in München, stellte mit Matisse und Picasso in den Pariser Salons aus, und feierte Erfolge als vielfach ausgezeichnete Malerin und Grafikerin neben Klimt und Schiele in Wien. Ungewöhnliche Bildnisse von Frauen und Frauengruppen wurden ihr Markenzeichen: Sie löste die Frau aus ihrer passiven Rolle in der Gesellschaft, machte sie zur aktiven Beobachterin und betonte zugleich ihre selbstbewusste und konspirative Rolle innerhalb einer weiblichen Gemeinschaft. Zu ihrer Zeit war sie die einzige moderne Künstlerin aus Chemnitz, die internationale Beachtung erlangte. Trotz ihrer mehr als 40 Ausstellungsbeteiligungen von Paris, Hamburg bis Stockholm starb Funke 1957 verarmt und vergessen in Wien, ihr künstlerischer Nachlass wurde verstreut. Erst seit einigen Jahren wird ihr Werk wiederentdeckt.

Die Schau zeichnet Funkes künstlerischen Weg von München über Paris nach Wien nach. Funkes leuchtende Farben, der wilde Pinselduktus, ihre ausdrucksstarken Porträts, Frauenakte und Landschaften faszinieren bis heute. Sie wird nicht nur als expressive Künstlerin der Vergangenheit vorgestellt, sondern es wird auch ihre Gegenwärtigkeit unterstrichen, etwa wenn es um ihr Selbstverständnis als emanzipierte Frau geht, oder auch um Besonderheiten ihres Schaffens, wie ihre fotografischen Selbstporträts, also ‚Selfies‘, die für sie ein Mittel des Ausprobierens und des Selbstentwurfs waren.

Die Kunstsammlungen Chemnitz danken Peter Funke, dem Neffen der Künstlerin, für seinen unermüdlichen Rat und seine große Unterstützung bei den Vorbereitungen von Ausstellung und Katalog.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter, 160-seitiger Katalog mit Textbeiträgen namhafter Autoren und Autorinnen beim Sandstein Verlag, Dresden (29,- Euro).

Bild
Blick auf Notre Dame von Port Henri IV in Paris/An der Seine, vor 1908
Öl auf Leinwand, 60 x 73 cm
Privatbesitz
Foto: © Dorotheum
© 2018 Peter Funke

Kunstsammlungen Chemnitz
Theaterplatz 1
D-09111 Chemnitz
www.kunstsammlungen-chemnitz.de

 


Veröffentlicht am: 25.10.2018

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