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Morgengruß von Helmut Harff: Armes Land

… arme Regierung

Nein, ich meine nicht, dass unsere Regierung arm ist. Ich bin auch weit davon entfernt, den Regierenden eine geistige Armut zu attestieren. Das würde ja laut Matthäus 5,4 bedeuten, dass die Politiker in den Himmel kommen. Schließlich lautet die Bibelstelle: "Selig sind, die da geistlich arm sind: denn das Himmelreich ist ihr."

Nein, einen Platz im Himmel wünschen ganz sicher viele Menschen den Politikern nicht. Eher wünscht man die zum Teufel. Was ich sonst meine? Unsere Politiker heulen immer wieder wagenradgroße Krokodilstränen, wenn es um das Thema Armut geht. Selten wird bei einem Thema von der Politik so geheuchelt, wie beim Thema Armut der eigenen Bevölkerung.

Was ich meine? Für die Armut in Deutschland ist nur einer verantwortlich – die Politiker in der Bundesregierung und die ihre Politik tragenden Bundestagsabgeordneten. Sie tragen damit auch die Verantwortung dafür, dass viele Deutsche ihr Leben eben nicht genießen können, dass es bei ihnen – wie man so sagt – zum Leben und zum Sterben nicht reicht.

Doch mal der Reihe nach: Nach offizieller Lesart gilt in Deutschland als arm, wer weniger als 60 Prozent an Geld hat, als der Durchschnitt der arbeitenden Bevölkerung. Wenn man nun doch mal davon ausgehen will, dass die Regierung unter anderem darum bemüht ist, dass es im eigenen Land so wenig wie möglich arme Menschen gibt, so müsste die ja alles dafür tun, das alle mindestens 60 Prozent des Durchschnitts verdienen, beziehungsweise bekommen.

Doch wie ist die Realität? Gerade hat die Regierung den Mindestlohn von 8,84 Euro auf 9,19 Euro brutto angehoben. Toll könnte man meinen. Könnte man, doch wenn man sieht, dass der Durchschnittslohn in Deutschland bei Männern 21 Euro und bei Frauen  16,59 Euro (Quelle: karrierebibel) liegt, so ist der Mindestlohn nichts weiter als staatlich verordnete Armut. Sieht man sich die Grundsicherung für Rentner oder das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) an, so leiden noch viel mehr Deutsche unter der staatlich verordneten Armut. Alle kommen nicht auf die magische Grenze von 60 Prozent.

Nun ist es sicherlich nicht so, dass man bei einem monatlichen Betrag von unter 60 Prozent des Durchschnitts hungern müsste. Sicherlich findet jeder auch ein Dach über dem Kopf und in Lumpen muss auch keiner rumlaufen. Dafür sorgt aber nicht mehr der Staat, sondern viele mildtätige Seelen. Doch das sichert eben nicht mehr als das pure Überleben. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, gar so etwas wie das Leben genießen zu können, davon kann der arme Teil der deutschen Bevölkerung nur träumen. Diese Träume können wieder nur die mildtätigen Mitbürger erfüllen – zumindest hier und da.

Für mich ist das eine Schande für alle, die uns regieren. Nun ist es leicht, auf die zu schimpfen, doch unschuldig sind wir an deren Handeln nicht, schließlich wurden die ja gewählt. Doch wer von denen, die wir da gewählt haben, hat vor der Wahl erklärt, dass er die Zahl der Armen in Deutschland nicht nur nicht reduzieren, sondern sogar zementieren will? Fragen wir sie einfach bei jeder Gelegenheit danach.

Ich muss jetzt los zum Bäcker.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 01.11.2018

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