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22.02.2019

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Brot statt Böller

Macht das Sinn?

Heute ist es nun wie jedes Jahr wieder soweit: Überall im Land gibt es das begehrte – oder auch verteufelte – Silvesterfeuerwerk. Und es gibt die Gutmenschen, die auch wie jedes Jahr fordern: „Brot statt Böller“. Dieses Jahr kommen noch die hinzu, die vor dem Feinstaub warnen, der beim Abbrennen des Feuerwerks entsteht.

Abgesehen davon, dass ich schon seit Jahren kein Geld für Silvesterfeuerwerk ausgebe und auch von den feuerwerkenden Versuchungen jenseits der nahen polnischen Grenze nicht zu beeindrucken bin, finde ich die Mahner und Warner deutlich lästiger, als die Auswirkungen des Feuerwerks zum neuen Jahr.

Nehmen wir mal die Feinstaubenthusiasten. Wieso rebellieren sie nicht gegen Menschen, die beispielsweise zu Weihnachten über hunderte Kilometer mit dem Auto fahren, um irgendwelche Bekannte zu besuchen? Wieso haben die Weltretter nichts dagegen, wenn andere Weltretter mit ihren Aktionen dafür sorgen, dass hunderte Sympathisanten, Polizisten und Journalisten beispielsweise in den Hambacher Forst ziehen? Wie viel Feinstaub, CO² und Stickoxyde werden da frei gesetzt? Wieso protestieren diese Gutmenschen gegen Silvesterfeuerwerke, aber nicht gegen die Bundeswehr, die auch gern für Feuerwerk sorgt und mit dieselangetrieben Fahrzeugen unterwegs ist, wenn die denn mal fahren?

Meine Antwort? Die suchen sich das Silvesterfeuerwerk aus, weil das so schön einfach ist, weil man so ganz einfach in die Medien kommt. Keiner fragt ja dann, ob die Gutmenschen sich dann nicht doch in der Silvesternacht beispielsweise das Feuerwerk am Berliner Brandenburger Tor ansehen – gemeinsam mit einer Millionen Menschen.

Die dort und an anderen Hotspots Silvester feiern, die erreicht die Botschaft „Brot statt Böller“ gar nicht, denn ihnen würde beim Betreten der Festplätze jeder Feuerwerkskörper abgenommen werden. Die so Silvester feiern, gehören also nicht zu denjenigen Deutschen, die wie im Vorjahr für ihr privates Silvesterfeuerwerk rund 137 Millionen Euro ausgaben. Ja, das Vergnügen am eigenen Silvesterfeuerwerk ist relativ kurz. Doch eine teure Flasche Wein ist auch schneller ausgetrunken als verdient.

Ganz ehrlich, ich halte von der Kampagne „Brot statt Böller" auch angesichts eines Spendenaufkommens in Deutschland von bis zu 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 überhaupt nichts. Dieses puritanische und genussfeindliche  Gehabe geht mir mächtig auf die Nerven. Wenn man schon Menschen dazu animieren will, nicht nur Spaß zu haben, sondern dabei auch noch etwas Gutes zu tun – wie das Lottospieler machen – warum dann nicht die Knaller-Käufer auffordern, auf eine Rakete oder einen sonstigen Knaller zu verzichten und genau dieses Geld zu spenden? Warum nicht die Silvesterfans auffordern, den zu bezahlenden Betrag einfach zugunsten eines guten Zwecks aufzurunden?

Wenn ich mir was für das neue Jahr wünschen kann, dann, dass all die Gutmenschen endlich etwas phantasievoller werden. Die Welt ist nun mal nicht schwarz und weiß.

Wer sagt überhaupt, dass die, die einiges an Geld für Silvesterfeuerwerk ausgeben, nicht auch die Sammelbüchsen der Sternsinger füllen, die gerade heute losgehen und für Kinder in Peru sammeln?

Genießen, das ist etwas, was eine Gesellschaft nicht nur zufriedener, sondern auch leistungsbereiter macht. Puritanisches Gehabe von Gutmenschen erreicht genau das Gegenteil. Ob die das wollen?

Ich will jetzt erst einmal frühstücken.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück. Genießen Sie das Leben ganz nach Ihrer Fasson. 

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 28.12.2018

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