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Morgengruß von Helmut Harff: 100 Jahre Bauhaus

Einige Gedanken

1919, also kurz nach dem 1. Weltkrieg und fast zeitgleich mit der Gründung der Weimarer Republik gründeten in Weimar einige Männer um den Architekten Walther Gropius das Staatliche Bauhaus. Zu seinen Meistern, wie sich die Künstler nannten, gehörten Avantgardisten  wie Lyonel Feininger, Johannes Itten, Gerhard Marcks, Paul Klee, Oskar Schlemmer oder Wassily Kandinsky.

Mich begleitete das Bauhaus und die Namen seiner Meister, zu denen noch viele andere gehörten, mein ganzes Leben lang. Der Grund war mein Vater, ein Bauhausianer, einer der schon gleich nach dem 2. Weltkrieg das Bauhaus für sich entdeckte. Kein Wunder, dass mir die Namen und die Werke der Bauhausmeister bekannter als die der Schlager– und Popsternchen der damaligen Zeit waren. Schon  unsere erste richtige Wohnung war eine „Bauhaus-Wohnung“ – sehr sachlich und sehr funktional. Kein Wunder also, dass ich ein absoluter Jugendstil-Fan wurde.

Warum ich das erzähle? Ja, weil wir eben dieses Jahr 100 Jahre Stattliches Bauhaus feiern. Das Bauhaus ist aus meiner Sicht der größte und wichtigste Beitrag, den Deutschland für die künstlerische Entwicklung, aber auch für die industrielle Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert geleistet hat. Nie zuvor und auch nicht danach, war eine kulturelle Einrichtung, eine Schule weltweit so einflussreich wie das bis 1933 existierende Staatliche Bauhaus mit seinen Sitzen in Weimar, Dessau und in Berlin.

100 Jahre Staatliches Bauhaus, das ist also ein Grund für uns überaus Stolz darauf zu sein, was man damals gedacht und gemacht hat. Das Bauhaus hat wirklich die Welt verändert, es hat auch ein Bild von Deutschland geprägt, auf das wir bis heute Stolz sein können, sein müssten. Leider muss ich müssten schreibe, denn irgendwie habe ich den Eindruck, dass wir uns heute schämen so etwas wie Stolz zu empfinden.

Was machen wir dagegen? Wir setzten uns kritisch mit dem Thema auseinander. Wir suchen das Haar in der Suppe. Wir fragen uns beispielsweise, warum nicht mehr Frauen Bauhausmeister, Bauhausmeisterinnen waren? Wir hinterfragen alles und jedes und reden damit vieles kaputt. Ja, das Bauhaus vor 100 Jahren war auch ein Spiegel seiner Zeit, ein sehr expressiver, ein sehr fortschrittlicher, aber eben nicht aus der Zeit. Damals gab es eben kaum Architektinnen, kaum Meisterinnen.

Das kann man bedauern, ändert aber nichts daran, dass das Staatliche Bauhaus die größte ästhetische Leistung ist, die es bis dato in Deutschland gab und gibt. Das, bitte schön, sollten wir nicht in alter Manier zerreden, darauf sollten wir einfach eines sein – verdammt Stolz. Das und nichts weiter haben die Bauhausmeister und deren Schülerinnen und Schüler verdient, das haben aber auch wir alle verdient, denn es gibt kaum etwas, auf das wir mehr Stolz sein können, als auf das Staatliche Bauhaus und seine einhundertjährigen Geschichte.

Mein Frühstücksgeschirr hat seinen geistigen Ursprung auch im Bauhaus, meine Brötchen sind Gott sei Dank von heute.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 06.01.2019

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