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22.02.2019

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Neidhammel

Reiche sind das Übel schlechthin…

Neid, das ist wohl etwas, was sehr viele Menschen in unserem Land – woanders kenne ich mich nicht aus – verbindet. Es wird wohl kaum ein Journalist je darüber berichten können, dass wir in Deutschland trotz aller materieller Armut fröhlich sind. Aus fernen Ländern in Afrika oder in Asien hört man solche Berichte mit einem sehr verwunderten und bewunderten Unterton immer wieder.

Ich glaube nicht, dass die wirklich armen Menschen es nicht gern etwas besser hätten. Ich habe aber den Eindruck, dass diese Leute eben nicht vom Neid zerfressen sind. Ansonsten würden sich nicht hunderttausende, sondern Milliarden Menschen auf den Weg zu uns, den Reichen dieser Welt, machen. Dann würden am Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA nicht nur einige Tausende Menschen Einlass in die USA begehren, sondern Millionen.

Und wir? Es ist sehr verbreitet, dass man dem Nachbarn, aber sehr gern auch völlig fremden Menschen, von denen man nichts weiß, als dass sie mehr haben als man selber, neidisch beäugt.

Wie ich zu dem Thema komme? Es war mal wieder eine Fernsehsendung, die mir die Zornesröte ins Gesicht trieb. In der MDR-Talkshow „Riverboat“ war Dirk Rossmann – der, dem die gleichnamige Drogeriekette gehört – zu Gast. Vorgestellt wurde er per Untertitel als Selfmade-Milliardär. Bei keinem der anderen Gäste war etwas zu deren Besitzverhältnissen zu lesen. Dann war es ausgerechnet der aus der Schweiz stammende Co-Moderator Jörg Kachelmann, der sich ziemlich plump darum bemühte, den Unternehmer in die Ecke der Raffkes und bösen Ausbeuter zu stellen. Da hatte er allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Heißt, Herr Rossmann ließ sich nicht die Butter vom Brot nehmen und Kachelmann schlicht auflaufen. Der war allerdings so penetrant, dass sich Starkoch Alexander Herrmann – ein weiterer Talkgast – einmischte und sich bei Herrn Rossmann für dessen Tun bedankte. Danke dafür Herr Herrmann.

Doch das war noch nicht alles: In Berlin werden Unterschriften gesammelt und das mit dem Ziel, Wohnungen im Privatbesitz zu enteignen. Ziel soll sein, weitere Mietsteigerungen zu verhindern und dem Wohnungsmangel entgegenzutreten. Es sind wieder einmal die bösen Unternehmer, denen man unbedingt das Handwerk legen muss. Ja, es gibt unmögliche Vermieter, es gibt aber überall unmögliche Menschen. Wenn man all die enteignen wolle, dann hätte man sehr schnell Verhältnisse, die sich nicht einmal ein DDR-Bürger in seinen schlimmsten Albträumen vorstellen konnte.

Was passiert, wenn die Politik, wenn der Staat als Unternehmer auftritt, das wissen wir nicht erst seit dem Bau des BER in Berlin/Brandenburg. Wenn schon Berlin das Geld hat, Wohnungen zurückzukaufen und so die bösen Reichen in ihre Schranken zu weisen und damit die Neiddebatte weiter anzufachen, sollten sie einfach und ganz schnell neue und bezahlbare Wohnungen bauen. Ich befürchte nur, dass die ersten Wohnungen irgendwann um 2050 fertig sein werden. Berlin sollte viel mehr der Neiddebatte entgegentreten und alles dafür tun, dass alle, die es wollen, möglichst schnell möglichst viele Wohnungen bauen können.

Noch eines ist mir zu dem Thema in den Medien aufgefallen. Im einem Focus-Interview wurde das im Londoner Eastend ansässiges Künstlerpaar Gilbert & George zu ihrem Verhältnis zu den reichen Kunstsammlern gefragt. Sie antworteten sinngemäß, dass sie diese Leute lieben, weil schließlich die es sind, die ihre Kunst kaufen.

Und hier kommt dann auch mein Problem mit wirklich reichen Menschen: Für meinen Geschmack hinterlassen diese Menschen viel zu wenig sichtbare Spuren außerhalb ihres eigentlichen Tätigkeitsfeldes. Doch vielleicht ist das eben auch ein Ergebnis des Neides in diesem Land. Deshalb heißt es hier eben nicht: Tue Gutes und rede darüber. Hier tut man wohl eher gutes und redet eben nicht darüber.

Ich glaube, uns würde es viel besser gehen, wenn wir nicht neidisch durch das Leben gehen, sondern die Kraft dafür einsetzen, ein Spitzenkoch wie Herr Herrmann,  ein Selfmade-Unternehmer wie Herr Rossmann oder ein sicherlich sehr gut bezahlter Moderator wie Herr Kachelmann zu werden. Allen drei wurde nichts davon in die Wiege gelegt.

Völlig neidlos frühstücke ich jetzt mit der besten Frau der Welt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 12.01.2019

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