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Morgengruß von Helmut Harff: Modesplitter - der Vierte

Viel, viel Luft nach oben

Die Modemessen in Berlin sind für das Erste gesungen. Wobei es viele Missklänge zu beobachten gab. Ein wirkich überzeugendes Modekonzert klingt sicherlich anders als das, was man in den vergangenen Tagen in Berlin zu hören oder vielmehr zu sehen bekam.

Eine Kollegin fasste das Ganz so zusammen: "... ich habe das Gefühl, als wenn Berlin sich bald keine Messe dieser Art leisten können wird: Totentanz - sehr bedrückend, leere Hallen, großer finanzieller Aufwand für die Aussteller.  Sowohl Panorama, noch schlimmer Premium, man hat den Eindruck, der lange, heiße Sommer hat der Branche den Todesstoss gegeben. Hoffen wir auf bessere Zeiten". Nun gut, ich fand die Premium noch verhältnismäßig gut, wenn ich auch dort immer mehr Labels vermisse.

Ich verstehe auch nicht, warum sich die Modemessen, die sich ja selber über den grünen Klee loben, auf ganze Branchen verzichten. Es gibt so gut wie keine Festmode, Brautmoden sucht man genau wie Kindermode vergeblich. Auch wirkliche Sportsware findet man genau wie Wäsche und Dessous nur noch in äußerst homeopatischen Dosierungen. Trachtenmode oder solche in Übergrößen muss man schon mit einer sehr guten Lupe suchen. Auch modisches für moslimische Frauen gibt es schlicht nicht.

Dennoch loben sich, wie schon gesagt, die Veranstalter. Nun vermag ich nicht zu sagen, wie gut die Geschäfte für die Aussteller liefen, doch ich kann mir kaum vorstellen, dass die überragend waren. Wenn dem nämlich so wäre, dann würde ich nicht verstehen, warum kaum noch ein wirklich großes und international bekanntes Label auf den Messen seine Kollektionen vorstellt. Wenn Berlin wirklich so ein Modemekka wäre wie gern behauptet wird, verstehe ich nicht, dass die internationalen Modehäuser sich völlig aus Berlin zurück gezogen haben, warum die in Mailand, Paris, New York, Tokio oder Shanghai aber ihre Modelle zeigen, warum dort und nicht in Berlin die Topmodels und der internationale Mode-Jetset zu Gast ist.

Nein, die Kollegin hat völlig recht, es steht schlecht um den Modestandort Berlin. Dazu vielleicht nur zwei kleine Beobachtungen. Ich bin wegen meines roten Hutes x-fach sehr positiv angesprochen worden. Gestern ist es meinem Freund und mir passiert, dass wir schon modisch auffielen, nur weil wir als Messebesucher nicht in schlampigen Jeans und Turnschuhen rumliefen. Wenn das für Berlin schon auffällig ist, dann ist in der Hauptstadt modisch längst Land unter.

Wenn sich diese Abwärtsspirale nicht weiter fortsetzen soll, dann müssen sich alle Beteiligten endlich an einen Tisch setzen und ein Konzept für die Modestadt Berlin erarbeiten. Das muss fern aller Eifersüchteleien passieren. Auch Berlin muss dazu seinen Beitrag leisten und endlich auch für die Modestadt etwas tun. Ein Land, das sich einen BER leistet und für 30 Milliarden Euro ziemlich sinnlos einst verramschte Wohnungen zurück kaufen will, sollte für die Förderung des Modestandortes - der noch einiges Geld in die Stadt bringt - gern auch einige Millionen Euro übrig haben. Die wären dafür sicher besser ausgegeben als für so manch anderes Prestigeobjekt, wie ein Einheitsdenkmal.

Ich hoffe, dass ich auch im Sommer noch von den Modemessen in Berlin berichten kann. Sicher bin ich mir nicht. Sicher ist nur, dass ich jetzt erst einmal frühstücke.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Ziehen Sie sich ruhig chick an. Man wird sie bewundern.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 18.01.2019

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