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Morgengruß von Helmut Harff: Big Data

... Bürgerschreck und Hoffnungsträger

Gestern trafen sich wie jedes Jahr im Januar Experten der Versicherungswirtschaft, Wissenschaftler, Unternehmer und andere Fachleute sowie Fachjournalisten zum sogenannten Goslar-Diskurs, der seit Jahren im wunderschönen Klosterhotel Wöltingerode stattfindet.

Geleitet beziehungsweise moderiert wird er von der nicht nur sehr charmanten, sondern auch überaus kompetenten Carola Ferstl. Sie kam direkt vom Weltwirtschaftsgipfel in Davos, wo es auch um den Umgang mit der Unmenge an täglich gesammelten Daten ging. Frau Ferstl ist übrigens auch Gründerin der Frauenfinanzseite und uns - die wir ja auch dieses Portal betreiben - ganz besonders verbunden.

Wie der Titel des Diskurses "Big Data Bürgerschreck und Hoffnungsträger" schon verrät, ging es vor allem darum, wer da was an Daten sammelt, aber noch mehr, wem die gehören und wer damit Geld verdient. Einig war man sich auf dem hochkarätig besetzten Podium eigentlich nur über zwei Dinge: Das eine war, dass die Daten nicht dem gehören, der sie sammelt, sondern dem, von dem sie eingesammelt werden. Sind das personenbezogene Daten - also welche von Menschen, so gehören sie denen, also uns.

Das zweite war, dass Daten gebraucht werden und das in möglichst großer Zahl. Das, so war immer wieder zu hören, ist deshalb notwendig, weil sonst künstliche Intelligenz - kurz KI genannt - nicht möglich ist. KI ist aber die technologische Zukunft. Einer der Diskutanten ging sogar soweit, dass er meinte in fünf Jahren käme selbst ein Bäckereibetrieb nicht mehr ohne KI aus. Na schauen wir mal.

Klar war auch, dass Daten bares Geld sind beziehungsweise, dass man damit viel Geld verdienen kann. Deshalb wollen ja alle alle Daten - auch die von Ihnen und von mir. Bisher tauschen wir einige Daten von uns gegen Rabatte - wie bei Versicherungen oder auch Paypal oder gegen Dienstleistungen, wie sie eben Google oder Facebook anbieten.

Doch was sind unsere Daten eigentlich wert? Darauf gab es keine wirklich befriedigende Antwort. Vielleicht kann es auch gar keine geben. Dazu vielleicht ein Zahl: Die "böse Datenkrake" Facebook sammelt weltweit Daten und verdient im Quartal rund 8 Milliarden Euro. Das heißt, sie verdienen an jedem Menschen auf der Erde nicht einmal einen Euro in drei Monaten oder etwas mehr als 30 Cent im Monat. Heißt das jetzt, unsere Daten sind nur so wenig wert? Würden wir, wenn wir über unsere Daten wirklich selber das Verfügungsrecht hätten, unsere Daten für gut 30 Cent pro Monat an Facebook verkaufen?

Also ich würde das nicht tun. Schließlich bieten andere, denen ich meine Daten zur Verfügung stelle deutlich mehr. Man sehe sich nur Rabattaktionen oder eben auch Versicherungen an. Macht es vor diesem Hintergrund überhaupt Sinn, darauf zu bestehen, dass meine Daten mir gehören? Ich glaube ja, denn meine Daten will und bekommen ja nicht nur Facebook, Google und Co, sondern auch andere, wie das Finanzamt, Geheimdienste oder irgendwer, der mir keinen Nutzen bietet, ganz im Gegenteil mir oder Dritte mit meinen Daten schaden will.

Eines ergab der gestrige Abend aber auf jeden Fall: Es bleibt spannend, die Meinungen kontrovers und die Regierung hat - wieso wundert mich das nicht - keine Ahnung von nichts.

Das Klosterhotel Wöltingerode hat auch nur wenige Daten von mir gespeichert. Die wissen nicht, was ich gern frühstücke. Deshalb haben sie ein riesiges Frühstücksbuffett aufgebaut. Dahin zieht es mich jetzt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 26.01.2019

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