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Morgengruß von Helmut Harff: Bald Millionär

Wer will meine Daten kaufen?

Ich habe ja schon gestern darüber berichtet, dass die beste Frau der Welt und ich wie schon seit Jahren zu Gast beim Goslar Discurs waren. Im Kloster Wöltingerode war das Thema "Big Data Bürgerschreck und Hoffnungsträger".

Die Diskussionen um das Thema gingen auch nach dem offiziellen Teil selbstverständlich weiter. Ein Thema war, wem die gesammelten Daten gehören und vor allem was sie wert sind. Was, wenn wir – was immer wieder eingefordert wird – über die Verwertung unserer Daten selber entscheiden können? Werden wir dann alle reich, sind die zukünftigen Porschefahrer die, die die meisten Daten produzieren und diese dann für viel Geld verkaufen?

Ja, wir produzieren tagtäglich Daten und nutzen auch Daten. Sollte der Datenhandel nun zum Geschäftsmodell von uns allen werden? In den Diskussionen wurde immer auf die großen Datensammler verwiesen, die faktisch ein Monopol auf unsere Daten haben.

Doch stimmt das? Warum muss ich bei Versicherungen lange Fragebögen ausfüllen, warum muss ich dann irgendwelche Punkte sammeln, wenn doch all die Daten von Google und Co. ohnehin gesammelt werden? Können die, denen wir unsere Daten geben, um so Rabatte zu bekommen, nicht einfach bei den „Datenkraken“ nachfragen? Wieso bieten uns Google oder Facebook nicht gleich alle Versicherungen, alle Rabattaktionen oder auch den notwenigen Zahnersatz zu günstigen Konditionen an, wie es eben unsere Versicherung, der Händler oder der Zahnarzt tun?

Das ist eigentlich ganz einfach: Unsere Versicherung zum Beispiel versichert uns ganz individuell, braucht dazu unsere speziellen Daten. Die Einrichtung der Einzimmerwohnung des einen ist nicht einmal 10.000 Euro, die eines anderen aber 100.000 Euro wert. Das erfährt die Versicherung allein von uns. Wir geben unsere Daten und bekommen ein individuelles Angebot.

Doch wie ist es, wenn wir beispielsweise die Verkehrshinweise auf unserem Navi nutzen, wenn wir schon zu Hause nachsehen, ob es irgendwo einen Stau gibt? Sind dann unsere Daten für irgend jemand interessant? Ganz sicher nicht. Wir liefern ja dann höchstens als Daten, dass wir das Handy an haben und wo das ist. Für eine Stauprognose ist das völlig unwichtig. Wichtig sind die Daten von denen, die gerade auf den Straßen unterwegs sind. Wenn von denen eine ganze Anzahl auf der Autobahn steht und eben nicht mit 130 km/h unterwegs ist, dann weiß der Datenauswerter, dass da ein Stau ist. Wir müssten also eigentlich für all die Daten derjenigen bezahlen, die die diese produzieren – den Autofahrern im Stau.

Vielleicht noch eines: Man wirft Google oder wie die großen Datensammler alle heißen vor, dass die Milliarden mit der Auswertung unsere Daten verdienen – weil wir so unter anderem personalisierte Werbung erhalten. Das kann, vielleicht muss man es auch kritisieren. Doch jeder einzelne von uns bekommt  von der werbenden Wirtschaft sicherlich nicht einen Cent, wenn wir denen unsere Daten verkaufen wollten.

Allein diese Beispiele zeigen, dass das mit den Daten und dem Geld verdienen alles andere als ein Ding ist, das man mal so beantworten kann. Das Thema verträgt eben keine einfachen, keine populistischen Antworten. Davor sollten sich alle hüten wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Die Diskussion geht sicherlich noch sehr lange weiter – auch am Frühstückstisch.

Was haben Sie da gerade auf dem Tisch? Habe Sie das nicht schon vorgestern gefrühstückt? Na egal, ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 26.01.2019

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