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Schatz des Südens

Der U.S. Civil Rights Trail bekommt Zuwachs

Über 100 Schlüsselorte in 15 verschiedenen Staaten – und ein Neuling: Der Newtown African American Heritage Trail im Örtchen Newtown, eine der ältesten Gemeinden Sarasotas, ist ab sofort Teil des U.S. Civil Rights Trail.

Er reiht sich neben geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten wie North Carolinas Greensboro, Dr. Martin Luther Kings Geburtshaus in Atlanta, Georgia, und dem National Civil Rights Museum in Memphis, Tennessee, ein.

Bei geführten Trolley Touren können sich Besucher nun auf Zeitreise begeben.

Mut, Würde, Zielstrebigkeit: Mitten in Sarasota County liegt mit Newtown ein geschichtsträchtiges Juwel, haben die Vorfahren der Afroamerikaner, die hier leben, doch maßgeblich dazu beigetragen, die Stadt am Meer aufzubauen. Der Newtown African American Heritage Trail erzählt die Geschichte von unterdrückten Menschen, die nie aufgehört haben, ihrer Vision zu folgen. Als neue Attraktion des U.S. Civil Rights Trail beleuchtet er vor allem den unermüdlichen Einsatz jener Einwohner aus den 1950er- und 1960er-Jahren gegen die Rassentrennung an Sarasotas Stränden. Besucher können den Newtown African American Heritage Trail bei geführten Trolley Touren von Newtown Alive!, einem Projekt zur Bewahrung von Newtowns Vergangenheit, das ganze Jahr über erleben. An Bord erzählen afroamerikanische Pioniere, die maßgeblich am Aufbau von Sarasotas ältester Gemeinde beteiligt waren, Geschichten aus jener Zeit. Die Tour kostet pro Person 40 US-Dollar (ca. 35 Euro) und ist online buchbar

Waten für den Weltfrieden: In Gedenken an die Vorkommnisse der Vergangenheit stellte die Tourismusorganisation Visit Sarasota County zusammen mit Newtown Alive! jüngst die damaligen Proteste, die sogenannten „Wade-Ins“, nach: Zwei Transporter mit mehr als 50 Teilnehmern – einige davon sogar noch aus der damaligen Zeit sowie deren Nachkommen und verschiedene Gemeindeführer Sarasotas – fuhren vergangene Woche in einer Autokarawane direkt zum Lido Beach, wo sie anschließend an der Küste entlang direkt ins Wasser wateten, genauso, wie es die Aktivisten in den 1950er- und 1960er-Jahren taten. Vor fast 70 Jahren zogen diese „Beach Wade-Ins“ die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und bereiteten den Weg für die Gleichberechtigung zu einer Zeit, als nur knapp drei der insgesamt über 3.000 Kilometer langen Strände von Florida den Afroamerikanern zugänglich waren.  

Afroamerikaner ebnen Sarasota

In den frühen 1800er-Jahren, damals war Florida noch spanische Kolonie, lebten zahlreiche farbige Menschen in einer Gemeinde namens Sarrazota, bevor diese 1821 zerstört wurde. Deren Einwohner waren schwarze Siedler, ehemalige afrikanische Sklaven sowie Seminolen. Nach dem Bürgerkrieg kamen mehrere afroamerikanische Pioniere in die Gegend und fassten gemeinsam den Entschluss, Sarasota eine Infrastruktur zu geben. So beseitigten sie das Sumpfgebiet, um Baugrund zu schaffen, legten Eisenbahnschwellen, damit die Industrie beliefert werden kann, konstruierten Wohnhäuser, Golfanlagen, Schulen und Kirchen, bauten Zitrusfrüchte und Sellerie an, machten aus Kiefernharz Terpentin, bauten Brücken, welche das Festland mit den vorgelagerten Inseln Siesta und Lido verbanden, pflegten die Kranken, arbeiteten als Hausangestellte und übernahmen tragende Rollen im Bürgerrechtsaktivismus und in der lokalen Politik.

Doch ungeachtet ihres Beitrags zu Wachstum und Nachhaltigkeit der Stadt trennten die Jim-Crow-Gesetze die afroamerikanischen von den amerikanischen Einwohnern. Lebten sie bislang in Overtown nahe der Innenstadt, wurden sie nun gezwungen, in einen abgegrenzten Bereich zu ziehen – die Geburtsstunde von Newtown. Die Trennung schaffte gleichzeitig den Nährboden für Rassismus und schlecht bezahlte Jobs, doch eines ließen sich die Afroamerikaner nicht nehmen: ihren unbeugsamen Zusammenhalt. So unterrichteten sie Kinder, bauten ihre eigenen Geschäfte sowie Kirchen und organisierten soziale Familienaktivitäten als Kern ihres Glaubens.

Heute haben es sich Sarasotas Gemeindeführer zur Aufgabe gemacht, diese reiche und farbenfrohe Geschichte von Newtown zu dokumentieren, zu erhalten und zu teilen – mit dem Newtown African American Heritage Trail.

Der U.S. Civil Rights Trail

Der U.S. Civil Rights Trail ist eine Kollektion aus Kirchen, Gerichtsgebäuden, Schulen, Museen und anderen Wahrzeichen vor allem in den südlichen Staaten, an denen Aktivisten in den 1950er- und 1960er-Jahren für soziale Gerechtigkeit kämpften. Berühmte Attraktionen wie die Edmund Pettus Bridge in Selma, Alabama; die Little Rock Central High School in Arkansas; Greensboro in North Carolina; das National Civil Rights Museum at the Lorraine Motel in Memphis, Tennessee und Dr. Martin Luther Kings Geburtshaus in Atlanta sind nur einige davon. Die Menschen, Orte und Destinationen, die dem Civil Rights Trail angehören, eröffnen Familien, Urlaubern und Pädagogen die Möglichkeit, Geschichte aus erster Hand zu erleben, und erzählen über jene Vorkommnisse, die die Welt veränderten. 

Foto: Westcoast Black Theatre Troupe

 


Veröffentlicht am: 29.01.2019

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