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27.05.2019

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Beten – aber wie

Das kann man auch delegieren


Heute früh glaubte ich, ich hätte mich verhört. Da warb im Radio ein katholischer Geistlicher für eine Aktion, die sich „Ordensleute beten für Dich“ nennt.

Nun ist es ja alles andere als neu, dass man Gebete für das eigene oder das Seelenheil anderer in Auftrag gibt und dafür bezahlt. Es ist auch üblich, kleine Botschaften an Maria oder andere Heilige zu hinterlegen – und auch das gegen eine kleine oder große Gabe. Das machte und macht man, weil man glaubt, dass die, die da für einen beten näher bei Gott sind oder man so den direkten Kontakt zu den Heiligen herstellen kann. Doch niemand der das macht, glaubt, dass das sein eigenes Gebet ersetzt. Man zweifelt eher, dass das Gebet eines kleinen Sünders eben weniger beachtet wird.

Ich habe auch damit und vor allem mit dem damit verbundenen Gottesbild meine Schwierigkeiten. Sind nicht alle Menschen vor Gott gleich – der kleine Sünder, genau wie der Mönch, die Nonne oder der Papst?

Doch das nur am Rande: Bei dem aktuellen Angebot geht es nicht darum, dass die Klöster ihre klammen Kassen aufbessern wollen. Zumindest habe ich nichts dergleichen gefunden. Es geht vielmehr darum, dass der Mensch im 21. Jahrhundert keine Zeit für ein Gebet hat oder – und das finde ich noch viel schlimmer – gar nicht mehr beten kann.

Wenn Menschen es nicht mehr gelernt haben zu beten oder wenn sie dazu keine Zeit mehr finden oder besser finden wollen, dann stimmt einfach etwas nicht mit dem christlichen Abendland. So zumindest mein erster Gedanke. Ich sah auch die unzähligen geschlossenen Kirchentüren vor meinem geistigen Auge. Kein Wunder also, dass augenscheinlich viele Leute nicht mehr beten können und die Mönche und Nonnen solch ein Angebot unterbreiten müssen.

Doch dann ging mir durch den Kopf, dass das Angebot, das ja wohl häufiger genutzt wird, auch zeigt, dass viele Menschen,  ob nun Mitglied einer christlichen Kirche oder nicht, das Bedürfnis eines Zwiegespräches mit Gott haben – und nichts anderes ist für mich ein Gebet. Die Menschen, die  das „Ordensleute beten für Dich“ nutzen, glauben ja an Gott, hoffen zumindest, dass er ihnen hilft. Vielleicht wollen die, die um ein Gebet bitten, sich auch bedanken, vielleicht auch beschweren. Doch egal, sie sind an Gott interessiert.

Wenn ich mir nun vorstelle, dass Menschen, die ihren Gebetswunsch per Mail – so einfach geht das nämlich – an die Geistlichen schicken, vielleicht noch nie in einer christlichen Kirche waren, vielleicht Atheisten, vielleicht Moslems oder eines noch anderen Glaubens sind, so kann ich dem Angebot „Ordensleute beten für Dich“ doch sehr viel abgewinnen. Dann sind die Mönche und Nonnen ganz weit vorn, dann sind sie auf der Höhe der Zeit. Auch das ist ja eine frohe Botschaft.

Hier noch ein ganz kurzes Tischgebet, das man auch am Frühstückstisch beten kann:
Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast
und segne, was du uns bescheret hast.

Beten kann man auch so ganz für sich – auch ganz leise.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 06.02.2019

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