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22.02.2019

 

 


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Łódź: Eine Stadt in neuer Blüte

… die eine Reise wert ist

(Joseph Scheppach) In Lodz kommen ehemalige Textilfabriken zu neuer Blüte. In die roten Backsteingemäuer zogen Museen, Hotels und Shopping-Malls ein. Gewaltige Fabrikstädte im Backstein-Look, uralte Schlote, schlossartige -Villen von Textilbaronen:  Die Industriekultur Polens drittgrößter Stadt versetzt ins Staunen.

Noch vor  kaum zweihundert Jahren lebten hier nur wenige Hundert Einwohner.  In der Mitte des 19. Jahrhunderts aber entwickelte sich das Städtchen 130 Kilometer südlich von Warschau vom Provinznest zum „Manchester Polens“, und das innerhalb weniger Jahre. Bis in die späten 1980er-Jahre rauchten die Schlote, dann setzte der Niedergang ein. Nach einer Phase der Verwahrlosung und Ratlosigkeit besinnt sich die Stadt heute auf ihr industrielles Erbe – und pflanzt den Fabrikruinen neues Leben ein.

Theo, wir fahr’n nach Lodz

Boom und Absturz werden in einem Schlager besungen, mit dem diese Stadt auf ewig verbunden bleiben wird: dem Evergreen-Titel  von Vicky Leandros aus dem Jahre 1974: Theo, wir fahr’n nach Łódź! Das Lied heißt eigentlich Itzek, und das bedeutet: komm mit nach Loódz! Es werden Bauern besungen, die  ihr Dorf verlassen, um in einer explodierenden Industriestadt ihr Glück zu suchen. „Lodzermenschen“ nannte man jenen Menschenschlag, der sich mit Fleiß und Einfallsreichtum dem Geldverdienen verschrieb, ob als Angestellter oder als Unternehmer.

Mit diesem Hinweis kann die Städtetour beginnen – in der weltweit renommierten Lódzer FILMHOCHSCHULE sowie im FILMMUSEUM. Dort hat  Andrzej Wajda gefilmt: Wajdas Oscar-nominierte Romanverfilmung „Das gelobte Land“ von 1975 erzählt in epischer Breite vom Aufstieg der Lódzer Textilbarone und dem getriebenen Leben der „Lodzermenschen“.

Lodz ist das Zentrum der Filmindustrie in Polen. Im ehemaligen Palast von Karl Scheibler am pl. Zwyciestwa beherbergt das kinematografische Museum eine Sammlung von rund 50.000 filmgeschichtlichen Exponaten, darunter alte Fotoapparate, Filmkameras und Projektoren.

Das Leben der Arbeiter spielte sich auf oder neben dem Werksgelände ab

Das Museum ist untergebracht in einem Teil der Villa des Magnaten Karol Scheibler. Sehenswert auch die Arbeitersiedlung KSIEZY MLYN (auf polnisch - Księży Młyn) „Die „Pfaffenmühle“neben dem Werk des reichsten   aller Textilfabrikanten: Unterkünfte, Schule, Läden, ein Kraftwerk und sogar Krankenhäuser fanden sich dort – das Leben der Arbeiter spielte sich im 19. Jahrhundert auf oder neben dem Werksgelände ab.

Zur Stadtbesichtigung gehören jene Orte, in denen gezeigt wird, was mit den Stoffen passierte, die in den Lódzer Textilfabriken hergestellt wurden. Dies präsentiert  das schönste Museum der Stadt: das Textil-Museum in der WEISSEN FABRIK des Industriellen Ludwik Geyer (Nr. 282, Piotrkowskastrasse).

Diverse Bezeichnungen: Manchester des Ostens, Wald der dreihundert Schlote

Textilbarone wie Ludwik Geyer, Karol (auf polnisch Karol) Scheibler und Izrael Poznanski ließen in Fabrikstädten  Baumwollstoffe für Russland und Mitteleuropa produzieren. In der Weißen Fabrik wurde 1839 eine der ersten Dampfmaschinen des Königreichs Polen in Betrieb gesetzt. Hier entstand der erste Fabrikschornstein in der Landschaft von Łódź. Seither trägt die Stadt neben ihrem bürgerlichen Namen, gesprochen »Wuuhdsch«, auf Deutsch: das Boot, diverse Bezeichnungen.  Manchester des Ostens, Wald der dreihundert Schlote, Regenstadt oder Russlands Webstuhl.

Die Baumwollspinnerei mit der berühmten Werkspforte zum einstigen Fabrikgelände des jüdischen Unternehmers Izrael Poznanski  war eine der größten seiner Art weltweit. Heute ist es die MANUFAKTURA  (Drewnowska 58). In den renovierten Ziegelsteinbauten sind eine der größten Shopping-Malls Polens, Restaurants, Museen, ein Kino und ein Luxushotel untergebracht.

Ehemalige Tabakfabrik wurde zum Hotel

Ein weiteres altes Fabrikgebäude aus der goldenen Textilzeit von Lodz wurde attraktiv umgewidmet.  Im Gebäude einer ehemaligen Tabakfabrik in Lodz wurde jetzt das neue Drei- Sterne-Hotel Tobaco mit 115 Zimmern eröffnet. Das Gebäude war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunächst als Spinnerei des Textilunternehmers Karl Kretschmer entstanden. Das neue Hotel wurde im Retro-Stil der 1950er Jahre dekoriert. Von den Zimmern sind 83 für eine Person. Das unweit des Bahnhofs  Lodz-Kaliska gelegene Haus verfügt darüber hinaus über sechs Konferenzräume. Im Restaurant bietet man Gerichte der vier Kulturen, die die Stadt in der Vergangenheit geprägt haben. Polnische, jüdische, russische und deutsche Gerichte werden dort aufgetischt.

Piotrkowska-Straße - das Herzstück von Lodz

Selbst der Prachtboulevard der Stadt, die rund vier Kilometer lange PIOTRKOWSKA-STRASSE, verdankt ihre Existenz der Textilindustrie. Hinter ihren historisierenden Fassaden. Seit den 1990er-Jahren wurde „die Piotrkowska“ restauriert und zu einer der längsten Fußgängerzonen Europas umgestaltet, heute ist sie die Flaniermeile der Stadt. Die Piotrkowska-Straße ist das Herzstück von Lodz, hier finden sich die meisten Geschäfte und Restaurants, hier spielt sich das gesellschaftliche Leben ab.

Im ehemaligen Palast der Familie Poznanski in der ul. Wieckowskiego 36 findet sich das berühmte Muzeum Sztuki mit einer der besten Sammlungen moderner Kunst in Polen. Arbeiten von Chagall, Ernst, Klee und Picasso sind dort ebenso zu finden wie Werke von Vertretern der polnischen Moderne. Der zweite Palast des Fabrikanten Izrael Poznanski in der ul. Ogrodowa 15 beherbergt das Museum für Stadtgeschichte. Im Seitenflügel gibt es Räume für den in Lodz geborenen Komponisten Arthur Rubinstein.

An der bekannten Prachtstraße liegt auch das Grand Hotel ( Ulica Piotrkowska Nr. 72), das seit einigen Jahren der Krakauer Hoteliersfamilie Likus gehört. Tel. 0048-42/ 633 99 20. Das Grand Hotel ist das bekannteste Hotel von Lodz und seit mehr als 100 Jahren (seit 1888) ununterbrochen in Betrieb. Es gilt als eines der ältesten Gebäude der Stadt. Berühmte Persönlichkeiten haben hier schon übernachtet, u.a. Roman Polanski, Artur Rubinstein, Jean Cocteau, Isadora Duncan. Schrittweise werden die Zimmer renoviert und auf 5-Sterne-Niveau angehoben, insgesamt hat das altehrwürdige Hotel viel Charme. Das Hotel verfügt über 89 Zimmer und mehrere Konferenzräume für kleinere Gruppen, ein Restaurant mit überwiegend polnischer Küche und eine Bar/Lounge.

Das Hotel bildet einen idealen Startpunkt zum Erkunden der Stadt. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und auch die „Manufaktura“ sind von hier aus in 15 bis 20 Minuten zu Fuß gut zu erreichen. Wenn die Füße schmerzen, kann man sich innerhalb Piotrkowska in einer Fahrradrikscha recht preiswert transportieren lassen – hin zu Mietshausen und Palästen,  in denen sich  Geschäfte, Restaurants, Cafés, Gärten, Pubs und Musik-Clubs befinden. Die Piotrkowska-Straße wird das ganze Jahr über gern besucht, da finden Messen und Festivals statt, u.a.: Festival der Straßenkünste und Magie „Hocus Pocus“, Light Move Festival oder Songwriter Festival geben ihm einen einzigartigen Charme.
 
Walk of Fame

Während Sie die Piotrkowska-Straße entlang spazieren gehen, lohnt es sich, in die neu renovierten Innenhöfe, darunter OFF Piotrkowska - eines der neuen Wunder Polens zu sehen. Es lohnt sich auch, den Kopf zu heben. Die Fassaden von Gebäuden in der Piotrkowska-Straße sind voll von interessanten eklektischen architektonischen Details - Karyatiden, Reliefs, Erkern...  Schauen Sie auch auf den Boden dann sehen Sie Walk of Fame, der sich auf die Łódź-Filmerbe und das Denkmal der berühmten Bewohner bezieht - es ist eine Spur auf der Fahrbahn mit fast 17 000 Pflastersteinen mit Gusseisenplatten mit den Vor- und Nachnamen der Gründer gepflastert. 

Wasserpark und Trampoline-Park

Lodz hat nicht nur Sehenswürdigkeiten sondern auch Unterhaltung zu bieten; z.B. einen schönen Indoor-Wasserpark - Aquapark Fala. Sein Zentrum ist von einem riesigen Pool umgeben, um den herum viele interessante Erholungsgebiete liegen. Im Wasserpark können Sie Rutschen verschiedener Schwierigkeitsgrade ausprobieren oder sich in einem schönen Café entspannen.

Für Jugendlichen, die aktive Unterhaltung mögen, lohnt es sich einen Tag im SALTOS Trampoline Park zu verbringen. Die Hauptattraktionen dieses Unterhaltungszentrums sind Trampoline, auf denen Sie den ganzen Tag springen und Spaß haben können. Dieses moderne Zentrum zeichnet sich durch erstklassige Ausstattung aus und ist nicht nur bei Urlaubern mit Kindern, sondern auch bei Erwachsenen beliebt.

„Lonely Planet“ –Auszeichnung: „Best Value Destination“
 
Jedes Jahr veröffentlicht der renommierte Reiseführer „Lonely Planet“ einen Guide mit den empfehlenswertesten Reisezielen der Welt. Polens drittgrößte Stadt Łódź (Lodsch) freut sich über einen zweiten Platz in der Kategorie „Best Value Destination“ für 2019. Damit werden Ziele bedacht, die ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Vor Łódź rangiert nur das südliche Niltal.

Łódź – neues Stadtzentrum

In der Stadt, die früher vor allem für traditionelle Textilindustrie bekannt war, finden wir nun ein modernes Stadtzentrum, welches quasi von Grund auf neu gebaut wurde. Das Herzstück ist ein Gebäudekomplex des ehemaligen Kraftwerkes von Łódz, welches unter dem Namen „EC1 Łódź -Kulturstadt" revitalisiert und zu Kultur-, Kunst- sowie Bildungszwecken ausgebaut wurde. Es ist gleichzeitig ein wichtiges Element des neuen Zentrums von Łódz, welches die Architektur des vergangenen Jahrhunderts mit der modernen postindustriellen Strömung verbindet. EC1 ist offen für Künstler und steht für individuelle Werke, Workshops und andere Gruppenveranstaltungen bereit. Im EC1 befindet sich unter anderem das nationale Zentrum für Filmkultur, ein Planetarium und, das Zentrum für Bildung und Technik. Auch hier entsteht und das Zentrum für Comics und interaktive Erzählungen und das Nationale Zentrum für Filmkultur

Tipps und Adressen

Urlauber sollen auch das Umland von Lodz bald besser mit Leihfahrrädern erkunden können. Bis zum Herbst wird dort eines der größten Verleihsysteme des Landes mit mehr als 1000 Rädern aufgebaut, teilt das polnische Fremdenverkehrsamt mit. Insgesamt 125 Verleihstationen in Lodz und umliegenden Städten wird es geben, die meisten von ihnen in der Nähe von Bahnhöfen. Das System wird von einer polnischen Nextbike-Tochter betrieben.

Novotel in  Lodz
Im Zentrum von  Lodz steht das neue Hotel Novotel . Es verfügt über 161 Zimmer und acht Konferenzräume. Geräumige Familienzimmer bieten Platz für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Das unweit der Piotrkowska-Straße gelegene 4-Sterne-Hotel verfügt über ein Restaurant, eine Bar sowie einen Fitnessbereich.

Restaurants
Schönstes Restaurant der Stadt ist das ganz im Jugendstil gehaltene 100 Jahre alte Esplanade ein der Piotrkowskastraße 100. Mit seiner repräsentativen Freitreppe im Inneren sieht es nicht nur schön aus, auch die Qualität der Speisen ist sehr gut. In der Piotrkowskastraße finden sich auch die meisten weiteren Cafés und Restaurants. Das Angebot reicht von Fast-food bis zur haute cuisine.

Klubs und Diskotheken
Auch die meisten Klubs befinden sich in der Piotrkowskastraße und Umgebung. Einen guten Überblick über das Veranstaltungsprogramm gibt die regionale Ausgabe des kostenlosen Stadtmagazins City, das in vielen Kneipen und Restaurants ausliegt.

Klassik
Teatr Wielki (Opernhaus), pl. Dabrowskiego, Tel. 042-647 20 00

Teatr Muzyczny (Operetten, Musicals), ul.Polnocna 47/51, Tel. 0 42-6 78 19 68

Pańnstwowa Filharmonia Łódzka im. A. Rubinsteina,ul. Narutowicza 20/22243, Tel. 0 42-6 64 79 99

Ausstellungen
Textilmuseum, ul.Piotrkowska 282, Tel. 042-683 26 84

Muzeum Sztuki/Kunstmuseum ms, ul. Wieckowskiego 36, Tel. 042-633 97 90 und ms2, ul. Ogrodowa 19, tel. 042-634 39 48

Museum für Stadtgeschichte, ul. Ogrodowa 15, Tel. 042-654 03 23,

Museum für Kinematografie, pl. Zwycięestwa 1, Tel. Tel. 042-203 24 50

Museum Herbst-Palast, ul. Przęedzalniana 70, Tel. 042-6746 9617 9873

Touristeninformation
ul. Piotrkowska 28, tel. (+48) 42 208 81 81

Anreise: Von Berlin aus fährt der Berlin-Warszawa-Express. Ticket kaufen bis Kutno (hin und zurück 30 Euro), dort umsteigen in die Regionalbahn, bis Lódz ' ( 1 Std.). Preis: nur 13 ZIoty (etwa 3,50 Euro). Der Warschau-Express ist reservierungspflichtig.

Fotos: Piotrkowska, Lodzpl R Zydowicz / Manufaktura, archiwum UMŁ

 


Veröffentlicht am: 06.02.2019

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