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„Berufswunsch“ Wegewart

Unterwegs mit Lorenz Wiehl im ZweiTälerLand

Mystische Wälder, faszinierende Schluchten und wildromantische Wasserläufe – das ist der „Arbeitsplatz“ von Lorenz Wiehl. Er ist ehrenamtlicher Bezirkswegewart im ZweiTälerLand und für die ständige und regelmäßige Kontrolle der Wanderwege, Wegweiser, Markierungen und Zugänge zu den Wegen verantwortlich.

Im Fall der Region im südlichen Schwarzwald sind das über 800 Kilometer Wanderwege – eine Distanz in etwa so lang wie die Autobahnstrecke von Basel nach Hamburg. Mit diesem ausgedehnten Wanderwegenetz ist das ZweiTälerLand ein Paradies für Aktivurlauber. Nicht umsonst ist die Region im Januar 2019 erneut mit dem Siegel „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet worden.

Damit Wanderbegeisterte etwa die fünf Tagesetappen des ZweiTälerSteig, die Schwarzwälder-HüttenWinkel-Touren und zahlreiche weitere Pfade unbeschwert nutzen können, koordiniert, prüft und pflegt Lorenz Wiehl gemeinsam mit neun weiteren Wegewarten und einem Helferteam von über 60 Personen jeden einzelnen Meter des Wegenetzes. Auch zum Start der Wandersaison 2019 heißt es wieder: Schilder austauschen, Wege befestigen und Stolperfallen beseitigen.

Lorenz Wiehl ist seit seiner Kindheit mit dem Schwarzwaldverein tief verbunden. „Schon mein Vater nahm mich mit zu den Wanderungen und Arbeitseinsätzen des Vereins und die Tätigkeit in der Natur begeisterten mich von Anfang an“, schwärmt er. Heute ist Wiehl unter anderem Bezirkswegewart des Bezirks Elztal Nördlicher Breisgau und zudem Vorsitzender des Schwarzwaldvereins Gütenbach. Die Markierung und Pflege der Wegweiser vor allem zu Beginn der Wandersaison gehören zu seinen wichtigsten Aufgaben.

„Die Beschilderung im gesamten Schwarzwald ist einheitlich und wird nach den Richtlinien des Schwarzwaldvereins durchgeführt“, erklärt er. „Das ist einmalig in deutschen Mittelgebirgen.“ Die Fernwanderwege wie etwa der ZweiTälerSteig sind durchgängig mit einer eigenen Raute gekennzeichnet, während regionale Wanderwege mit einer blauen ausgewiesen sind. Sie ergänzen das Fernwanderwege-Netz und verbinden vor allem bekannte Ort und Landschaften. Eine gelbe Raute markiert die örtlichen Wanderwege. „Die Markierung folgt strengen Regeln, um die Urlauber und Ausflügler bestmöglich zu lenken“, so Wiehl. „So muss die Kennzeichnung der Wege immer überall auf Sicht erfolgen und wenn möglich immer auf derselben Seite des Weges angebracht werden. Besonders an Kreuzungen achten wir auf eine klare Wegführung und bei geraden Strecken sollten Wanderer mindestens alle 200 Meter eine Markierung vorfinden.“ Doch die Markierungen helfen nicht nur auf dem richtigen Weg zu bleiben, sie unterstützen die Bergwacht auch im Notfall. Alle Wegweiser sind mit einer Standortbezeichnung digital erfasst. Bei einem Notruf weiß die Leitstelle, wo sich der Verunglückte aufhält. So kann er auch im unwegsamen Gelände schneller gefunden werden.

Ausgerüstet mit Leiter und Hammer begutachtet er den Zustand der Wanderwege im ZweiTälerLand mindestens einmal im Jahr – die zweite zeitintensive Aufgabe als Wegewart. „Ein Weg ist nicht statisch, die Natur verändert sich ständig“, erklärt Lorenz Wiehl. Vor allem zu Beginn der Wandersaison müssen die Wege kontrolliert werden – ein Qualitätsweg wie der ZweiTälerSteig wird zusätzlich jährlich in entgegengesetzter Richtung geprüft. „In den meisten Fällen befreien wir die Wege von hereinwachsenden Ästen der Hecken oder Bäume sowie von wucherndem Gestrüpp wie Himbeer- und Brombeersträuchern“, erklärt er. „Wo Wege durch freies Gelände führen, wird auch in regelmäßigen Abständen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden gemäht und auf schmalen Pfaden greifen wir immer wieder zu Hacke und Schaufel.“

Lorenz Wiehl ist aber nicht nur im Frühjahr unterwegs, sondern kümmert sich das gesamte Jahr über um Wegweiser & Co. Auch gemeldete Mängel werden, wenn möglich sofort beseitigt und punktuelle Kontrollen durchgeführt. „Jeder Wegewart kennt seinen Bereich wie seine eigene Westentasche und weiß, an welchen Stellen er etwa nach Stürmen zusätzlich kontrollieren muss. Für unseren Job braucht es Leidenschaft“, meint Wiehl. Ebenso viel Erfahrung und Geduld. „Aber wir machen das gerne, denn unsere Gäste sollen sich auf den Wanderwegen im ZweiTälerLand sicher fühlen.“

ZweiTälerLand Tourismus
+49 (0) 7685 19433
www.zweitaelerland.de

Foto: Elztal & Simonswäldertal Tourismus GmbH & Co.KG / Clemens Emmler

 


Veröffentlicht am: 08.02.2019

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