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17.10.2019

 

 


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Morgengruss von Helmut Harff: Coole Hauptstädter

... oder wozu braucht man U-Bahn, Bus und Straßenbahn

So wie auf dem Foto sah es gestern stundenlang auf allen Berliner U-Bahnhöfen aus. Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Warnstreik aufgerufen. Und wie einst Georg Herwegh dichtete: "Alle Räder stehen still. Wenn dein starker Arm es will." standen bei dem Berliner Nahverkehrsunternehmen BVG alle Räder still. Das galt auch für die Busse und Straßenbahnen.

Nun erwartete nahezu jeder voller Spannung oder auch Schadenfreude darauf, dass im Berliner Morgen-Berufsverkehr das Chaos schlechthin ausbrechen würde. Man erwartete Staus auf den Straßen und Stau auf den Radwegen. Man erwartete überquellende S-Bahnen und Regionalzüge. Ach ja, die Deutsche Bahn und die anderen Bahnbetreiber waren vom Streikaufruf nicht betroffen.

Doch was passierte? Die S-Bahn übertraf sich selber und schickte jeden Zug, den man irgendwo finden konnte, raus. Es war plötzlich genügend Personal da. Es gab auch kaum Durchsagen, dass der Verkehr wegen eines Polizei- oder Notarzteinsatzes oder wegen einer Signalstörung - also den üblichen Ausreden für Unzulänglichkeiten - zeitweise unterbrochen oder gar ganz eingestellt wird. Liebe S-Bahn, es geht doch. Warum nur an so einem Tag und nicht immer?

Auch die befürchteten Staus wurden nur an einigen Stellen beobachtet. Das ist nun für alle, die den Berliner Verkehr kennen, nicht verwunderlich. Das ist deshalb nicht verwunderlich, weil sich auch ohne einen BVG-Ausfall auf vielen Berliner Straßen im morgentlichen Berufsverkehr nichts bewegt. Wo sonst Stau war, war der auch gestern - und in den Nebenstraßen staut sich sowieso nichts.

Was sagt uns das über den Verkehr in einer Großstadt wie Berlin? Mein erster Gedanke war, dass die Bahn augenscheinlich leistungsfähiger ist, als man landläufig glaubt. Mein zweiter Gedanke war, dass man ja ein Unternehmen wie die BVG gar nicht benötigt, wenn deren Totalausfall fast keine Auswirkung hat. Mein dritter Gedanke war, dass Busse und Straßenbahnen augenscheinlich für zahlreiche Staus verantwortlich sind. Wie sonst kann es sein, dass mehr Autos auf der Straße - wie es gestern der Fall war - eben nicht mehr Staus bedeutet? Die BVG-Flotte bremste den Individualverkehr einfach mal nicht aus. Mein vierter Gedanke war, ob gestern die Messstellen einen deutlichen Anstieg der Schadstoffbelastungen verzeichneten.

Ja, ich weiß, dass eine Stadt wie Berlin, dass die Menschen in der Stadt und die rund 250.000 Pendler einige Stunden mit sehr eingeschränktem Nahverkehr umgehen können, doch auf die Dauer geht das selbstverständlich nicht. Doch mich interessiert viel mehr, welche Schlüsse die Stadt- und Verkehrplaner aus dem ziehen, was da gestern in Berlin passierte. Mehr Radwege bauen, mehr öffentlichen Nahverkehr oder mal ganz neu denken?

So, ich muss jetzt zum Bus.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.
 
Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 16.02.2019

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