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Fehlende Lade-Infrastrukur hemmt Elektromobilität

... so der Verband der Automobilindustrie

Einen Hemmschuh für den Erfolg der Elektromobilität sieht Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in der nicht ausreichenden Ladeinfrastruktur.

Mattes wies auf dem BDI-Klimakongresses darauf hin dass es aktuell in Deutschland 16 100 öffentlich zugängliche Ladepunkte und rund 1900 Schnellladepunkte gibt. In Berlin müssen sich demnach 4500 Einwohner einen Ladepunkt teilen, in Oslo sind es 480 Einwohner, in Amsterdam nur 400.

„Hier muss schnell gehandelt werden“, forderte der VDA-Präsident. Denn die Möglichkeit, unkompliziert zu laden, sei für den Erfolg der Elektromobilität entscheidend. Deswegen sei die Initiative des Bundesverkehrsministers zur Förderung der Ladeinfrastruktur nötig und wichtig, denn ein entscheidender Hebel sei die Installation privater Ladestationen. Auch müssten die Stromnetze auf den Anstieg der Elektromobilität vorbereitet werden. In einigen Regionen werde es notwendig sein, das Netz auszubauen oder zu verstärken.

Mattes weiter: „Es gibt für Mieter und Wohnungsbesitzer, die einen privaten Ladepunkt installieren möchten, immer noch zu viele rechtliche und praktische Hürden. Um hier zu pragmatischen Lösungen zu kommen, müssen das Bauordnungs-, Miet- und Eigentumsrecht geändert werden.“ Bei Neubauprojekten müsse die Ausstattung von Stellplätzen mit Ladesäulen zügiger als bisher geplant angegangen werden, so Mattes. Denn die EU-Gebäuderichtlinie, die erst noch in nationales Recht überführt werden muss, lege die Latte zu niedrig. Demnach müssen neue Gebäude erst ab 2025 mit einer Ladeinfrastruktur ausgestattet werden – und auch nur in eher geringem Umfang.

Nach Meinung des VDA-Präsidenten hat die Arbeitsgruppe Klima der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität Vorschläge und Instrumente für Investitionen, Innovationen und Digitalisierung aufgezeigt, mit denen der Klimaschutz im Verkehr vorangebracht werden kann. „Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen kann ein Großteil der erforderlichen CO2-Einsparung erreicht werden. Zudem hat die Automobilindustrie Konzepte und Ideen vorgelegt, mit denen die verbleibende Lücke geschlossen werden kann“, erklärte Mattes. Dazu gehörten mehr Investitionen in Digitalisierung, eine Initiative für Stauvermeidung und die Verbesserung des Verkehrsflusses, weniger Parksuchverkehr sowie der Einsatz von Apps für Carsharing und Ridesharing. Auch Fahrerschulungen für sparsames und sicheres Fahren seien notwendig.

Außerdem hält es der VDA-Präsident für notwendig, den zusätzlichen Einsatz regenerativer, CO2-neutraler Kraftstoffe mit strengen Nachhaltigkeitskriterien anzuschieben. „Mit einer Kombination dieser Maßnahmen sind die Klimaschutzziele im Verkehr erreichbar. Das ist besser als Einschränkungen und Verbote. Eine moderne, individuelle und bezahlbare Mobilität ist ein hohes Gut und muss jetzt und in Zukunft sichergestellt werden.“

Klar sei aber auch, so Mattes, dass die Dekarbonisierung auch ein Preisschild hat. So sind nach Berechnungen der Studie „Klimapfade der Industrie 2050“ für die Erreichung des 2050-Ziels von minus 95 Prozent CO2 bei optimaler Umsetzung Mehrinvestitionen von rund 1,5 bis 2,3 Billionen Euro für alle Sektoren nötig. Um das Verkehrsziel 2030 zu schaffen, sind außerdem rund 250 Mrd. Euro zusätzlich erforderlich. (ampnet/Sm)

Foto: Auto-Medienportal.Net/BMW

 


Veröffentlicht am: 05.04.2019

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