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Morgengruß von Helmut Harff: Bescheuerte Idee

… oder: ich fahr so gerne Bahn

Nun hat der Verkehrsminister, dessen Name mir gerade entfallen ist, die Idee für die Rettung des Weltklimas: Er will die Mehrwertsteuer auf Fahrkarten im Bahn-Fernverkehr von 19 auf 7 Prozent senken.

Ein toller und vor allem wohlfeiler Vorschlag, denn nicht das Verkehrsministerium muss dafür etwas tun. Das überlässt der so innovative Minister lieber seinem Kollegen aus dem Finanzressort.

Doch das ist ja nur ein Punkt des insgesamt lächerlichen Plans. Wer etwas gegen zu viele Autos auf der Straße mit allen Folgen will, sollte zuerst vor der eigenen Haustür kehren und alle Dienstwagen in seinem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einfach abschaffen und das all seinen Ministerkollegen auch ans Herz legen. Wenn wir Bahn fahren sollen, sollten die Politiker und Beamten mit gutem Beispiel voran gehen.

Doch das eigentlich fast skandalöse an dem bescheuerten Vorschlag – wie heißt dieser Minister nur? – ist, dass es an den Problemen der Bahn nicht einen Jota ändert – ganz im Gegenteil. Aufgabe des Ministers sollte nicht sein, unsinnige Vorschläge zu machen, sondern endlich dafür sorgen, dass die Bahn ihre Aufgaben erfüllt. Das ist vor allem die Einhaltung der Fahrpläne. Doch auch das schlichte Funktionieren der Bahn fällt in seinen Aufgabenbereich. Wer will schon Bahn fahren, wenn in Speisewagen wegen technischer Mängel höchstens Wasser verkauft wird, wenn die Wagenreihungsangaben nicht stimmen, Sitzplatzangaben ebenfalls ausfallen? Wenn der Minister will, dass mehr Menschen Bahn fahren, dann muss in allen Zügen und überall eine gute Internetverbindung garantiert sein.

Und dann sind da noch die Preise. Wer für den morgigen Tag  beispielsweise eine ganz normale 2.-Klasse-Fahrkarte von Berlin nach Warnemünde an der Ostsee kauft, zahlt 45 Euro, wer die heute für den 18. Juli kauft, zahlt 30 Euro. Dieses Preissystem sorgt dafür, dass vor allem Spontanreisende eben eher das Auto nehmen. Nun kann man sagen, dass bei angenommenen Kosten von 30 Cent pro Autokilometer so eine Autofahrt zwischen beiden Städten mit 72 Euro zu Buche schlägt. Doch zu den Bahnkosten kommen noch die Ausgabe für Platzkarte und vor allem die Anreise zum Bahnhof. Wenn nicht nur einer mit dem Auto unterwegs ist, sieht das mit den Reisekosten noch ganz anders aus.

Außerdem kann man sein Auto voll Gepäck laden. Bei der Bahn – und das wissen nicht alle – darf man offiziell nur ein Gepäckstück mitnehmen. Dazu kommt, dass man für die genannte Strecke mit dem Auto 2,4 Stunden, mit der Bahn 3,2 Stunden braucht. Rechnet man noch dazu, dass man sowohl in Berlin, als auch in Warnemünde nicht am Bahnhof wohnt, fällt die Zeitersparnis für das Auto noch deutlicher aus.

Doch selbst, wenn die Bahnfahrt bald billiger wird, wenn das Internet im Zug funktioniert und sie pünktlich ist, bleibt ein Problem, das schon heute gravierend ist. Scheint die Sonne und wollen die Berliner an die Ostsee, so sind diese Züge hoffnungslos überfüllt. Das kennt man aber überall in Deutschland. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert, wenn zukünftig mal so eine Millionen Menschen mehr mit der Bahn fahren wollen. Dann muss man wohl aufs Dach, wie einst die Tramps in den USA.

Dieser Minister sollte seinen bescheuerten Plan schnell wieder in der Versenkung verschwinden lassen und endlich das tun, wofür er bezahlt wird – seine Arbeit machen.

Ich mache jetzt Frühstück. Mein Speisewagen hat immer ein tolles Angebot.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 18.04.2019

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