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24.05.2019

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Unruhige Zeiten

Ich fürchte mich so sehr…

Wir leben in unruhigen Zeiten. Das höre ich seit langem und in letzter Zeit immer häufiger. Kein Wunder, wir haben Wahlkampf. Da wollen die, die da gewählt werden wollen unsere Aufmerksamkeit. Wer würde schon gewählt werden, wenn er meinte, dass es uns gut geht, das wir alle jeden Grund zum Jubeln haben, dass es uns eigentlich gar nicht besser gehen kann.

Da macht es doch zumindest aus Politikersicht viel mehr Sinn zu behaupten, dass wir in unruhigen Zeiten leben. Wir sollen, nein wir müssen dann den oder die wählen, die das erkannt haben. Ehrlich, da vergeht selbst den Hühnern das Lachen. Wieso sollen wir jemand wählen, der seit langem in der Politik tätig ist – wie die, die zur Europawahl kandidieren? Wieso sollen wir jemand wählen, der ja als Politiker zumindest Mitschuld an den unruhigen Zeiten ist? Vor allem aber, warum sollen wir jemand wählen, der einerseits von unruhigen Zeiten schwafelt, aber ansonsten uns vor allem eines mitteilt: Wogegen er ist? Wirklich durchdachte Ideen, wie man die so viel beschworenen unruhigen Zeiten beenden kann, suche ich noch immer vergebens.

Das wundert mich aus zwei Gründen nicht. Zum einen sind durchdachte Ideen nicht wirklich einfach, denn wie es der Begriff ja schon sagt, muss man dazu die Dinge durchdenken. Schnelle und populistische vermeintliche tolle Ideen sind da deutlich einfacher. Für mich lässt das nur einen Schluss zu: Die da kandidieren wollen oder können keine durchdachten Ideen präsentieren, die können nur Populismus.

Das ist einerseits schlimm, aber andererseits, auch nicht wirklich dramatisch. Warum? Weil ich glaube, dass wir nicht in Zeiten leben, die bedrohlich, bedrohlicher als vergangene Zeiten sind. Zumindest gilt das aus meiner Sicht für uns in Mitteleuropa. Hier leben wir nämlich auf so etwas wie der Insel der Glückseligen. Ja, auch hier ist längst nicht alles zum Guten bestellt, könnte vieles besser sein. Doch leben wir hier in unruhigen Zeiten? Dazu von mir nochmals ein deutliches Nein! Wir lassen uns das aber von viel zu vielen Seiten tagtäglich einreden. Von vielen Seiten wird uns der nahe Weltuntergang – unter dem macht man es ja kaum noch – vorausgesagt.

Was mich verunsichert sind die Antworten, die man beispielsweise auf die zunehmende Vermüllung der Erde mit Kunststoffen hat. Da verbietet man mal schnell Plastiktrinkhalme und Plastik-Einweggeschirr, da macht man Unterhosen aus alten PET-Flaschen. Das erinnert mich an die 1960er Jahre. Damals gab es bei uns an der Schule Atomkriegsübungen, bei dem wir - die damals so genannte ABC-Schützen - uns unter die Schulbänke in Sicherheit bringen sollten – wie gesagt, es ging um einen Atomschlag gegen das geteilte Berlin. Die Erwachsenen hamsterten Salz. Salz? Ja, das sollte man im Falle eines Atomkrieges auf die Fensterbretter streuen und so der Atomstrahlung das Eindringen in die Wohnung verleiden. Das hätte bestimmt genau so geholfen, wie heute das Plastiktrinkhalmverbot.

Wenn man genauer darüber nachdenkt, dann leben wir vielleicht doch in unruhigen Zeiten. Daran sind aber weder Terroristen, noch der Klimawandel oder der Plastikmüll oder die Flüchtlinge schuld. Schuld sind daran vielmehr die, die ständig von unruhigen Zeiten reden, die uns mit zumeist unsinnigen Horrormeldungen auch noch aus dem letzten Winkel der Welt überschütten, um nicht zu sagen belästigen. Schuld an den unsicheren Zeiten sind die, die nur einfache, undurchdachte, unsinnige und populistische Antworten auf die ja wirklich existierenden Probleme haben. Wer die sind? Sehen Sie doch einfach mal auf die Wahlplakate. Da grinsen sie uns großflächig und photoshop-gestylt entgegen. Nur eine Bitte: Lesen sie den Unsinn auf diesen Plakaten nicht. Warum? Am Ende glauben Sie auch noch, dass wir in unsicheren Zeiten leben.

Ich bin mir ganz sicher, dass ich jetzt ganz ruhig mit der besten Frau der Welt frühstücken werde.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 28.04.2019

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