Startseite  

24.05.2019

 

 


Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Kunst- und Kulturgenuss in Sachsen-Anhalt

Eine Reise nach Sachsen-Anhalt lohnt sich in diesem Jahr besonders

(Jörg Raach) Das 100-jährige Jubiläum der Bauhaus-Gründung ist Anlass zur Präsentation einer Vielfalt von Bauten der Moderne. Von den ca. 100 Zielen der „Grand Tour der Moderne“, einem bundesweiten Netzwerk herausragender Bauwerken der Moderne, liegen 39 in Sachsen-Anhalt.

Richtungsweisende Architektur der Bauhaus-Ära inmitten historischer Mauern in einer der ältesten Städte Deutschlands – das gibt es vor allem in Magdeburg. Seit dem Mittelalter zählt die Stadt zu den Vorreitern. Hier hat schon 968 der erste deutsche Kaiser, Otto der Große, seine prächtige Lieblingspfalz errichtet. Er machte die Stadt zum Mittelpunkt der politischen Herrschaft und ließ den kolossalen Magdeburger Dom erbauen. Im 12. Jahrhundert wurde hier eines der ersten Stadtrechte Europas geschrieben.

Rund 700 Jahre später waren die Magdeburger wieder die Ersten. Mit der Hermann-Beims-Siedlung ist in den 1920er Jahren die erste deutsche Großsiedlung der Moderne entstanden. Vielfältige Fassadenfarben, lichtdurchflutete Räume und Frischluftschneisen waren die Maxime der damaligen Architekten. In einer historisch möblierten Gästewohnung in der Beimsstraße  können sich Gäste übrigens einmieten (Buchung unter gs-sued@wobau-magdeburg.de).

Magdeburg wurde zum Zentrum innovativer Städtebauer und Künstler. In rekordverdächtigen viereinhalb Monaten wuchs hier für die Deutsche Theaterausstellung 1927 die Stadthalle in Stahlskelettbauweise in die Höhe. Unmittelbar daneben ragt der Albinmüller-Turm als eines der Wahrzeichen Magdeburgs in die Höhe. Die Gestaltung des Turms des Architekten Albin Müller nimmt die Ideen einer Glas- und Lichtarchitektur des in Magdeburg als Stadtplaner tätigen Bruno Tauts auf. Vom Turm hat der Besucher einen eindrucksvollen Blick auf Magdeburg mit seinem herrausragenden Ensemble im Stil des Neuen Bauens und seiner grünen Umgebung. Abends ist die gläserne Turmspitze farbig beleuchtet.

Der ganz besondere architektonische Höhepunkt aus der Gegenwart ist die von Friedensreich Hundertwasser entworfene Grüne Zitadelle (Foto oben). Fertiggestellt wurde sie im Jahr 2005. Es handelt sich dabei um das letzte Projekt, an dem Hundertwasser vor seinem Tod gearbeitet hat. Die Grüne Zitadelle umschließt zwei Innenhöfe, im größeren gibt es einen Springbrunnen. Der Name des Baukomplex geht auf das grasbewachsene Dach und die Bäume im und am Gebäude. Im Erdgeschoss befinden sich mehrere Läden, ein Café und ein Restaurant. Unter anderem steht hier in der „Information in der Grünen Zitadelle“ auch das originale Baumodell. Im Gebäude befindet sich neben 55 Wohnungen auch ein Theater und ein ART-Hotel.
 
Auch Aschersleben im Harzvorland, die älteste Stadt Sachsen-Anhalts, lädt zum Besuchen und Entdecken ein. Die Internationale Bauausstellung, die Landesgartenschau 2010 und nicht zuletzt über 20 Jahre Stadtsanierung haben dem historischen Aschersleben neues Leben eingehaucht. Verwoben mit Architektur des 21. Jahrhunderts macht diese besondere Mischung Aschersleben heute so sehens- und liebenswert.

Folgen Sie den ausgeschilderten Routen rund um die Stadtbefestigung, durch die Gärten und Parks oder quer durch die Altstadt mit ihren wertvollen Architekturdenkmalen. Rund um die Altstadt an einem grünen Promenadenring erheben sich die Türme der früheren Stadtbefestigung und wenige Meter weiter am Eine-Flüsschen locken die ehemaligen Parks der Landesgartenschau 2010, die seitdem zu den „Gartenträumen“, den historischen Parks in Sachsen-Anhalt, gehören. Die architektonische Vielfalt von der Gotik über Fachwerkbauten, Barock, Renaissance, Jugend- und Heimatstil von Hans Heckner bis hin zu moderner Architektur des 21. Jahrhunderts verleihen der Altstadt ihr besonderes Erscheinungsbild und machen Lust zum Flanieren. Das Wahrzeichen der Stadt, die 500 Jahre alte St. Stephanikirche, hat ihre Türen für Besucher geöffnet und am Markt beeindruckt das Rathaus mit seinen Giebeln und Türmen aus drei Jahrhunderten.

Ein Juwel mitten in der Altstadt ist der Graue Hof – ältester Profanbau der Stadt und jetzt Kulturzentrum mit gastronomischen Angebot. Ein besonderer Tipp für Kunstinteressierte: Im Riegelbau des Bestehornparks ist das grafische Werk des in Leipzig geborenen und in Aschersleben aufgewachsenen Malers Neo Rauch zu sehen. Mit der Initiierung der Grafikstiftung hat er seine Heimatstadt zu einer Attraktion in der Kunstwelt gemacht. Mit der 2012 gegründeten Stiftung ist die Möglichkeit gegeben, das grafische Werk des Künstlers, das seit 1993 entstanden ist, ausführlich und schwerpunktmäßig zu präsentieren. Es wird außerdem je ein Exemplare aller zukünftig entstehenden grafischen Werke in den Bestand der Stiftung eingehen. Schon im Juni 2012 konnte die Stiftung ihre Räume im Bildungscampus, ein architektonisch herrausragender Baukomplex auf dem Gelände von einst Europas größter Papier- und Druckfabrik beziehen.

Auch Quedlinburg, Weltkulturerbe-Stadt und eine der touristischen Hauptattraktionen in Sachsen-Anhalt bietet Kunstgenuss aus der Bauhaus-Zeit. Die Lyonel-Feininger-Galerie ist ein Museum und Ausstellungshaus für die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Sie ist dem Werk Lyonel Feiningers, der mit seinem „Prismaismus“ einen eigenen Stil schuf und als 40-Jähriger erster Meister am Bauhaus wurde, gewidmet und verfügt mit der Sammlung des Bauhäuslers und Quedlinburgers Hermann Klumpp, die sich als Dauerleihgabe in der Lyonel-Feininger-Galerie befindet, über einen der weltweit bedeutendsten Bestände an Druckgrafiken Feiningers. Zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen sowie einige Fotografien und Objekte von Feiningers Hand bereichern den Bestand.  Vom 25. Mai bis 2. September werden hier neben der Dauerausstellung zwei attraktive Sonderausstellungen geboten: „Die Feiningers. Ein Familienbild am Bauhaus“ unternimmt erstmals den Versuch, den künstlerischen Aufbruch der Moderne am Beispiel einer Künstlerfamilie sichtbar zu machen. „rot, gelb, blau. Das Bauhaus für Kinder“ - hier können nicht nur Kinder an einzelnen Stationen experimentieren und sich ausprobieren.

Die größte Sehenswürdigkeit in Quedlinburg ist die Stadt selbst. Auf einer Fläche von gut 80 ha drängen sich über 2000 malerische Fachwerkhäuser. Wie in einem bunten Bilderbuch lässt sich an den oft reich geschmückten Fassaden die Entwicklung dieser Bauweise über acht Jahrhunderte ablesen. Mit diesem einmalig geschlossenen historischen Stadtbild steht Quedlinburg in der ersten Reihe deutscher Fachwerkstädte und wurde 1994 in die UNESCO - Welterbeliste der schützenswerten Kulturgüter aufgenommen.

Ein weiteres Juwel in Sachsen-Anhalt ist die Stadt Bernburg. Schloss Bernburg mit dem Eulenspiegelturm, die liebevoll sanierte Altstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten – dem Carl-Maria-von-Weber-Theater, dem Rathaus mit der bekannten Blumenuhr und der geografisch - astronomischen Kunstuhr, der Fürstengruft mit prachtvollen Särgen derer zu Anhalt - Bernburg begegnen den Gästen bei ihrem Bummel durch die Stadt.

Mit der MS „Saalefee“, dem vollklimatisierten Fahrgastschiff geht es durch den Naturpark „Unteres Saaletal“. Landschaftlich ist die Umgebung von Bernburg durch das Harzvorland und die Saaleauen geprägt. Bernburg (Saale) liegt an der „Straße der Romanik“, am „Blauen Band“ und am Lutherweg sowie an der „Grand Tour der Moderne“ Sachsen-Anhalt. Hier ist als herrausragendes Bauwerk der Moderne die in der Tradition der Gartenstädte 1928/1929 gebaute Siedlung „Zickzackhausen“ sehenswert. Von den Architekten und Stadtplanern Leopold Fischer und Leberecht Migge, einem Schüler des Wieners Adolph Loos, konzipiert, ist diese Siedlung am nördlichen Stadtrand von Bernburg am Rande eines großen Kalkabbau-Tagebaugebiets zu finden. Den Namen verdankt sie den um 90 Grad gedrehten und versetzt angeordneten Baukörpern. Visionäre Ideen der Selbstversorgung in den großen zu den Eigenheimen gehörenden Gartenanlagen und zur Müllvermeidung versuchte man hier bereits innovativ umzusetzen.

Die überregionalen Radwanderwege Europaradweg R1, der Saale – Radwanderweg und der Lutherweg sowie zahlreiche regionale Rundwege queren die Stadt und machen den Besuch Bernburg lohnend.

Quellen
Albinmüllerturm
©Magdeburg Marketing, www.magdeburger-platte.de

Beimsplatz, Hermann-Beims-Siedlung
Magdeburg Marketing, Conrad Engelhardt

Dom mit dem Hundertwasserbau Die Grüne Zitadelle
Magdeburg Marketing, Andreas Lander

Grafikstiftung Neo Rauch: Aschersleber Kulturanstadt (AKA) AöR

Zickzackhausen, Bernburg: PMF8323, Ingo Gottlieb, Halle

 


Veröffentlicht am: 12.05.2019

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 


Werbung


Werbung

die beste deutsche ohne Einzalung Casinos List

 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Datenschutzhinweis
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon - erklärt die Börse
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite - alles für die Businessfrau
| Geld & Genuss - Lifestyle, Finanzen und Vorsorge für alle
| geniesserinnen.de - Genuss auch für die Damen
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock der Börseninformationsdienst
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet - unser Partner für WebDesign, CMS, SEO, ...
| Unter der Lupe bewertet Gutes

 

Rechtliches
© 2007 - 2019 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit