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Wollen Sie, oder wollen Sie nicht?

Wie positive Entscheidungen unser Leben verbessern

Wie viele Entscheidungen treffen wir täglich? Ich gehe davon aus, dass es Hunderte sind. Wir wissen das nicht, weil wir sie meist unbewusst treffen.

Wir nehmen das Duschgel, was im Bad steht. Wir essen, was der Kühlschrank hergibt. Wir drehen uns nach dem Klingeln des Weckers noch einmal herum, weil wir dies immer so tun. Wir fahren immer auf dem gleichen Weg zu Arbeit. Denn wir haben einmal herausgefunden, dass es der kürzeste oder ruhigste Weg ist. Dann bleibt es, wie es ist.

Wie Routine Glück und Lebensfreude kostet


Prüfen Sie einmal an einigen Beispielen, wie lange Sie schon etwas auf eine bestimmte Art tun: An welcher Hand tragen Sie Ihre Uhr, auf welcher Seite telefonieren Sie, putzen die Zähne oder bedienen das Handy. Seit wann sind Sie Vegetarier oder Radfahrer, wie lange schon fahren Sie im Urlaub ans Meer? Diese Routinen sind ungeheuer praktisch, wenn man wenig Zeit in Entscheidungen investieren will. Zeit haben wir alle zu wenig. So bin ich eben, das ist eben so. Machen wir uns nichts vor, das sind richtig gute Ausreden, den eigenen Alltag, das eigene Leben lieber nicht in Frage zu stellen. Wir wissen, so ist es bequemer. Und wir haben die Erfahrung dass es aufwendig ist, größere Dinge zu ändern. Schon allein der Gedanke an eine Ernährungsumstellung, eine neue Fremdsprache, neue Nachbarn oder Kollegen fühlt sich unsicher an. Wir wissen nicht, was kommt.

Doch was, wenn die Ergebnisse unserer Routinen nicht stimmen? Wir mehr wiegen, als wir wollen, schon viel zu lange allein leben oder der Beruf uns einfach nur noch stresst? Dann scheitern wir meist schon daran, dass aus einer guten Absicht keine Tat wird. Ich möchte das noch etwas deutlicher schreiben. Ich erlebe im Coaching häufig Menschen, die mehr oder weniger lange abwägen und sich dann für eine Variante entscheiden. Aber nicht richtig. Zum Beispiel wenn jemand einen neuen Partner finden möchte. Da höre ich folgendes: „Ja, mein Ziel ist es, wieder in einer glücklichen Partnerschaft zu leben. Aber wenn es nicht klappt, ist es auch nicht so schlimm.“ Das ist ungefähr so, als wenn Sie in Ihr Navi eingeben „fahre mich nach Leipzig“ und es dann wieder löschen. Oder wenn Sie online eine schicke Hose aussuchen, die Sie gern haben wollen, aber nicht bestellen.

Sich nicht zu 100 % zu entscheiden gehört auch zu den Ursachen, warum das positive Denken trotz bester Absichten manchmal nicht klappt. Hier spreche ich darüber:

Wie uns Erfahrungen bei neuen Entscheidungen behindern

Unser Gehirn ist der hochwertigste Computer, den wir kennen. Es vollbringt Meisterleistungen an Problemlösungen, Fachwissen erwerben, Kreativität usw. Damit es dies kann, muss es mit Informationen gefüttert werden. Viele sind vererbt, zum Beispiel wie Verdauung funktioniert. Die meisten nehmen wir unbewusst seit unserer Geburt aus unserer Umwelt auf. Zum Beispiel wie sich eine „gute Tochter“ verhält. Später wählen wir selbst aus, was wir lernen und hinzufügen. Doch immer werden Informationen benötigt, damit der „Computer“ arbeitet. Haben wir widersprüchliche Informationen wie z.B. Diät hilft beim Abnehmen und Diät klappt nicht, dann entscheidet das Gehirn nach seinen Erfahrungen und nach den damit verbundenen Gefühlen. Es will natürlich unangenehme Gefühle vermeiden und angenehme herbeiführen. Wenn wir erleben, dass eine Diät nicht klappt, und sich noch dazu schlecht anfühlt, legen wir das Thema Abnehmen als unlösbar ad acta.

Wie Sie diesem und anderem Stress durch positive Gedanken begegnen lesen Sie hier.

Warum konsequente Entscheidungen uns gut tun

1.Entscheidungen sind der erste Schritt zu glücklichen Lösungen

Wenn Sie eine klare Entscheidung gefällt haben „Ich will einen neuen Partner/ Job/ Körper“ und zwar voll und ganz, dann kann das Gehirn nach neuen Ideen suchen und zwar so lange, bis es klappt.

Es kann außerdem unangenehme Gefühle, z.B. beim Ansprechen eines unbekannten Menschen, beim Schreiben einer Bewerbung usw., relativieren. Und auch nach einer Ablehnung weiter machen. Es wird eine Erfahrung wie z.B. die Enttäuschung durch einen früheren Partner. nicht mehr als gute Begründung für das Nichtstun nutzen. Sondern es wird einen besseren Kontext definieren wie „ Auch wenn ich mit dem letzten Partner eine Enttäuschung erlebt habe ist es die Liebe wert, einen neuen Anlauf zu nehmen.“

2. Entscheidungen verändern die Informationsverarbeitung

Die Entscheidung „ich will“ verändert Ihre Wahrnehmung. Denn unser Gehirn filtert Informationen immer so, dass Sie zu unseren Gedanken und Erwartungen passen. Wenn Sie sich hinter der Enttäuschung mit früheren Partnern verstecken, werden Sie folglich z.B. diejenigen Artikel in Zeitungen bevorzugt wahrnehmen, die Ihre vorsichtige und zweifelnde Haltung bestätigen.  Wenn Sie sich für „ich will“ entschieden haben werden Sie ermutigende Beispiele und Erfahrungen wahrnehmen.

3. Entscheidungen verbessern das Lebensgefühl

Wenn Sie sich für „ich will nicht“ entscheiden, ist das genauso gut. Hauptsache Sie tun dies auch zu 100 Prozent. Dann gibt es nämlich keinen Grund mehr, sich über eine Konfektionsgröße, den  unangenehmen Chef oder fehlenden Partner zu beklagen, aufzuregen oder traurig zu sein. Sie haben sich ja entschieden, dass es so bleiben soll, wie es ist. So haben Sie plötzlich die Energie, die Sie vorher auf das Grübeln „ob oder ob nicht“ verwendet haben frei, um Ihr Leben so, wie es ist, zu genießen. Nur Sie sind der Maßstab für Ihre Entscheidung. Schließlich müssen nur Sie damit leben und die Konsequenzen tragen und niemand sonst.
       
Erfahrung

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Auch für ein Leben mit einem positiven Blick auf die Welt müssen wir uns konsequent entscheiden. Welche Fehler es sonst beim positiven Denken noch gibt bespreche ich hier.

 


Veröffentlicht am: 13.11.2019

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