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07.08.2020

 

 


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Harff trifft: Alexandra Janzen, Poppoetin und Liedermacherin

… mit tiefen Hardrock-Wurzeln

Es gibt Begegnungen, von denen ahnt man noch eine Minute vorher nicht, dass man gleich begeistert sein wird. So ist es mir gerade ergangen. Ich hatte einen Interviewtermin mit einer Alexandra Janzen. Die singt deutsch und was ich vorab hören konnte, nicht mal schlecht. Ich wusste auch, dass sie als Rockröhre zuvor riesige Erfolge selbst in China gefeiert hat.

Die Frage, die ich mir stellte, war, was für eine Frau wird mir gleich im Berliner Privatclub gegenüber stehen. Ist sie eher verbittert, dass sie nicht mehr vor 30.000 sondern vor 50, 60 Menschen singt? Ist sie so ein Wirbelwind wie auf ihren Videos oder braucht sie eine Flasche Schampus, um gut durch das Leben zu kommen?

Und dann war es so weit. Ich traf Alexandra Janzen direkt während des Soundchecks zu ihrem letzten Konzert ihrer ersten Tour als deutsch singende Popmusikerin und Liedermacherin. Da stand eine kleine Frau mit Hut auf der Bühne, die wirklich singen kann, die weiß, was sie tut, die zart und zerbrechlich wirkt. Das soll die Sängerin einer Hardrock-Band gewesen sein, die 37 Jahre alt ist? Schwer vorstellbar.

Dann kam eine Frau voller Fröhlichkeit und Offenheit auf mich zu, wie man es nicht häufig erlebt.
 
Alexandra, wir sind augenscheinlich beide Hutliebhaber. Wie viele Hüte hast Du?
Alexandra Janzen:
Auch wenn ich immer mit Hut auftrete, sind es wirklich nur drei Hüte.

Überall ist zu lesen, dass Du Sängerin einer Rockband warst. Doch der Name der Band ist nirgendwo zu lesen. Ist der geheim?
Alexandra Janzen:
Nein, die Band heißt Alev. Das ist das türkische Wort für Flamme.

Ihr wart, was bei den Namen nicht verwundert, viel in der Türkei. Doch wie kam es, dass ihr auch in China die Bühnen rockten, dort sogar beim Midi Modern Music Festival in Peking, dem größten Musikfestival Chinas die Massen begeisterten?
Alexandra Janzen:
Dafür waren Freunde verantwortlich, die Events organisierten. Es ist ja so, dass man überall Leute aus dem Ausland feiert. Das ist in China genau wie hier so. Wir waren drei Wochen in China unterwegs, traten nicht nur in Peking, sondern auch in Wuhan oder Shanghai auf und das vor 20.00 oder 30.000 Leuten.

Dann stimmt es wirklich, dass Du jetzt als deutsch singende Poppoetin nochmal von Null anfängst? Wobei so ganz von Null wird das ja nicht sein.
Alexandra Janzen:
Ohne viele liebe Freunde, ohne viele Begleiter und ohne Crowdfunding wäre das bis hierher nicht möglich gewesen.

2006 hast Du vor zigtausenden Menschen gesungen. Heute werden es wahrscheinlich nicht einmal 100 sein.
Alexandra Janzen:
Damit habe ich kein Problem. Das habe ich gewusst und mir ja so ausgesucht. Wir hatten eine tolle Tour und ich freue mich auf den heutigen Abend.

Als ich mir einige Videos von Dir angesehen habe, gab es für mich eine Diskrepanz zwischen Deinem Text und Deiner fröhlichen Tanzerei.
Alexandra Janzen:
Ja, ich will nachdenklich machen und gleichzeitig Fröhlichkeit verbreiten. Ich will zur Reflexion anregen. Wir wollen heute immer und überall perfekt sei, immer noch perfekter werden. Ich meine, man muss auch Schmerz fühlen.

Du fühlst auch Schmerz?
Alexandra Janzen:
Selbstverständlich fühle ich Schmerz. Schließlich gibt es in meinem, in wohl jedem Leben krasse Schicksalsschläge. Die machen uns ein bisschen demütig, doch das sollte andererseits kein Grund sein, sich hängen zu lassen.

Wie das geht zeigst Du ja gerade im Mauern-Video. Wo habt Ihr das gedreht?
Alexandra Janzen:
Das ist in Halle-Silberhöhe. Da bin ich ja aufgewachsen.

Der Ortsteil ist ja nicht gerade als Talentschmiede bekannt. Wie begann Dein musikalischer Weg?
Alexandra Janzen:
Bei uns gab es immer Hausmusik, meine Eltern spielten Gitarre. Mit sechs Jahren bekam ich ein Klavier. Dafür verzichteten meine Eltern auf einen Trabant – das war ein Auto in der DDR. Mit 14 sang ich in meiner ersten Band, einer Schülerband.

Du bist eine kleine Person mit einer tollen Stimme. War dann deine Hardrock-Karriere eine gute Schule für Deine Stimme?
Alexandra Janzen:
Ich habe gelernt so zu singen, dass meine Stimme hält.

Du wurdest als Poppoetin angekündigt. Du schreibst also alle Texte selber?
Alexandra Janzen:
Ja, wobei ich mit Freunden, aber auch mit Bauteil3 zusammen arbeite.

Du woher stammt die Musik?
Alexandra Janzen:
Von mir und meinem Klavier.

Gibt es das „Trabi“-Klavier noch?
Alexandra Janzen:
Ich bin gut 20 Mal in meinem Leben umgezogen. Da war mir der Klaviertransport irgendwann zu teuer.

Du lebst jetzt in Berlin?
Alexandra Janzen:
Ja, ich wohne in Steglitz und fühle mich hier wohl wie ein Fisch im Wasser. Wobei ich mir vorstellen kann, an den Stadtrand ins Grüne zu ziehen. So, nun muss ich aber auf die Bühne.

Toi, toi, toi!

Nun folgt ein einstündiges Konzert. Gott sei Dank hat sich der Privatclub einigermaßen gefüllt. Für jeden hat sich ganz sicher der Besuch gelohnt. Alexandra zeigt, wie wandelbar sie und ihre Stimme ist. Mal nur mit dem Keyboard, mal mit ihren beiden Musikern auf der Bühne, erzählt sie mit ihren Songs Geschichten, die eigentlich immer nachdenklich, aber noch viel mehr Mut machen, Lebensfreude verbreiten. Da steht eine Frau auf der Bühne, die zwar zerbrechlich wirkt, aber alles andere als das ist. Nun weiß auch ich, Alexandra Janzen ist ein Ereignis.

Nach dem Konzert treffen wir uns zwischen vielen Selfis noch einmal und ich möchte wissen, was bei ihr nach der gerade beendeten Tour nun passiert. Alexandra noch immer auf Wolke 7: "Es geht weiter, ich schreibe neue Lieder". Sie verrät dann noch, dass sie inzwischen auch für andere Künstler schreibt.

Es bleibt nur für den weiteren Weg das allerbeste zu wünschen und allen zu sagen: Verpasst diese Frau nicht!

Fotos: Helmut Harff

 


Veröffentlicht am: 30.01.2020

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