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Give It A Break

... von dem Hamburger Duo Ivy Flindt


(Daniel Koch) Natürlich ist es kein Zufall, dass Ivy Flindt nun „Give It A Break“ aus ihrem Album „In Every Move“ als Single samt neuer Akustikversion und neuem Video herausbringen.

Das zweite Stück der Platte, die vom Cardigans-Produzenten Per Sunding aufgenommen wurde, ist eine dieser wundervollen Balladen, die zum Markenzeichen von Cate Martin und Micha Holland geworden sind: Sie erscheint vordergründig sanft, schwebt auf einer wundervollen Gitarrenmelodie, die Cates einzigartiger Stimme den perfekten Rahmen bietet – und dann plötzlich knistert es vor Spannung im Song, weil eine Zeile, eine Stimmnuance, ein plötzlich aufbrausendes Gitarrensolo einen Abgrund andeuten, der bedrohlich unter dem Wohlklang lauert. DIE ZEIT nannte das „seelenvolle Stücke, an denen kleine Gewichte hängen“, der Chefredakteur des deutschen ROLLING STONE sprach von „Popsongs, wie in Silber gegossen“. Beides passt perfekt.
 
In „Give It A Break“ geht es um die großen Themen im Kleinen, die dieser Tage noch eine weitere Bedeutungsebene aufmachen. Vor allem der Refrain lässt sich in Teilen als Kommentar zur Zeit lesen: „Give it a break, let it go, let go“, heißt es dort. Und weiter: „Now that you’ve seen what you’re frightened of, don’t fight it, it’s friendly.“ Cate erklärt dazu: „Wir haben das Stück natürlich gewählt, weil es zur gegenwärtigen Situation insofern passt, als dass wir alle mit etwas Neuem konfrontiert werden, das auch Angst machen kann. Und was macht man eigentlich, wenn eine Routine nicht mehr greift oder schlichtweg versagt? Das gibt einem eben auch die Möglichkeit, sich zu besinnen und Auswege oder neue Wege zu finden.“

Das war dann zwangsläufig auch die Arbeitsdevise für das poetische, bildgewaltige Video zu „Give It A Break“. Wie schon beim Clip zu „When You’re Not Around“ arbeitete das Duo aus Hamburg mit dem in Los Angeles lebenden Musiker und Videokünstler Peter Winfield (der zum Beispiel den Clip zu Didos „Hurricanes“ machte) zusammen. Eigentlich wollten Ivy Flindt auch dort mit ihm drehen. Da das nun nicht ging, plante man um, modifizierte das Konzept und holte im heimischen Hamburg Ariane von Bethusy-Huc an der Kamera dazu.

Nicht nur in Anbetracht der eingeschränkten Reise- und Produktionsmöglichkeiten ist das Ergebnis spektakulär. Während andere Künstler wie Thao & The Get Down Stay Down oder Charli XCX ihre Bildsprache ins Drinnen und somit in Richtung Zoom- oder Skype-Ästhetik verlegen, ist „Give It A Break“ von Ivy Flindt die Gegenoffensive: eine bildgewaltige Collage aus über 1.000 Szenen, die fast alle im Draußen zu verorten sind. Viele davon stammen aus der gewaltigen Sammlung Winfields, einige aus eigenen On-the-Road-Aufnahmen der Band und die verbindenden Elemente mit Cate und Micha im Bild wurden nach langem Location Scouting in der Nähe von Hamburg gedreht. „Die Regie erfolgte bei all dem sozusagen über WhatsApp und Skype-Telefonate“, erzählt Micha. „Pete wollte für die Aufnahmen von uns eine Natur-Kulisse, die eine große Weite ermöglicht, ohne dass man Elemente von Zivilisation im Bild sieht. Und im Kontrast dazu Bilder, die nah sind. Diese Einstellungen jetzt im Video zu sehen, mag gerade bisweilen schmerzhaft sein, sie schüren vielleicht eine gewisse Wehmut, aber trösten auch.“ Und Cate ergänzt, in einem Satz, der wie eine Songzeile klingt: „Wir haben uns gemeinsam überlegt, wie wir diese Musik in Bildern auf Reisen schicken können.“

Wenn man sich das fertige Video nun anschaut, wirkt es tatsächlich wie eine Einladung zur Weltflucht. Aber wie man es von Ivy Flindt kennt, gibt es hier keinen Eskapismus, sondern eine Art essayistischen Bilderreigen, der zwar die eigenen vier Wände, in denen man gerade so viel Zeit verbringen muss, sprengt, dabei aber auch einlädt, sich existenzialistischen Fragen zu stellen. „Diese massiven Wolkenbewegungen, die oft im Bild sind“, so Cate, „oder die Elemente wie Wasser und Wind, mit denen man im rasenden Tempo konfrontiert wird, werfen ja immer die Frage auf: Wie verorte ich mich eigentlich als Mensch zwischen diesen gewaltigen Kräften?“

So sind das Video, die Message und die Musik von „Give It A Break“ selbst am Ende eine euphorisierende und zugleich bittersüße Erfahrung – auch für Ivy Flindt. Zwar haben sie der jetzigen Situation ein wundervolles Video abgetrotzt, aber sie war natürlich – wie für viele Künstlerinnen und Künstler – wie ein Druck auf die Pause-Taste für den weiteren Karriereverlauf. „Eigentlich wären wir gerade viel unterwegs gewesen“, erklärt Micha. „Wir haben unser Live-Set-up noch einmal neu justiert, viel geprobt, waren sehr glücklich mit dem Ergebnis und saßen sozusagen auf gepackten Cases.“ Und zwar für eine Reise, die beweist, dass Ivy Flindt mit ihrem Album, ihrem Charisma und ihren Live-Qualitäten das Zeug haben, ein echter Grower zu werden. Eigentlich hätten sie nämlich auf den wichtigen Showcase Festivals SPOT und Great Escape vor internationalen Bookerinnen und Bookern spielen sollen und sogar an der vielleicht wichtigsten Adresse für Acts, die international funktionieren wollen: der MUSEXPO in Los Angeles.

Aber, so sagt es Cate sehr treffend: „Wir arbeiten einfach weiter. Mit jeder Faser unseres Körpers in jede Richtung – für unsere Vision.“ Und deshalb werden sie auch in naher Zukunft sicher wieder und wieder zeigen, dass sie auf ihre intuitive, hoch kreative Weise neue Wege finde, das Beste aus einer schwierigen Situation zu machen: nämlich Kunst, die Herz und Kopf zugleich erreicht, Fragen aufwirft und dabei Hoffnung spendet.

 


Veröffentlicht am: 15.05.2020

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