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Und alle Lust…

... im Schloss Agathenburg

Lust ist ein existentiell menschliches Gefühl. Ob es sich um die sexuelle Lust, das lustbetonte Essen oder einen ausfüllenden Job handelt, bedeutet es, sich mit Hingabe etwas zu widmen und mit allen Sinnen in der Jetzt-Zeit zu sein.

In der Ausstellung „Und alle Lust…“ befassen sich sechs Künstler*innen mit dem Phänomen Lust im Kontext von künstlerischem Schaffen, motivierender Vermittlung und der aktiven Betrachtung von Kunst.

Es wird gefragt, wie Lust entsteht und ob sie als eine von innen kommende Motivation zwingend für das künstlerische und forschende Arbeiten ist und welche Rolle sie beim Betrachten von Kunstwerken spielt.

Zugleich ist in jedem künstlerischen Schaffensprozess auch die Krise immanent, die im Moment als Unlust empfunden werden kann. Der Soziologe Ulrich Oevermann beschreibt diese Form der Krisen, die sich einstellen, wenn man sich mit etwas zweckfrei und um seiner selbst willen beschäftigt, wie es für die künstlerische Arbeitsweise typisch ist. Andererseits ist oft auch erst eine Krise der Motor für das künstlerische Arbeiten. In der Krise werden Dinge anders wahrgenommen und hinterfragt und sie fordert auf, die eigene Arbeit, eigene Interessen und Motive neu zu sortieren und wieder ‚begreifbar‘ zu machen. Insofern kann künstlerisches Schaffen als beispielhaft für den Umgang mit Dualitäten, mit Lust, Freude und Glücksgefühlen einerseits und Blockaden, Unerwartetem und Krisen andererseits gelesen werden.

Auch das Betrachten von Kunstwerken kann als unlustig oder krisenhaft empfunden werden, wenn diese nicht verständlich erscheinen. An dieser Stelle setzt die Rolle der Kunstvermittlung ein, die eine Brücke zwischen dem Werk und seinen Betrachter*innen schlägt und vielfältige Kommunikationsprozesse initiiert. Fragen zur Vermittlung wurden in der Konzeption der Ausstellung von Anfang an mitgedacht.

Den wesentlichen Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung für die Ausstellung „Und alle Lust…“ bilden die Architektur des Schlosses, seine Ausstattung und die besondere Atmosphäre. Ähnlich dem Prinzip der Kunst- und Wunderkammern der Renaissance und des Barocks, Objekte verschiedener Kategorien gleichwertig nebeneinander zu versammeln, werden in der Ausstellung Malerei, Objekte, Grafik, Film und Installationen in Zusammenhang gebracht, aber auch Dinge, die während des Ausstellungszeitraums von den Besucher*innen entwickelt werden. So entstehen Bezüge vielfältiger Art, die sich aus den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten ergeben. Die Ausstellung lädt dazu ein, mit den eigenen kreativen Impulsen ein Teil des Gesamtkunstwerks zu werden. Mitmachen ist also ausdrücklich erwünscht! Wer hat Lust?

Kunstvermittlung

Vernissage: Samstag, 4. Juli
Sofern eine Eröffnungsveranstaltung möglich ist, wird ihre genaue Gestaltung kurzfristig den gültigen Corona Bestimmungen angepasst.

Gleiches gilt für die weiteren Vermittlungsangebote, diese finden abhängig von der aktuellen Pandemielage statt.

FamilienKunstTag: Sonntag, 30. August, 15:00 – 17:30 Uhr
Titel: Voll Wunder ist die Lust des Sammelns!

Führung zur Ausstellung: Sonntag, 30. August um 18:00 Uhr

After-Work-Führung: Donnerstag, 3. September, 17:30 Uhr – 18:30 Uhr

Werkstatt für Kunst & Fotografie: Samstag, 12. September, 11:00 – 15:00 Uhr
Titel: Die Lust der Täuschung

Die Künstlerinnen und Künstlern

Melas Eichhorn (*1969, München) studierte Malerei in Karlsruhe. 2003 erhielt er das Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg. 2009 nahm er am Goldrausch Künstler*innenprojekt der Stadt Berlin teil und war für den Kunstpreis Nordwest der Kunsthalle Wilhelmshaven nominiert.

Melas Eichhorns Installationen komponieren unterschiedliche Materialien, Natur- oder Werkstoffe wie Steine, Glas, Holz, oder auch gefundene Gegenstände in einen poetischen Zusammenhang. Formale Kriterien wie auch die Beschaffenheit des Materials werden genau untersucht und in eine Form gebracht, die sich immer auf den konkreten Raum, in dem die Arbeit präsentiert wird, bezieht. So sind seine Wand- und Bodenarbeiten als Kunstwerke im herkömmlichen Sinne zwar meist klar erkennbar, denn es handelt sich oft um Zeichnungen, Malereien und kleinere Skulpturen, die über die Referenz zum Ausstellungsraum vom Betrachtenden jedoch erst erschlossen werden müssen. Eine ihnen gewisse innewohnende Sprödigkeit oder Sperrigkeit zu überwinden, heißt die Krise vor dem Kunstwerk in eine lustvolle Auseinandersetzung zu überführen.

Tanja Hehmann (* 1974, Bielefeld) lebt und arbeitet in Hamburg. Sie studierte Kunst und Germanistik an der Universität Paderborn. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Malerei, umfasst aber auch Grafik und Installation. Ein experimenteller, forschender Umgang mit dem jeweiligen Medium geht mit themen- und ortsspezifischen Herangehensweisen einher. Tanja Hehmanns Malerei lotet den Grat zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion immer wieder neu aus. Für die Ausstellung „Und alle Lust…“ werden Werke aus der Epoche des Barock mit zeitgenössischen Mitteln neu befragt: Ein nahezu wandfüllendes Gemälde, das im Herrschaftssaal des Schlosses gezeigt wird, basiert auf der Komposition mehrerer barocker niederländischer Stillleben auf einer langen Tafel. Deren opulente Arrangements lösen sich jedoch in gestischen, eruptiv wirkenden Farbexplosionen auf. Weitere Arbeiten auf Papier nehmen Bezug auf barocke Embleme: Im lustvollen Spiel mit dem Zufall und in der Kombination verschiedener Techniken entwickelt Tanja Hehmann subjektive Sinn-Bilder rätselhaften Charakters.

Andrea Freckmann
studierte zwischen 2005 – 2010 Bildende Künste an der Royal Academy of Art, The Hague, Niederlande. In Andrea Freckmanns Malerei verflechten sich Realität und Fiktion über den Aspekt des Theatralen, indem sie Versatzstücke des Ortes, an dem ihre Arbeiten gezeigt werden, in ihren Malereien verarbeitet. Sie porträtiert Objekte, Personen und Ereignisse aus der unmittelbaren Umgebung – in diesem Fall das Schloss Agathenburg -, die sie in ein neues, teils fiktives Spiel miteinander verknüpft. Dazu erstellt und bearbeitet sie Objekte, die in ihren Ausstellungsdisplays wiederum in Kommunikation mit der Malerei treten. Aus dieser im künstlerischen Schaffensprozess lustvollen Verzahnung von Theater, Fotografie, Film und autobiographischen Narrativen erwachsen Ideen für unterschiedliche, aktivierende Methoden der Vermittlung, die über reines schauendes Rezipieren hinausgehen: kreatives Schreiben, Stehgreiftheater und die Herstellung von Requisiten, die performativ eingesetzt werden können.

Karin Missy Paule Haenlein (*1971, Mainz) studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Sie stellt räumliche Situationen her, die den/die Betrachter*in durch die Funktion und Gestaltung des Raumes körperlich und aktiv mit einbeziehen. Die zusätzlich eingesetzten Medien wie Film, Fotografie oder Zeichnung sind das kommunikative Element zwischen Betrachter*in und Werk. So entstehen in situ Momente, die den/die Betrachter*in seine Handlungen und Haltungen bewusst werden lassen.

Jan Köchermann (*1967, Lüdenscheid) studierte an der HAW und an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seine Arbeiten lassen durch Raumkonstruktionen Orte und Situationen entstehen, die von einer anderen Welt erzählen. Als Betrachter*in taucht man in eine konstruierte Realität ein, in dessen Geschichte man verführt wird. Trotz der Offensichtlichkeit der Geschichtenerzählung, welche durch die kulissenartigen Aufbauten deutlich bleibt, verliert man sich gerne im Zwischenraum zwischen erfundener Realität und Wirklichkeit.

Karin Missy Paule Haenlein und Jan Köchermann entwickeln für die Ausstellung „Und alle Lust…“ gemeinsam eine Rauminstallation, die in Anlehnung an die Wunderkammern aus der Spätrenaissance und dem Barock verschiedene Objekte vereint, die sich mit dem Schloss, dessen Geschichte und heutiger Nutzung auseinandersetzen. Hierbei ist Lust und Unlust als motivierendes Moment im kreativen Schaffensprozess Untersuchungsgegenstand der gemeinsamen Arbeit.

Nina Wengel (* 1979, Aarhus, Dänemark) schloss ihr Studium der Bildenden Künste an der Royal Danish Academy in 2008 ab. Sie lebt und arbeitet heute in Svendborg, Dänemark. Die Künstlerin arbeitet in vielen verschiedenen Medien, die von zeitgenössischer Landschaftsmalerei, die sie in ortsspezifische Installationen mit Wandmalerei erweitert, bis hin zu sogenannten Lichtheilungsveranstaltungen reichen. Diese realisiert sie manchmal unter dem Namen GOOD WORK Productions, wobei es sich um eine selbst erfundene Organisation handelt, die sich durch den Einsatz von Kunst für eine Verbesserung der Atmosphäre im öffentlichen Raum, für zwischenmenschliche Beziehungen der Gesellschaft und des Universums einsetzt. Im Schloss Agathenburg wird GOOD WORK Productions das Thema Lust im Sinne seiner Bedeutung von Genuss, Begeisterung und Glücksgefühl reflektieren.

Öffnungszeiten
Di- Fr: 14 – 18 Uhr
Sa, So, Feiertage: 11 – 18 Uhr
Gruppen zusätzlich nach Anmeldung
Eintritt € 4,- / erm. 2,- / bis 18 Jahre 0,50

Schloss Agathenburg
Anne Rosenfeld
Tel.: 0 41 41.6 40 11
www.schlossagathenburg.de

Foto: Prolog am Theater (Gastspiel), Andrea Freckmann, 2019
Riccamente Imbandito, Tanja Hehmann, 2018

 


Veröffentlicht am: 01.06.2020

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