Aufgespießt: Advent, Advent, das vierte Lichtlein brennt

(Helmut Harff / Chefredakteur) Nun ist es wie jedes Jahr: Es ist vierter Advent und auf der Liste mit den zu Beschenkenden ist noch kaum ein Name durchgestrichen. Wie immer steht man vor der schwierigen Frage: Was schenkt man wem? Der Eine hat schon alles, der Andere kann sich alles selber kaufen, der Dritte ist sehr schnell verärgert und dem Vierten will man eigentlich gar nichts schenken. Wenige Tage vor Weihnachten ist da nicht nur guter Rat teuer.

Sicherlich, in den Geschäften sind die Regale besser gefüllt als der eigene Geldbeutel. Doch sich jetzt ins Getümmel stürzen, von Laden zu Laden hetzen und doch nicht wirklich zufrieden zuhause die zahlreichen Tüten ausleeren? Sicherlich ist man wieder fündig geworden und hat diesmal sogar Klassiker wie Krawatten, Socken und Deo vermieden, doch ist das Weihnachten, ist das Schenken aus Freude? Das ist doch viel mehr Krampf, viel mehr Pflicht.

Und was schenkt man, wenn man eigentlich nichts schenken kann? Die Frage stand in der Familie im Raum: Ein Angehöriger feiert Weihnachten auf Staatskosten in Afghanistan. Der Familienrat tagte und beschloss, wie backen wie früher Plätzchen, schenken Gutscheine für die Zeit nach dem Einsatz, basteln etwas Persönliches. Gesagt, getan. An einem Sonnabend verwandelte sich eine Wohnung in eine Back- und Bastelstube. Auf dem Computer wurden die Gutscheine entworfen, in der Küche mehrere Bleche Plätzchen gebacken. Schließlich mussten die ja vor ihrer weiten Reise eingehende Geschmackstests überstehen. Am Ende war die Wohnung leicht renovierungsbedürftig, alle waren satt und glücklich und auf den Gesichtern spiegelte sich so etwas wie vergnügte Weihnachtsstimmung. Das ganz persönliche Weihnachtspaket der Familie konnte auf die Reise Richtung Hindukusch gehen.

Mein Tipp: Schenken Sie Zeit und schenken Sie Liebe. Schenken Sie Hingabe und etwas von Ihrem Herzen. Egal, ob Sie dafür Dank und Anerkennung ernten, egal ob Ihr Geschenk für zu gering eingeschätzt oder hoch geachtet wird, Sie haben sich damit schon ein Geschenk gemacht. Das ist zumindest viel besser, als sich an den Tagen vor Weihnachten ziemlich chaotisch von Geschäft zu Geschäft auf Geschenkejagd zu begeben.

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