Aufgespießt: Wenn einer eine Reise plant...

(Helmut Harff / Chefredakteur) Urlaub ist für die meisten Deutschen ein, wenn nicht der wichtigste Termin des Jahres. Deshalb verwenden sehr viele Menschen auf die Urlaubsvorbereitung mehr Zeit, als für den eigentlichen Urlaub. Sieht man sich auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin um, so hat man den Eindruck, die reiselustigste Nation der Welt ist bei der Auswahl ihrer Reiseziele wählerischer als bei der Job- oder Partnersuche.

Punkt eins, und damit erster Streitpunkt in der Familie, ist die Auswahl des Reiseziels: Berge oder Meer, Großstadtdschungel oder Wüste Gobi, gefährlich wie Afghanistan oder sicher wie die Lüneburger Heide - die Bandbreite der Urlaubsziele ist genauso vielfältig, wie die Reisearten. Viele ITB-Besucher sind auf der Suche nach d e m Pauschalangebot - all inklusiv mit Sonnengarantie und deutschem Bier. Anderen kann es nicht authentisch genug sein und wieder andere wollen den perfekten Mix. Immer größer wird die Gruppe derer, die ihren Urlaub ganz individuell planen.

Auf der größten Tourismusmesse des Landes findet sicherlich jeder etwas, was zumindest seinen Vorstellungen vom perfekten Urlaub sehr nahe kommt. Ja, wenn nicht jeder, der mit auf Reisen kommen will oder soll, so seine eigenen Vorstellungen vom perfekten Urlaub hätte. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Urlaubsanbieter ebenfalls so ihre eigenen Vorstellungen davon haben, wie ein perfekter Urlaub aussehen muss.

Vor dem Buchen des Urlaubs hat der Gott des Reisens noch eine Hürde aufgebaut - den Reisepreis. Beim Versuch, diese Hürde elegant zu überspringen, stolpern viele. Erneut beginnt - nun allerdings schon deutlich weniger relaxt - der oben geschilderte Kreislauf. Kein Wunder, dass sich viele dann für ein Ziel entscheiden, das schon seit Jahren oder gar seit Generationen d i e Urlaubsdestination der Familie ist.

Das so eine Planung deutlich anstrengender sein kann, als der eigentliche Urlaub, ist den ITB-Besuchern spätestens nach einigen Stunden Messe-Rundgang deutlich anzusehen. Bepackt mit zig Katalogen und mehr oder weniger sinnvollen "Geschenken" brauchen die Messebesucher vor allem eins - Urlaub.

Mein Tipp: Machen Sie die Urlaubsplanung zu einem Event, genießen Sie die Vielfalt der Angebote und versuchen Sie die Fallstricke der Kataloge zu erkennen. Eines sollten Sie immer bedenken: Den perfekten Urlaub gibt es nicht. Lassen Sie etwas Raum für Überraschungen. Dann macht der Urlaub so richtig Spaß - von der ersten Überlegung bis zum Fotobuch einige Wochen nach der Reise.

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