Schmerzfrei von 0 bis 100

Rückenschmerzen gelten als Volkskrankheit Nummer eins. Da in jedem Alter unterschiedliche Beschwerden auftreten können, widmet sich der diesjährige Tag der Rückengesundheit am 15. März 2012 mit dem Motto „Rückengesund in jedem Alter“ genau diesem Phänomen.

„Von leichten Verspannungen bis hin zu einschränkenden Erkrankungen wie beispielsweise Bandscheibenvorfällen bietet die Wirbelsäule eine große Angriffsfläche“, weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga. Er erklärt, welche Einflüsse im Laufe des Lebens auf Knochen und Rücken wirken und wie Betroffene das Risiko für Schmerzen in diesem Bereich vermindern.

Aktivität in den ersten Lebensjahren

Da sich Menschen bis zum zwanzigsten Lebensjahr in der Wachstumsphase befinden, bedarf der Rücken in dieser Zeit besonders viel Beachtung. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich der Körper, legt an Gewicht zu und die Wirbelsäule trägt mehr Last. Um daraus resultierenden Beschwerden vorzubeugen, gilt es, gerade in den ersten Lebensjahren das Rückgrat ausreichend zu bewegen. „Durch vielseitige Aktivitäten wie beispielsweise in der Krabbelgruppe und später beim Sport im Verein bereiten Kinder und Jugendliche ihren Wirbelapparat auf Belastungen vor“, weiß Dr. Schneiderhan. So vermindert sich das Risiko, im Alter an Haltungsschäden zu leiden. „Eltern rate ich daher immer, ihre Kinder von Beginn an zum aktiven Spielen zu motivieren und gleichzeitig rückenfreundliches Sitzen, Tragen und Liegen vorzuleben“, betont der Experte.

Rückenschonende Kräftigung

Mit steigendem Alter kommen Verschleißerscheinungen der Knochen und Bandscheiben hinzu. „Damit daraus resultierende Schmerzen gar nicht erst auftreten, sollten Erwachsene im täglichen Leben darauf achten, ihren Rücken einerseits zu kräftigen und andererseits nicht zu stark zu belasten“, sagt Dr. Schneiderhan. Ob während der Arbeit, in der Freizeit oder im Schlaf: Einseitiger Druck auf Bandscheibe und Wirbelkörper schwächt den Rücken. Während langer Sitzzeiten im Büro daher immer mal wieder die Position verändern. Nachts entlasten Kissen unter den Knien oder direkt an der Lendenwirbelsäule den Rücken. „Auch hier gilt Bewegung als A und O. Betroffene kräftigen aktiv ihren Rücken durch schonende Sportarten wie Schwimmen oder Gymnastik“, erklärt der Wirbelsäulenspezialist.

Bewusste Ernährung

Im Seniorenalter verändert sich die Knochenstruktur zunehmend, daher bleibt es besonders für Ältere unabdinglich, durch gesunde Ernährung abbauenden Prozessen entgegenzuwirken. Kalziumhaltige Kost mit Milch und Joghurtprodukten sowie ausreichend Gemüse und Vitamin K unterstützen den Körper beim Aufbau von Knochenmaterial. Umso besser, wenn bereits in jungen Jahren eine ausgewogene Ernährung auf dem Programm steht. Überdies setzen sich Verschleißerscheinungen wie Arthrose im Alter weiter fort. „Zusätzlicher Muskelaufbau durch physiotherapeutische Maßnahmen sowie leichtes Gerätetraining nimmt die Last von den Wirbeln“, erklärt Dr. Schneiderhan. In jedem Fall lohnt es sich, das eigene Leben von der Kindheit bis ins hohe Alter rückenfreundlich und gleichzeitig aktiv zu gestalten.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

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