Blauer Samt und filigrane Hand

... zeigt Jorge Pereira

Jorge Pereira (39) ist Maler und Verputzer. Er hat eine ruhige Hand und geht behutsame mit Pinsel und Farbrolle um. Dabei ist er Kampfsportler, sogar deutscher Vizemeister und German-Cup-Gewinner 2015 im Kickboxen. In Grandula/Portugal geboren und aufgewachsen meldete er sich freiwillig zu einer Spezialeinheit der Marines. Als seine Frau Vanda Nunes schwanger wurde, entschied Jorge sich für Familie und begann in Portugal mit der Ausbildung als Maler und Verputzer, die er in Deutschland beendete.

Seit 18 Jahren übt er nun diesen Beruf aus. Er war schon auf vielen Baustellen im Rhein-Main-Gebiet. Doch besonders aufgepasst hat er bei seinem Auftrag im Schloss Johannisberg im Rheingau. Ein Monument, das Jorge Pereira beeindruckt hat. „Hier musste ich besonders vorsichtig sein, keine „Nasen“ und Farbkleckse durfte man sehen, alles musste so sein, wie man sich ein Märchenschloss vorstellt.“, so Pereira.

Für das Fotoshooting der Kampagne Kleider machen Leute, das gegenüber der Alten Oper Frankfurt, auf der Baustelle des neuen Luxus-Hotels von Fotograf Nikita Kulikov durchgeführt wurde,  zog Jorge Pereira einen blauen Samtsmoking und eine rosa Fliege des bekannten Maßschneiders Stephan Görner an. Farben sind nicht nur auf der Palette eine Leidenschaft, auch im richtigen Leben mag es Jorge gern bunt. Er freut sich über den eleganten Zwirn, der einen Wert von knapp 1.000 Euro hat und den er behalten darf. Er wird den Smoking am 21. November auch auf der Charity-Gala Kleider machen Leute im Hotel Kempinski tragen, wenn die Kampagne ihren krönenden Abschluss findet.

Die Initiatoren der Aktion setzen mit der außergewöhnlichen Fotoserie zwölf unterschiedliche Berufsgruppen und deren ausübende Vertreter in Szene, die am Arbeitsplatz keinen Anzug tragen. „Diese Menschen stehen nicht auf der Sonnenseite des Lebens und erhalten für die schwere Arbeit kaum öffentliche Aufmerksamkeit. Wir hoffen, dass diese Berufsgruppen durch die Kampagne Wertschätzung und Respekt erfahren und gleichermaßen gewürdigt werden, wie andere Berufe,“ sagt Sven Müller.

„Personen in schicken Anzügen werden doch ganz anders wahrgenommen. Leider besteht immer noch ein großer Unterschied in der Behandlung von Menschen.“ Dies wollen wir ändern sagt Stephan Görner und fügt hinzu: „Durch unsere Kampagne haben wir extrem viel Aufmerksamkeit erregt und freuen uns über die positive Resonanz. Es wäre wünschenswert, dass sich das Bild in der Öffentlichkeit nun ebenfalls verändert und die von uns gezeigten Berufsgruppen Anerkennung für ihre Tätigkeiten und Leistung erhalten.“

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