Aufgespießt: Der heilige Geist

... nicht nur zu Pfingsten so ein Problem

Pfingsten, das ist der für nicht bibelfeste Menschen der merkwürdigste und unverständlichste der christlichen Feiertag. Bei Wikipedia erfährt man, dass im Neuen Testament in der Apostelgeschichte erzählt wird, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem versammelt waren. Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

Was da passiert ist, ich kann es nur schwer nachvollziehen. Da kam Feuer vom Himmel und danach sprachen alle in verschiedenen Sprachen. Was hat sich Gott dabei gedacht? Es ist doch viel einfacher die Botschaft der Bibel zu verbreiten, wenn alle die gleiche Sprache sprechen würden. Es hätte doch viel mehr Sinn gemacht, wenn Gott dafür gesorgt hätte, dass alle wieder die gleiche Sprache sprechen. Da hatte es sich Gott wohl einfach gemacht und nicht über die gesamte Menschheit, sondern nur über einige wenige den heiligen Geist ausgegossen. Deshalb müssen wir heute im Sprachunterricht Vokabeln büffeln. Vielen Dank auch dafür.

Doch der heilige Geist hat für mich noch ein anderes, ein rundes, verschmitzes Gesicht. Ich meine den Alois Hingerl, den Dienstmann Nr. 172 vom Hauptbahnhof München. Der hatte sich während seines irdischen Daseins augenscheinlich nicht viel zu Schulden kommen lassen und durfte in den Himmel. Da sollte er auf sein geliebtes Bier verzichten und sich mit himmlischen Manna begnügen und dabei auch noch frohlocken und Hallelujah singen.

Das passte dem alten Grandler nun überhaupt nicht. Das sah man auch im Himmel und schicke ihn wieder auf die Erde. Sein Auftrag war, der Bayerischen Regierung die göttlichen Eingebungen zu überbringen. Wie wir wissen, ist das nicht geschehen, denn der Weg des ungewollten Engels führt am Hofbräuhaus vorbei. Da trank er nicht nur eine Maß.

Eine schöne Geschichte, die wie kaum eine andere zu Pfingsten passt. Augenscheinlich ist das mit dem heiligen Geist so eine Sache. Den Menschen die zu überbringen, scheint bis heute das große Problem zu sein. Ein Problem, das augenscheinlich Gott und all seine himmlischen Herrscharen nicht in den Griff bekommen.

Das finde ich nun bedauerlich. Es wäre doch nun wirklich mal an der Zeit, dass der heilige Geist uns alle erreicht und zur Vernunft bringt. Und wenn das wirklich zu viel ist, dann kann man da oben (oben?) sich doch mal wenigstens dazu aufraffen, über mich den heiligen Geist auszugießen. Dann würde es mir nicht so schwer fallen, einen hablbwegst vernünftigen Text zum Thema Pfingsten zu verfassen.

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