Morgengruß von Helmut Harff: Handarbeit

Strom sparen einmal anders…

Energieeffizienz war seit Jahren das Thema, wenn es um Haushaltsgerätschaften ging. Selbst Elektromesser oder elektrische Dosenöffner wurden mit Energieklasse AAA+++ angeboten. Doch all diese Helferlein einte eben eins – sie verbrauchten elektrische Energie und waren relativ schnell defekt.

Bei einem Gang durch die Ambiente, der führenden Messe rund um den Haushalt in Frankfurt/Main standen die Energielabels weit weniger im Fokus, als das sonst zu beobachten war. Vielleicht ist einfach alles ausgereizt. Fünffach „A“ ist einfach Unsinn. Irgendwann kann man keine Energie mehr sparen.

Das kann man wirklich nicht. Ganz im Gegenteil, der Einsatz von Energie steht wieder hoch im Kurs. Gemeint ist die eigene Energie. Handarbeit ist angesagt. Nein, den guten alten Bohnerbesen oder die Teppichrolle mit Handbetrieb habe ich (noch) nicht gesehen. Dafür wurden mir Brotschneidemaschinen, Fleischwölfe und Reiben vorgeführt, wie sie schon meine Großmutter benutzten. Muskelkraft ist wieder gefragt. Die Dinge sahen auch so aus, als ob die wieder über Generationen halten.

Handarbeit ist auch wieder von allen gefragt, die ihre hochwertigen Messer schärfen wollen. Wer die nicht zum Fachmann bringen will – und wo gibt es die gelernten Messerschärfer noch –  muss selbst zum Schleifstein greifen. Wobei man erst einmal lernen muss, wie man seine Supermesser auch wieder super scharf bekommt. Ein Naturtalent ist hier genauso selten, wie ein Superkoch, der ohne Vorbildung ein Rinderfilet perfekt hinbekommt.

Auch den Herstellern der unzähligen Kaffeemaschinen droht ungemach. Warum? Weil auch hier der Trend zur Technologie aus Omas Zeiten geht. Man nehme eine Kaffeekanne, einen Kaffeefilter, Kaffee und kochendes Wasser. Mit wenig Übung gelingt ein Kaffee, der jede Brühung aus einer Maschine in den Schatten stellt.

Mit Handkraft werden auch mehr und mehr Reiben und Gewürzmühlen betrieben. Es ist auch irgendwie unsinnig, solche leicht zu bedienenden Gerätschaften mit einem Motor auszustatten und dann mit einer Batterie oder Strom aus dem Netz zu betreiben.

Mich hat allerdings gewundert, dass niemand mit dem Thema Energie- und Ressourceneinsparungen diese handbetriebenen Produkte bewirbt. Nicht das ich das gut finden  würde, doch naheliegend ist das. Den Trend weg davon, dass jedes Gerät in der Küche einen Stromanschluss oder ein Batteriefach haben muss, finde ich gut. Mal wieder die selber Hand anzulegen – warum nicht. Handbetriebene Geräte sind im Vergleich zumeist billiger und haltbarer. Wenn man dann auch noch weniger Batterien oder Strom aus der Wand benötigt, ist doch alles gut.

Ich mach jetzt erst einmal mit meinen Händen das Frühstück.

Ich wünsche allen ein genussvolles Frühstück.

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