Wirtschafts-News vom 7. Juli 2017

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wenn Flugzeuge zur Landung ansetzen.  Schon fast atemberaubend ist es, wenn ein Riesenvogel vom Typ Airbus A380 im Landeanflug ist. Obwohl die Maschinen dabei zwischen 250 und 300 km/h schnell sind, wirken sie fast so, als ob sie im Schneckentempo vom Himmel herabsinken.

Zu den Fluggesellschaften, die solche Maschinen besitzen, gehören Air France und Singapore Airlines. Besitzen ist in dem Fall tatsächlich der richtige Begriff, denn zumindest neun A380 Maschinen dieser beiden Gesellschaften stehen im Eigentum einer deutschen Unternehmensgruppe, der Dr. Peters Holding GmbH, die Flugzeugfonds für Anleger aufgelegt hatte. Vier Leasing-Verträge von Singapore Airlines laufen demnächst aus und im Moment sieht es so aus, als ob  die Fluggesellschaft diese Maschinen zurückgeben wird. Was passiert dann mit den Flugzeugen? Anselm Gehling, Geschäftsführer von Dr. Peters.

Anselm Gehling:    
Derzeit suchen wir gemeinsam mit unserem Re-Marketing-Partner Airbus Group nach einer Möglichkeit für ein Anschlussleasing. Dazu laufen aktuell Gespräche mit verschiedenen Airlines. Es gibt auch interessierte Airlines, die einen Kauf der Flugzeuge favorisieren, so dass wir uns auch das ebenso gut vorstellen können. Entscheidungen müssen wir in Abstimmung mit unseren Anlegern treffen.  Sollten diese beiden Möglichkeiten nicht zu rentablen Ergebnissen führen, kommt schließlich auch ein so genanntes Part-Out in Betracht. Hierbei handelt es sich insbesondere um die wertbeständigen Teile wie Trieb- und Fahrwerke, Hilfstriebwerke und die gesamte Kabinenausstattung.

Wieso macht es denn eigentlich Sinn, einen A380 in Einzelteilen zu verkaufen, statt als flugfähige Maschine?  
Anselm Gehling:   
Es gibt eine hohe Nachfrage nach Einzelteilen wie besagten Triebwerken oder auch Fahrwerken. Wir erwarten für den Fall des Part out eine größere Nachfrage und demgemäß eine größere Angebotsvielfalt gegenüber dem vollständigen Verkauf der Flugzeuge. Das liegt insbesondere daran, dass Airlines, die den  A380 bereits in ihrer Flotte haben, mangels Alternativen auf neue Ersatzteile angewiesen sind.

Die Flugzeuge von Singapur Airlines haben ein Durchschnittsalter von derzeit 7 Jahren und 8 Monaten, eines der jüngsten der Branche.
Anselm Gehling:    
Das Durchschnittsalter der Flugzeuge von Singapur Airlines ist in diesem Fall nicht entscheidend. Singapur Airlines erhält in den kommenden zwölf Monaten fünf neue A380, sieht aber aufgrund es rückläufigen Passagieraufkommens  keine Möglichkeit, die Flotte auszubauen.

Klar ist, dass eine Zerlegung der Maschinen sicherlich ultima ratio ist. Verständlich ist aber auch, dass die Anleger kein Interesse an einem Verlust haben.

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