Wirtschafts-News vom 17. August 2017

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Die Diskussion um Fahrverbote und Nachrüstungen für Diesel-Fahrzeuge greift nach Auffassung des Deutschen Verbandes Flüssiggas e.V. (DVFG) zu kurz. Für schnelle Fortschritte bei der Luftreinhaltung werde eine breit angelegte Strategie benötigt, die das Potenzial aller unmittelbar zur Verfügung stehenden Alternativen besser ausschöpfe.

"Im Test unter realen Fahrbedingungen hat sich gezeigt: Mit Autogas fiel die Stickoxid-Belastung bis zu 51mal niedriger aus als bei einem vergleichbaren Diesel-Fahrzeug. Im Vergleich zum Benzin-Betrieb wiederum sank der Partikelausstoß um bis zu 99 Prozent - Autogas bietet damit gleich zwei zentralen Herausforderungen der Luftreinhaltung Paroli", erläuterte man beim Verband. Mit über 7.100 Tankstellen sei Autogas der einzige Alternativkraftstoff, der in Deutschland über eine lückenlose Infrastruktur verfüge. Der Deutsche Bundestag habe den umweltpolitischen Beitrag von Autogas mit der Verlängerung des Steuervorteils Anfang Juni bereits anerkannt. "Wir appellieren an die Bundesregierung, auch Gasantrieben die Vorteile einzuräumen, die der Gesetzgeber bisher allein Elektromobilen gewährt. Eine Kaufprämie für neue Autogas-Fahrzeuge würde einen entscheidenden Impuls in Richtung der Automobilhersteller senden", erklärte man. Flüssiggas (LPG) besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen und wird bereits unter geringem Druck flüssig. Der Energieträger verbrennt CO2-reduziert und schadstoffarm.

Die Deutsche Post DHL Group und Ford haben in Köln ihren gemeinsam produzierten E-Transporter vorgestellt. Basis des Fahrzeugs, das unter dem Namen "StreetScooter WORK XL" eingeführt wird, ist ein Transit Fahrgestell, das mit einem batterieelektrischen Antriebsstrang und einem Karosserieaufbau nach Vorgaben des Zustellunternehmens ausgestattet wird.

Noch in diesem Jahr sollen rund 150 Vorserienfahrzeuge des Transporters im StreetScooter-Werk in Aachen produziert werden und in der Paketzustellung zum Einsatz kommen. Bis Ende 2018 planen beide Unternehmen derzeit, 2.500 Fahrzeuge dieses Modells zu produzieren. Perspektivisch ist auch der Verkauf des WORK XL an Drittkunden vorgesehen. Pro Jahr und Fahrzeug können ca. 5 Tonnen CO2 und 1.900 Liter Diesel eingespart werden. Mit der geplanten Indienststellung von 2.500 Fahrzeugen könnten sich diese Einsparungen jedes Jahr auf 12.500 Tonnen CO2 und 4,75 Millionen Liter Dieselkraftstoff summieren.

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