Wirtschafts-News vom 30. Januar 2017

Michael Weyland informiert

(Michael Weyland) Obwohl die gesetzlichen Regeln für Olivenöl seit einigen Jahren kontinuierlich ausgeweitet und auf EU-Ebene harmonisiert wurden, steht das Produkt beim Lebensmittelbetrug ganz weit oben. Spanien, Italien, Griechenland und Portugal produzieren 90 % des Olivenöls in der Europäischen Union.

Weil es verschiedene Arten von Olivenöl gibt, sollte der Verbraucher auf die Etikettierung achten. Die EU-Verordnung 1513/2001 legt fest, dass natives Olivenöl aus der Frucht des Olivenbaumes stammen muss und nur mechanisch oder physikalisch bearbeitet werden darf, erklären die Lebensmittelexperten von TÜV SÜD.

In der EU-Verordnung 61/2011 wurden die Güteklassen für Olivenöl geregelt: Für den Verbraucher sind das „Native Olivenöl“ und das „Native Olivenöl Extra“ die Wichtigsten. Natives Olivenöl Extra – auch Extra Vergin genannt – muss direkt aus den Oliven unter ausschließlich mechanischen Verfahren gewonnen werden. Wärmeeinwirkung oberhalb von 40 Grad Celsius ist nicht erlaubt. Diese Güteklasse darf nur einen sehr geringen Säuregehalt von weniger als 0,8 % und keinerlei sensorische Fehler haben. Es wird auch als Olivenöl der Kategorie 1 bezeichnet. Natives Olivenöl hingegen darf bis zu 2 % Säure enthalten. Leichte sensorische Fehler werden in dieser Klasse akzeptiert. Es wird auch als Olivenöl der Kategorie 2 bezeichnet.   Zudem können Verbraucher im Handel Olivenöl der Kategorie 5 kaufen, einer Mischung aus raffiniertem Olivenöl mit Kategorie 1 oder 2. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl in dieser Mischung ist, desto intensiver der Geschmack. Andere Olivenöle sind Lampantöl, raffiniertes Olivenöl oder Oliventresteröl, welches aus festen Olivenrückständen gepresst wird. Diese dürfen nicht an Verbraucher abgegeben werden.   

Bei 50 % des in der EU gewonnenen Olivenöls ist die Qualität so gering, dass es raffiniert werden muss. Experten gehen davon aus, dass Olivenöl vom Lebensmittelbetrug sehr stark betroffen ist. Möglichkeiten von Betrügern, ihren unlauteren Gewinn zu steigern, reichen von der Vermischung von Olivenölen der Kategorie 1 mit geringer-wertigen Güteklassen bis hin zum Imitat – z.B. ein mit Chlorophyll versetztes Sonnenblumenöl. Von außen erkennbar ist die Qualität von Olivenöl meistens nicht. Betrug nachweisen können in der Regel nur erfahrene Experten mit Hilfe moderner Lebensmittelanalytik. 

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