Zwischen Krieg und Frieden

Waldlager der Roten Armee in Brandenburg 1945

„Zwischen Krieg und Frieden – Waldlager der Roten Armee in Brandenburg 1945“ heißt die Wanderausstellung des Archäologischen Landesmuseums.

Gezeigt wird die Ausstellung im Sonderausstellungsraum vom bis 06. Mai 2018, zu folgenden Öffnungszeiten:
bis April – Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr, ab Mai– Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Die Ausstellung

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende entdeckte man in Brandenburgs Wäldern bislang völlig unbekannte Funde aus der Zeit unmittelbar nach dem Kampf um Berlin.

Vielerorts finden sich Gruppen von rechteckigen Gruben, militärisch exakt entlang der Waldwege aufgereiht, oft in mehreren Reihen. Diese Eingrabungen sind die Reste von Blockhäusern – im Russischen „semljanka“ (Erdhütte oder Unterstand) genannt und nach Dienstvorschrift errichtet.

Hier liegen materielle Reste des Alltags der „Rotarmisten“: militärische Ausrüstung, Abzeichen, Essgeschirre, Feldflaschen, auch individuelle Gegenstände mit Namens-Inschriften, Propaganda-Parolen und Andenken aus Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeiter-Lagern.

Das ausgeprägte Bedürfnis auch des einzelnen Soldaten, sich mit seinem Sieges-Symbol zu schmücken und es auf der Kriegsbeute anzubringen zeigen u.a. Wehrmachts-Koppelschlösser mit ausgelöschtem Hakenkreuz und darüber eingeritztem Sowjetstern. Auffallend ist ziviles Material wie Schmuck, Uhren und sogar Wasserhähne und Fahrradteile. Die Funde sind eindringliche Zeugnisse von Aneignung und Überwindung, konkret wie auch im übertragenen Sinn: waren doch die Soldaten über Jahre auf die Vernichtung des Nazi-Regimes vorbereitet worden. Dafür hatten sie Strapazen und Leiden auf sich nehmen müssen, wofür sie sich am Gegner wie auch der Zivilbevölkerung glaubten entschädigen zu dürfen.

In den Waldlagern wurden offenbar zurückströmende befreite Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aufgefangen, um eine geordnete Rückführung zu organisieren

Die Funde aus den Wäldern werfen Fragen auf, von denen längst nicht alle schon beantwortet sind – die archäologische und historische Forschung hat gerade erst begonnen.

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Foto: Karin Sommer

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