Wirtschafts-News vom 26. Juni 2018

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Unternehmen müssen sich digital transformieren, fordern Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Die Frage stellt sich jedoch: Bringt Digitalisierung einen nachweisbaren Nutzen? Und wenn ja, welchen? Diesen Fragen ist das Handelsblatt Research Institut im Auftrag der Telekom für die Kurzstudie „Digitale Dividende“ nachgegangen und hat dafür rund 1.000 mittelständische Unternehmen nach ihren Erfahrungen mit der Digitalisierung befragt.

Das Ergebnis: 38 Prozent der befragten Unternehmen profitieren schon von der Digitalisierung und verzeichnen eine „Digitale Dividende“. Heißt: Bei diesen Unternehmen übersteigen die Vorteile die Kosten der bisher umgesetzten Digitalisierungsprojekte. Und bei weiteren 30 Prozent der Befragten halten sich Nutzen und Kosten bisher die Waage. Nur bei knapp jedem fünften Unternehmen haben die Investitionen bisher nicht zu finanziellen Vorteilen geführt. Dabei erwarten gut die Hälfte der Unternehmen (51,7 Prozent) keinen kurzfristigen Nutzen, sondern legen ihre Digitalstrategien auf mittel- bis langfristige Ziele an. Dies passt zur Aussage, dass 46,7 Prozent des Mittelstands die Digitalisierung als Chance sehen, die eigene Wettbewerbsposition zu steigern.

Trotzdem gaben jeweils mehr als die Hälfte (51,4 Prozent und 50,1 Prozent) der befragten Unternehmen an, für sie seien höherer Gewinn und Umsatz die wesentlichen Treiber ihrer Digitalisierungsprojekte. Genauso wichtig sind ihnen die Neukundengewinnung (51,2 Prozent) sowie die schnellere Reaktionsgeschwindigkeit auf Kundenanfragen (50,7 Prozent). Dagegen sind Personaleinsparungen nur für 30,6 Prozent ein Ziel der Digitalisierung.

Die Kundenansprache über neue Kommunikationskanäle ist ein wichtiger Baustein der digitalen Transformation, der bei 40,3 Prozent der Unternehmen ein großer Kostenfaktor war – dicht gefolgt von Sicherheitsmaßnahmen gegen Cyberangriffe (39,9 Prozent). Dagegen fallen die Kosten für die Suche und Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder die Entwicklung der Digitalstrategie bei den Kosten nicht so sehr ins Gewicht.

Gefragt nach den wichtigsten Effekten von Digitalisierungsprojekten auf Abläufe im Unternehmen, bewertet der Mittelstand den Ausbau digitaler Geschäftsprozesse besonders hoch (52,4 Prozent), gefolgt von Produkt- und Servicequalität (52,1 Prozent). Auch sehen viele Unternehmen die Entwicklung neuer digitaler Produkte und Services oder die Weiterentwicklung vorhandener Produkte mit „smarten“ Komponenten als Treiber von Digitalisierungsprojekten. Das Handelsblatt Research Institut hat für die Studie 999 mittelständische Unternehmen aus verschiedensten Branchen befragt. Dazu gehörten auch Kleinstunternehmen mit maximal neun Mitarbeitern sowie Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern.

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