Automobil-News vom 5. Juli 2018

Michael Weyland informiert

(Michael Weyland) In 5:19,55 Minuten hat Timo Bernhard am vergangenen Freitagmorgen die 20,832 Kilometer lange Nordschleife des Nürburgrings umrundet. Das bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 233,8 km/h auf der anerkannt schwierigsten Rennstrecke der Welt. Am Steuer des Porsche 919 Hybrid Evo unterbot Bernhard damit den bisherigen Streckenrekord von Stefan Bellof um 51,58 Sekunden.



35 Jahre und 31 Tage blieb Bellofs Rekordrunde von 6:11,13 Minuten unangefochten. Der 1985 in Spa-Francorchamps tragisch verunglückte Gießener galt als das größte Ausnahmetalent seiner Zeit. Er fuhr seinen Rekord am 28. Mai 1983 mit einem 620 PS starken Rothmans Porsche 956 C im Training zum 1000-Kilometer-Rennen. Auch seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug über 200 km/h.

Der aktuelle Erfolg ist bereits der zweite Streckenrekord für den Porsche 919 Hybrid Evo: Am 9. April 2018 war Neel Jani mit der Weiterentwicklung des dreimaligen Le-Mans-Siegerautos in Spa schneller als die Formel 1 gefahren. Der 34-jährige Porsche-Werksfahrer aus der Schweiz – Le-Mans-Gesamtsieger und Langstreckenweltmeister 2016 – blieb auf dem 7,004 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs unter der bisherigen Qualifying-Bestmarke von Lewis Hamilton.



Belgien war übrigens die erste Station der sogenannten Porsche Tribute-Tour, bei der Michelin als langjähriger Partner die Rennwagen mit seinen Hightech-Reifen ausstattet.  Für die Tribute-Tour startete Michelin ein maßgeschneidertes Entwicklungsprogramm mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit der Reifen um rund 15 Prozent zu steigern und die Belastbarkeit im Vergleich zum traditionellen Langstrecken-Rennsport deutlich zu erhöhen. Dies ist notwendig, da das Fahrzeug besonders in schnellen Kurven einen enormen aerodynamischen Anpressdruck erzeugt.



Das neue Rekordfahrzeug, der Porsche 919 Hybrid Evo, ist eine modifizierte Weiterentwicklung des 919 Hybrid, mit dem der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler und Porsche gemeinsam in den Jahren 2015, 2016 und 2017 sowohl das 24-Stunden-Rennen von Le Mans als auch jeweils den Fahrer- und den Herstellertitel in der FIA-Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) gewonnen hatten. Der Prototyp bezieht die Leistung aus einem Hybridantrieb, bestehend aus einem Benzinmotor in Kombination mit zwei verschiedenen Energierückgewinnungssystemen

Fotos: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

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