Morgengruß von Helmut Harff: Reiselust

Meine ist ungebrochen...


Es ist schon komisch, aber zu sehr vielen meiner Kommentarthemen fallen mir als erstes Liedzeilen ein. Heute, am Welttourismustag waren es gleich mehrere.

Klar, da war das Lied, das Hans Albers so berühmt gemacht hat und in dessen Refrain, gedichtet übrigens von Fritz Graßhoff, es heißt:
"Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise!
Nimm uns mit in die weite, weite Welt!"

Zu den Liedern gehört aber auch das Rennsteiglied, in dem es gleich zu Anfang heißt: "Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land..." . Aber auch ein Spruch des chinisischen Philosophen Laotse ging mir sofort durch den Kopf. Der stelle nämlich einmal fest: "Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt." 

Ja, und da sind wir schon mitten im Thema bei einer Sache, die gerade uns Deutschen so viel Spaß zu machen scheint und die wir - ich finde leider - viel zu ernst nehmen. Ich meine selbstverständlich das Reisen. Wir Reisen gerade in diesen unsicheren Zeiten sehr gern in unserem eigenen und schönen Land umher - gern auch in Wanderschuhen und nicht nur am Rennsteig.

Doch uns zieht es genauso magisch in die Ferne und so mancher Kapitän begrüßt uns an Bord seines Schiffes. Doch egal wie und wohin wir reisen, immer ist es der erste Schritt, mit dem all unsere Reisen beginnen.

Weil ich gerade beim chinesischen Philosphen bin: Dessen Nachfahren haben uns den Ruf des Reiseweltmeisters mit Erfog strittig gemacht. Nun sind wir eben nur noch Reiseeuropameister.

Ein Spruch fällt mir zu dem Thema noch ein: "Reisen bildet". Das sollte zumindest so sein. Man lernt andere Gegenden, andere Leute, anderes Essen, andere Bräuche, andere Kulturen kennen. Zumindest ist das bei vielen Reisen so. Doch bildet das auch? Vielfach sicherlich. Aber es zementiert auch unsere Vorurteile. Wäre dem nicht so, wären wir deutlich weltoffener, offener für Fremdes und Fremde im eigenen Land. Wenn Reisen wirklich bildet, müsste man nur die, die mit Zugereisten nichts anfangen können und wollen einfach auf Reisen schicken. Zurück wären sie dann ganz andere Menschen. Wie wir wissen, ist dem leider nicht so.

Komisch ist - und das ist auch bei mir so - dass wir uns nach einger Zeit in der Fremde dann doch in den allermeisten Fällen wieder nach Hause sehnen. Da fallen mir noch zwei Zeilen aus dem Lied ein, dass der blonde Hans so bekannt gemacht hat:
"In der Heimat, da glühen meine Sterne,
Nimm mich mit, Kapitän, nach Haus".

Zu Hause, das ist ein gutes Stichwort, da können wir am Früstückstisch schon wieder darüber sinnieren, wohin unsere nächste Reise gehen soll.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und vielleicht schon heute eine gute Reise.

Foto: Pixabay

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