Morgengruß von Helmut Harff: Was nun Heimathorst?

Mit der Heimat passiert nichts...

Vor einigen Tagen hörte ich, dass das Heimatministerium augenscheinlich entweder noch gar nicht arbeitet oder im heimatlichen Tiefschlaf versunken ist. Noch sind längst nicht alle Mitarbeiter eingestellt und auf eine erste Gesetzesvorlage wartet man wohl auch noch vergebens.

Ich habe ja die Befürchtung, dass die da im Heimatministerium gar nicht so genau wissen, was sie da eigentlich sollen. Es hieß ja mal, sie sollen sich um die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West kümmern. Wartet nun wirklich jemand darauf, dass jetzt, nach nur wenigen Monaten plötzlich das Lebensverhältnisse-Angleichungsgesetz vorgelegt wird? Ich nicht!

Mit der besten Frau der Welt überlegte ich, was der Heimathorst - bekannt auch als Horst Seehofer - nun mit seinem schönen, aber noch immer unterbestezten Laden anfangen könnte. Ganz ehrlich, es fiel uns lange gar nichts ein - außer eben nichts. Doch dann kam die Erleuchtung. Was machen Menschen in anderen Ländern - auch in Demokratien? Ja, sie singen voller Inbrunst ihre Nationalhymne. Das passiert aber nicht nur bei öffentlichen Anlässen, sondern vor Schulstunden und Sportveranstaltungen oder auch sonst mal gern. Das letzte Mal, dass ich jemand die Nationalhymne singen hörte, war anlässich einer Schalte zur Wahlparty der Bayern-AFD.

Uns wurde klar, dass der Heimathorst ruhig wieder dafür sorgen könnte, dass wir in Deutschland öfter wieder von Einigkeit und Recht und Freiheit singen. Doch wollen wir das? Wollen wir von deutschem Vaterland singen? Wollen wir ein Lied singen, dessen Melodie Joseph Hayden 1796/1797 in Wien zu Ehren des römisch-deutschen Kaisers Franz II. komponierte und das später auch als österreichische Kaiserhymne gesungen wurde? Wollen wir ein Lied singen, mit dem man also eigentlich die Monarchie verherrlicht? Wollen wir ein Lied singen, worin das Wort "brüderlich" vorkommt, von "schwesterlich" aber nichts zu hören ist?

Augenscheinlich wollen wir das alles nicht, ansonsten würde ja die Nationalhymne nicht nur bei Staatsbesuchen, Wahlpartys der AFD oder bei prestigeträchtigen internationalen Sportveranstaltungen abgespielt und manchmal sogar gesungen werden.

Wie wäre es also, wenn der Heimathorst und seine Mitarbeiter mal daran gingen und sich um eine zeitgemäße Nationalhymne kümmern würden? Dafür muss man nicht gleich ein Gesetzentwurf einbringen, hätte aber immerhin etwas zu tun. Da die neue Hymne überall in Deutschland gesungen werden würde, wäre das an dieser Stelle sogar so etwas wie die Herstellung gleicher Liedverhältnisse in Ost und West und sogar in Nord und Süd.

Hier noch mal der Text der aktuellen Hymne aus der Feder von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, für alle, die den längst vergessen haben oder noch nie kannten:

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:
|: Blüh im Glanze dieses Glückes,
   blühe, deutsches Vaterland! :|

Nach so viel Vorarbeit für den Heimathorst brauche ich jetzt erst einmal ein gutes Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

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