Von Zauberwesen, Ungeheuern und Gespenstern

Mythen und Legenden im japanischen Farbholzschnitt

Die fantastische Welt der Zauberwesen, Ungeheuer und Gespenster präsentiert sich im japanischen Farbholzschnitt des 18. und 19. Jahrhunderts umfangreicher und theatralischer, als dies in der westlichen Kunst der Fall ist.

In japanischen Gespenstermythen tauchen Rachegeister sowie Inkarnationen von Naturelementen gleichermaßen auf. Bis heute sind der Glaube an die Existenz gespenstischer Geistwesen und Riten zu ihrer Besänftigung fester Bestandteil der japanischen Volksreligion Shintoismus.

Als Folge der gesteigerten Buchproduktion während der Edo-Zeit (1603—1868) entwickelte sich der Farbholzschnitt (UKIYO-E) zum wichtigsten künstlerischen Darstellungsmittel Japans. Insbesondere Schauspielerporträts und Szenen des KABUKI-Theaters erfreuten sich höchster Beliebtheit. Die theatertechnische Raffinesse des KABUKI mit seinen Drehbühnen, fliegenden Kostümwechseln, Kerzenlichteffekten und unsichtbaren Bühnenhelfern kam der gruseligen Dramaturgie und Inszenierung übersinnlicher Wesen entgegen.So tauchen die aufregenden Gespenstergeschichten im 19. Jahrhundert häufig in dessen Repertoire auf. Die Vorgänge im KABUKI-Theater inklusive der Gespenstermythen wurden im Farbholzschnitt auf hohem handwerklichem und künstlerischem Niveau rezipiert.

Das Erscheinungsbild der Zauberwesen entfesselte die gestalterische Fantasie sowohl des Regisseurs als auch des Holzschnittkünstlers.

Die Verwandtschaft und Entwicklung des modernen japanischen Comic Strips (MANGA) und Zeichentrickfilms (ANIME) aus dem Farbholzschnitt wird mit einem Ausblick in der Ausstellung beleuchtet.

Von Zauberwesen, Ungeheuern und Gespenstern
23.11.18 – 14.02.19

Museum Ulm
Marktplatz 9
D-89073 Ulm
www.museumulm.de

Bild:
UTAGAWA KUNISADA 1786–1865
Ein Wettkampf zwischen Toyokunis Zauber-Szenen
Nikki Danjo als Ratte
Holzschnitt 12-1861
Galerie Ukiyo-e-Gallery
Hannspeter Kunz Sigma

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