Morgengruß von Helmut Harff: Klimakrise

Britische Scheidung belastet das Klima

Der im Raum stehende Austritt des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union belastet nun schon seit Jahren das Klima zwischen den kontinentalen EU-Staaten und den Insulanern.

Eigentlich stimmt das so gar nicht, denn das Klima war schon viel länger zumindest angespannt. Doch nun ist Scheidung angesagt. Eine Scheidung mit einem sehr merkwürdigen Scheidungskrieg. So eine Scheidung läuft nun mal nie geräuschlos, ist immer mehr als unangenehm. Scheidungen kosten auch immer viel Geld und Gewinner gibt es zumeist nicht wirklich.

Die Scheidung von Großbritannien und der EU – kurz Brexit genannt - hat das Klima ganz sicher vergiftet. Was die angestrebte Scheidung schon gekostet hat, hat wohl bisher niemand ausrechnen können. Eines ist aber sicher, die Kosten steigen täglich um Millionen Euro. Ein teurer Scheidungskrieg also.

Ich frage mich aber auch, wie die angestrebte Scheidung im Wortsinne das Klima belastet. Ich meine wirklich das Weltklima. Wie ist groß ist der ökologische Fußabdruck der Trennung zwischen dem Vereinigten Königreich und EU-Europa? Wie viele Tonnen Papier wurden mit wie vielen Tonnen Toner bedruckt und gleich wieder entsorgt? Wie viele Millionen Flugkilometer haben in der Scheidungsphase bisher Politiker, Journalisten, Unternehmer, Beamte und andere Beteiligte bisher absolviert, wie viele Millionen Autokilometer wurden zurück gelegt, wie viele Sicherheitskräfte waren unterwegs, wie viele Essen wurden ausgerichtet? Ich will gar nicht nach Umweltbelastungen durch  Umzüge von Firmen, Institutionen und Menschen fragen. Es gibt wohl keine Antworten.

Obwohl das sicherlich nur die Spitze des Eisberges ist, des Eisbergers der Umweltbelastungen durch den Brexit, stellt komischer Weise niemand die Frage nach dem ökologischen Fußabdruck dieses Scheidungskrieges, der vielleicht noch Jahre anhält. Verbietet sich die Frage danach? Traut sich das niemand? Darf man das nicht fragen? Interessiert das keinen? Macht es mehr Spaß, die Dieselautos zu verdammen, den Bauern das Leben schwer zu machen?

Ich frage mich, warum EU-Umweltkommissar Karmenu Vella nicht mal angesichts der augenscheinlich sinnlosen Reisediplomatie und der sonstigen Brexit-bedingten Umweltbelastungen mahnend seine Stimme erhebt. Dürfen die Politiker munter durch die Welt jetten und uns gleichzeitig vorschreiben, wie wir die Welt zu retten haben? Ich hoffe nur, dass bei den Treffen keine Trinkhalme aus Kunststoff verwendet werden und man nur mit Elektroautos unterwegs ist.

Doch Spaß beiseite: Ich finde, dass man die Frage nach den Brexit-Kosten für uns als Steuerzahler und für die Umwelt und das Weltklima endlich mal so laut stellen muss, dass niemand sich mehr um eine Antwort drücken kann. Ich würde es auch gut finden, wenn die für den Klimawandel auf die Straße gehenden Schülerinnen und Schüler auch diese Frage lautstark stellen.

Ganz kunststofffrei werde ich jetzt frühstücken, nach dem ich die Brötchen mit dem Rad vom Bäcker geholt habe.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

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