Saint Claude - ein urchristlicher Ort

Hier wohnten Heilige

Die französische Region Burgund-Franche-Comté ist berühmt für ihr Kulturerbe. Vézelay, Cluny, Arc-et-Senans sind klingende Namen. Neun Stätten gehören zum UNESCO-Welterbe. Doch da gibt es noch so viele Schlösser, Festungen, Städte, Dörfer, die Aufmerksamkeit verdienen. Wir möchten Ihnen jeweils einmal im Monat einen besonders interessanten und vielleicht weniger bekannten Ort vorstellen.

Saint Claude ist eine Stadt mit 9500 Einwohnern, 30 Kilometer nordwestlich von Genf. Um 435, gerade einmal ein halbes Jahrhundert nachdem das Christentum im Römischen Reich Staatsreligion geworden war, gründeten die Brüder Romanus und Lupicinus dort das vierte Kloster Galliens. Romanus und Lupicinus waren auch Vermittler zwischen dem Volk und den burgundischen Königen.

Im siebten Jahrhundert war Claudius der 4. Heilige Abt, und das Kloster nahm seinen Namen an. Es zog Pilger – darunter im 15. Jahrhundert König Ludwig XI. –  so stark an, dass die Abtei und die um sie entstehende Stadt endgültig nach Claudius benannt wurden. Bis heute ist er Schutzpatron der Diözese Jura, und die Hauptabteikirche wurde eine Kathedrale. Sie ist der Blickfang der Altstadt.

Neben diesem schönen, vom 15. bis zum 18. Jahrhundert errichteten Gebäude mit gotischem Chorgestühl und einem Renaissance-Retabel liegt das Museum der Abtei mit Überresten der Klostergebäude und den Stiftungen von Guy Bardone und René Genis, zwei bedeutende Kunstsammlungen des 20. Jahrhunderts.

Gegenüber, auf der anderen Seite des Kirchenvorplatzes, zeugt das Pfeifen- und Diamantmuseum von der Bedeutung der Handwerkszweige, die die Fertigung von Pilgerabzeichen abgelöst haben.

Fotos:
Alain DOIRE / Bourgogne-Franche-Comté Tourisme
Référence
CRT Bourgogne-Franche-Comté

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