Morgengruß von Helmut Harff: Schwarzer Freitag

... für alle Christenmenschen

Nein, dieser Freitag hat nichts mit der Börse, nichts mit dem schwarzen Freitag 1929  zu tun. Es geht auch nicht einmal um Verlust, auch wenn ein Mensch vor fast 2000 Jahren sein Leben auf grausame Art verlor. Dieser Mensch, Jesus von Nazareth, wurde damals gekreuzigt.

Kreuzigen war damals im Römischen Reich eine nicht unübliche Art der Strafe. In sofern ist der jüdische Wanderprediger keine Ausnahme. Und dennoch ist seine Geschichte eine der ganz wenigen, die bis heute eine riesige Wirkung hat. Einen Gottessohn zu kreuzigen, zu ermorden, das ist zu jeder Zeit ein die Zeiten überdauerndes Ereignis. Ohne diese Geschichte der Kreuzigung, ohne das davor stattgefundene letzte Abendmahl des Jesus mit seinen Jüngern, ohne seinen Leidensweg auf der Via Dolorosa, dem schmerzhaften Weg in Jerusalem und ohne die Kreuzigung am Hügel Golgota wäre unsere Erde ein anderer Platz, wären wir andere Menschen, hätten wir uns anders entwickelt. Ob das, was nach dem Kreuzestod von Jesus passiert ist mehr Fluch oder Segen war, liegt wohl sehr stark in den Augen des Betrachters.

Schwarzer Freitag, Karfreitag, den merkt man heute eigentlich nur noch an wenigen Ereignissen. In vielen Ländern und Gegenden – vor allem in katholischen – ist Spaß und Spiel teilweise sogar verboten. Im Fernsehen laufen viele sogenannter Sandalenfilmen. Gemeint sind die zumeist schon alten Historienschinken zum Leben und Tod des Nazareners. Wer heute in die Kirche gegangen ist, wird auch dort viele Veränderungen bemerkt haben. Schwarz, die Farbe unserer Trauer, ist vorherrschend. Die Orgel schweigt genau wie der Chor. Es herrscht eben Trauerstimmung. Gedenken ist angesagt, gedenken sicherlich nicht nur an den, der da erniedrigt, gequält und gekreuzigt wurde.

Man wird sich sicherlich auch an die durch einen Brand erst vor wenigen Tagen stark beschädigte Kathedrale Notre Dame in Paris schmerzlich erinnern. Darin wird sich die Freude darüber mischen, dass die Dornenkrone, die man Jesus aufs Haupt drücke, als er sein Kreuzigungskreuz selber zur Hinrichtungsstätte schleppen musste, den Flammen eben nicht zum Opfer fiel. Das ist für viele Christen sicherlich ein ganz besonderes österliches Zeichen.

Ich wünsche Ihnen heute mal kein genussvolles, sehr wohl aber ein gesegnetes Frühstück.

Foto: Pixabay

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