Zum Führerschein mit ein paar Runden auf dem Hof

So war das damals



1910 ist es gerade einmal elf Jahre her, dass Opel in die Automobilfertigung eingestiegen ist. Fritz Mann gründete in jenem Jahr im südthüringischen Suhl seine Fahrschule, heute die älteste noch bestehende Fahrschule Deutschlands.

Mann erwirbt als erstes Fahrschulauto einen Opel Doppel-Phaeton 12/14 PS. Und über die Generationen hinweg blieb die Betreiberfamilie dabei der Marke mit dem Blitz treu. Heute wird die Fahrschule Gebr. Dobberkau e.K. von Olaf Dobberkau, dem Urenkel des Unternehmensgründers, geleitet und der denkt um von Hubraum auf Kilowatt.

Die ersten Schüler, die 1910 auf dem stattlichen Doppel-Phaeton fahren lernten, waren Schlosser und Mechaniker. Die Prüfung sollte die angehenden Chauffeure auf ihren Beruf vorbereiten.Seitdem lernten über die Jahrzehnt hinweg rund 13.000 Fahranfänger das Autofahren auf Opel-Modellen vom 12/14 PS über Olympia, Kadett, Astra, Frontera und Zafira bis hin zum aktuellen Opel Mokka Electric.

„Mein Uropa hatte offenbar ein feines Gespür dafür, dass die Fahrausbildung ein beständiges Geschäftsmodell sein könnte“, sagt Olaf Dobberkau. Fritz Mann führte bereits einen Fuhrbetrieb – mit Opel-Modellen – und eine Werkstatt, als er 1910 die Fahrschule gründete, sofort nachdem eine Führerscheinprüfung in Deutschland zur Pflicht wurde.

Wer vor 113 Jahren die Prüfung bestehen wollte, musste vor allem eines können: schrauben. „Die Straßen waren schlecht, Luftreifen und Speichenräder empfindlich. Der Frage, wie man ein Automobil wieder flottbekommt, wurde daher weit mehr Bedeutung beigemessen als Vorfahrtregeln. Die Prüflinge mussten lediglich ein paar unfallfreie Runden auf dem Hof drehen“, erklärt Dobberkau. Und diese absolvierten sie von Anfang an in demOpel 12/14 PS. (aum)

Foto: Autoren-Union Mobilität/Opel

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