Jeder Zweite kennt neues Pkw-Energie-Label nicht

... ergab eine Befragung von AutoScout24


Bei Waschmaschinen haben wir uns mittlerweile an sie gewöhnt, doch auch bei Autos gibt es sie bereits seit 2011: Farbige Datenblätter, die anzeigen, wie die C02-Bilanz und der Energieverbrauch des entsprechenden Fahrzeugs einzuschätzen sind.

Noch besser soll das jetzt mit der neuen „Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung“ (EnVKV) funktionieren, die im Februar 2024 in Deutschland in Kraft getreten ist. Doch die Begeisterung über die überarbeiteten Pkw-Label hält sich in Grenzen, wie eine repräsentative Umfrage zeigt, die AutoScout24 und Innofact unter 1.007 Autohalter*innen durchgeführt haben. Demnach sagen nur 7 Prozent der Befragten, dass sie die Neufassung überzeugt und sie sich beim nächsten Autokauf daran orientieren wollen. Aus der Sicht von 13 Prozent hätte es die Überarbeitung hingegen gar nicht erst gebraucht. Die meisten kennen das neue Label aber genauso wenig wie das alte.

Zum neu eingeführten Pkw-Label hat die überwiegende Mehrheit der Autofahrenden keine Meinung. Der Grund: Mit 45 Prozent kennt es fast jede*r Zweite schlicht und einfach nicht. Damit geht es dem neuen Label ganz ähnlich wie seinem Vorgänger. Denn 38 Prozent der Fahrenden wissen auch nicht, was es mit dem alten Pkw-Label auf sich hat – und das, obwohl es bereits seit rund 13 Jahren im Einsatz ist. Kein Wunder also, dass 13 Prozent der Befragten sagen, dass es das neue Label aus ihrer Sicht nicht gebraucht hätte.

Jeder Zehnte goutiert inhaltliche Änderungen


In der Umfrage hat AutoScout24 die Autohalter*innen auch konkret um eine Bewertung der Neuerungen gebeten, die mit den neuen Pkw-Plaketten einhergehen. Doch nur wenige Umfrageteilnehmer honorieren das Bemühen der EU, ein informativeres und transparenteres Label an den Start zu bringen. Immerhin 11 Prozent geben an, dass sie das Label aufgrund der neuen Inhalte überzeugt. Ebenso viele finden es gut, dass es sich zum Ziel gesetzt hat, realistischere Verbräuche als sein Vorgängermodell abzubilden. Und 9 Prozent sehen einen Gewinn in der grafischen Überarbeitung und Darstellung der CO2-Klassen.

Gleichwohl zeigt die AutoScout24-Umfrage auch, wie wenig alltagstaugliche Relevanz das neue Label bisher hat. So wollen sich nur 7 Prozent der Befragten bei ihrem nächsten Autokauf daran orientieren. Doch genau dazu, zur Orientierung beim Autokauf, ist das Umwelt-Etikett eigentlich gedacht.

Irrelevanz durch mangelnde Kenntnis

Warum also hat die neue Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung so wenig Impact? Laut AutoScout24-Studie überzeugt sie 8 Prozent der Befragten nicht, weil sie diese durch ihre vielen Informationen eher verwirrt. Und für 4 Prozent ist das neue Label schon deshalb keine Orientierungshilfe, weil sie den Informationen darauf schlichtweg nicht trauen. Am wahrscheinlichsten ist es aber, dass die geringen Zustimmungswerte aus einem zu geringen Bekanntheitsgrad des Labels resultieren: Den 45 Prozent, die noch nichts davon gehört haben, nützen auch die noch so guten Informationen nichts, die das neue Label bereithalten mag.

Altes Label: Bedeutung für 16 Prozent nach wie vor unklar


Damit geht es dem neuen Label zumindest nach dem Marktstart ganz ähnlich wie dem alten. Wie gezeigt, ist dieses 38 Prozent der hiesigen Autofahrenden nach wie vor kein Begriff. Zudem geben 16 Prozent der Befragten an, dass ihnen die Bedeutung des alten Labels nicht wirklich klar war. Und 5 Prozent hat es „mit seinen Buchstaben, Farben und Balkendiagrammen“ eher verwirrt, als dass es für Transparenz gesorgt hätte. Entsprechend räumt jede*r Vierte (25 Prozent) ein, sich trotz Kenntnis des alten Labels, beim Autokauf nicht daran orientiert zu haben.

Umsonst war die verpflichtende Einführung der farbigen Datensticker 2011 aber nicht. So sagt immerhin jede*r Vierte (21 Prozent): „Das alte Label hat mir beim Kauf eines Autos bereits gute Orientierung geboten.“ Damit wären diese 21 Prozent schon einmal die erste Benchmark für das neue Label. Halten die Informationen das, was sie versprechen – speziell mit Blick auf die realistischen Verbräuche –, sollte dieser Wert in den kommenden Monaten und Jahren durchaus zu toppen sein.

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