Morgengruß von Helmut Harff: Ein Machospruch

... sorgt für Nachdenken



Gestern hörte ich einen Spruch, von dem ich glaubte, dass es so etwas gar nicht mehr gibt. Der ging so: „Wenn früher eine Frau angemacht wurde oder noch schlimmeres passierte, hieß es, selber schuld, warum trägt sie so einen kurzen Rock. Wenn sie heute keiner ansieht, heißt es: Selber schuld, warum trägt Sie keinen kurzen Rock“. Ein Machospruch eben.

Minirock, das war das Lieblings-Kleidungsstück meiner Jugendzeit. Wir pubertierenden Jungs fanden die toll, die Mädchen schienen darum zu wetteifern, wer den kürzesten anhatte. Selbst unsere Lehrerinnen unterrichteten deutlich kniefrei. Auf meinem Jugendweihfoto, hatten bis auf eine junge Frau – sie trug lang – alle Damen Mini an, auch die erwachsenen Damen. Das war damals die Norm. 

Freizügigkeit war ohnehin an der Tagesordnung. Im Ferienlager – ich war 13 Jahre alt – verbrachten wir (Mädchen und Jungs) zusammen zwei Tage am FKK-Strand. Selbst ein Klassenausflug führte an den FKK-Strand. Ich sehe noch heute unsere Klassenlehrerin und die beiden begleitenden Mütter nackt vor mir. Nacktheit war wie viel nackte Haut etwas ganz normales. Also ich meine lebendige Nacktheit, nicht wie heute virtuelle aus dem Netz. 

Ja, wir wurden nicht wirklich aufgeklärt, hörten etwas  von den Bienen. Und doch, wir hatten ein unverkrampftes Verhältnis zum Thema Nacktheit. Wer den anderen so sieht, wie Gott ihn geschaffen hat, für den ist das keine große Sache.

Ach ja, den Machospruch oben hörte ich in einem Café – von einer Frau.

Ganz ohne Machoallüren genieße ich mein Frühstück mit der Besten Frau der Welt.

Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Makarius, Gregor, Otfried, Dietmar

Ich wünsche Ihnen einen genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

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