
Selbstverständlich geht es am heutigen Holocaust-Gedenktag um die Millionen Opfer. Es geht auch um die Täter, die vor Ort und an den Schreibtischen. Es geht auch um die, die sich bereichert haben. Hier und da hört man auch etwas von denen, die weg gesehen haben.
Doch was ist mit all jenen, die die Jobs der Vertriebenen und Ermordeten übernahmen, für die das sicherlich vielfach ein Karrieresprung war? Was ist mit all den Ärzten und Anwälten, die die Klienten der jüdischen Kollegen übernahmen? Was ist mit denen, die die vielen kleinen jüdischen Geschäfte übernahmen oder diese plünderten? Was ist mit den Nachbarn, die sich in jüdischen Wohnungen „bedienten“ – und das so exzessiv, dass es das Dritte Reich schnell verbot?
Hat mal jemand darüber nachgedacht, was da an Möbel, an Wäsche, aber auch an Bildern, an Porzellan, an anderen „schönen“ Dingen bei den Groß- und Urgroßeltern stand? Konnten die sich all das wirklich leisten, was bis heute vererbt oder längst versilbert wurde?
Die Mörder von 6 Millionen Juden und vielen anderen Menschen sind mehr oder weniger bekannt, weniger, wenn überhaupt sind all die „Wegseher“, die nicht weggesehen haben, wenn man hier und da seinen Schnitt machen konnte. Das ganz nach dem Motto: „Die brauchen das ja ohnehin nicht mehr“.
Ich brauche mein Frühstück mit der Besten Frau der Welt.
Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Angela, Alrun, Gerd
Foto: Pixabay
Morgengruß von Helmut Harff: Alle nur Wegseher?
… die Frage treibt mich nicht nur am Holocaust-Gedenktag um
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