Flexible Mobilitätsangebote zum Nutzen aller

AvD für vielfältige Lösung der Mobilitätswende



Die Mobilität von Berufspendlern steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen steigenden Kosten, Klimaschutzanforderungen und dem Bedürfnis nach maximaler Flexibilität. Moderne Mobilitätsangebote wie Car-Sharing, kommunale Fahrzeugpools oder digitale Mitfahrplattformen können hier eine wichtige Ergänzung darstellen. Für die meisten Pendler kam sie bislang zwar noch nicht in Betracht, aber die gemeinsame Pkw-Nutzung kann in vielen Fällen eine sinnvolle Alternative sein. 

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) gibt jedoch zu bedenken, dass sie nur ein Teil der Mobilitätswende sein kann. Eine nachhaltige und realitätsnahe Verkehrspolitik muss technologieoffen sein und auch umweltbewusste Lösungen für die bestehende Fahrzeugflotte ermöglichen.

Laut Statistischem Bundesamt nutzen rund zwei Drittel der Berufspendler in Deutschland das Auto für den Arbeitsweg. Der Pkw bleibt also mit Abstand das wichtigste Verkehrsmittel im Berufsalltag. Gleichzeitig stehen viele Haushalte unter erheblichem Kostendruck. Anschaffung, Versicherung, Wartung und Kraftstoff summieren sich schnell auf mehrere tausend Euro pro Jahr und die Preise haben zuletzt wieder stark zugelegt. Auch der Klimaschutz bleibt im Fokus, denn der Verkehrssektor verursacht gemäß Umweltbundesamt in Deutschland rund 20 Prozent der gesamten CO2-Emissionen.

Flexible Mobilitätsmodelle könnten hier insbesondere den Zweitwagen ersetzen und damit Fixkosten reduzieren, ohne die individuelle Beweglichkeit einzuschränken. Durch eine höhere Auslastung pro Fahrzeug könnte die Gesamtzahl der benötigten Pkw gesenkt werden, was Emissionen reduziert und Ressourcen schont. Damit wäre es eine weitere umweltschonende Ergänzung zum regierungsseitig forcierten Wechsel zur Elektromobilität. Doch insbesondere im ländlichen Raum bleibt das eigene Fahrzeug häufig alternativlos.

Auto bleibt wichtiges Verkehrsmittel

Nach Einschätzung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) ist der öffentliche Personennahverkehr außerhalb der Ballungszentren vielerorts nicht ausreichend verdichtet, um flexible Arbeitszeiten oder lange Pendeldistanzen zuverlässig abzudecken. Im dörflichen Raum werden lediglich fünf Prozent (!) der zurückgelegten Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt. Zudem wird ein Großteil der in Deutschland zugelassenen knapp 50 Millionen Pkw noch viele Jahre im Bestand bleiben. Eine realistische und sozial ausgewogene Strategie muss daher auch Lösungen für bestehende Verbrennerfahrzeuge einbeziehen. Technologieoffenheit bedeutet aus Sicht des AvD, Emissionen dort zu senken, wo sie tatsächlich entstehen, und zwar unabhängig von der Antriebstechnologie. Dazu gehören effizientere Motorentechnologien, Hybridisierung, synthetische Kraftstoffe (E-Fuels), nachhaltige Biokraftstoffe sowie eine konsequente Förderung sparsamer Fahrweise und intelligenter Verkehrssteuerung.

Flexibilität in der Mobilität

Pendler könnten so von größerer Flexibilität und potenziell geringeren Fixkosten profitieren, die Umwelt von effizienterer Fahrzeugnutzung und beschleunigter Elektrifizierung. Gleichzeitig bleibt klar: Wer im ländlichen Raum lebt oder in systemrelevanten Berufen arbeitet, verlässt sich auf das eigene Fahrzeug und sollte ergänzende Angebote erhalten.

Quelle: AvD

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