Immer richtig am Atlantik

Wann sich welche Reise an die französische Küste lohnt



Das Jahr an der französischen Atlantikküste steckt voller besonderer Angebote. Im April können Besucher etwa die ehemalige königliche Seilerei in Rochefort besuchen (© Steven Boutin), im Juni gibt es viele Veranstaltungen wie etwa das Laufevent Fouleées du Gois, bei dem man über eine Straße zur Insel Noirmoutier joggt, die nur bei Ebbe frei liegt (© Alexandre Lamoureux) und im September bieten sich Aktivitäten an, die Wasser, Strand und Wind verbinden, wie etwa das Strandsegeln in Saint-Brévin (© Pascal Beltrami).


Von den endlosen Stränden im französischen Département Les Landes über die historischen Hafenstädte der Charente-Maritime bis zu den grünen Hügeln des Baskenlandes – die französische Atlantikküste ist ein Reiseziel für alle Jahreszeiten. Jeder Monat hat seinen eigenen Rhythmus, seine besonderen Farben und vor allem seine vielfältigen Erlebnisse. 

Im Frühling locken Museen und die wieder erwachten Naturreservate, der Sommer gehört dem Meer und den großen Festen, während Herbst und Winter mit kulinarischen Genüssen und wohltuender Ruhe locken. Ob maritime Kultur, Wassersport, Vogelbeobachtung oder Thalasso-Entspannung, an der Atlantikküste findet jeder seinen perfekten Moment am Meer.

April – der beste Monat für… Museumsbesuche


Der Frühling ist da, die Tage werden länger, die Luft wärmer, doch der April bringt auch an der Atlantikküste typische Wetterkapriolen. Eine ideale Gelegenheit, die maritime Welt einmal jenseits von Strand und Hafen zu entdecken. In Saint-Gilles-Croix-de-Vie zeigt das Museum L’Escale Pêche anschaulich, wie Netze geknüpft werden und welche Fangtechniken die regionale Fischerei prägen. In Saint-Nazaire lässt das Erlebnismuseum Escal’Atlantic Besucher in nachgebauten Salons, Kabinen und Maschinenräumen in das Flair legendärer Ozeandampfer eintauchen. In Biarritz erklärt die Cité de l’Océan die Entstehung von Wellen und die Geheimnisse der Tiefsee, während in Rochefort die Corderie Royale die historische Seilherstellung präsentiert – ein Handwerk, das einst für die großen Segelschiffe unverzichtbar war.

Mai – der beste Monat für... Vogelerkundungstouren

Im Mai zeigt sich die Atlantikküste von ihrer naturverbundenen Seite. Mit den Zugvögeln kehrt neues Leben in die Feuchtgebiete zurück. Jetzt lohnt sich ein Fernglas im Gepäck. Im Marais d’Orx und in der Réserve Naturelle de l’Étang Noir im Département Les Landes lassen sich Graureiher, Löffler und mit etwas Glück sogar Fischadler beobachten. In Rochefort bietet die Station de Lagunage ein überraschendes Zusammenspiel aus Wasseraufbereitung und geschütztem Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Im Parc Naturel Régional de Brière bei Saint-Nazaire gleiten Kormorane und Seidenreiher durch die weitläufigen Sümpfe. Einzigartig sind die Prés salés d’Arès und die Île aux Oiseaux im Bassin d’Arcachon. Hier tummeln sich Austernfischer mit ihren markanten roten Schnäbeln, Brandgänse und gelegentlich sogar Flamingos.

Juni – der beste Monat für… Feste und Feiern

Im Frühsommer füllen sich die Plätze, Häfen und Strandpromenaden der Atlantikküste mit Leben und Kultur. In Saint-Nazaire wird am 6. Juni 2026 die Grande Marée gefeiert. Straßenkünstler, Live-Musik, große Picknicks und zahlreiche Stände verwandeln Strand und Promenade in eine offene Bühne direkt am Meer. Auf Noirmoutier wird es spektakulär, wenn am 20. Juni das Laufevent Foulées du Gois über die legendäre Passage du Gois führt, jene nur bei Ebbe freiliegende Straße, die die Insel mit dem Festland verbindet und den Lauf zu einem einzigartigen Wettkampf gegen die Gezeiten macht. In Soulac-sur-Mer reist man beim traditionsreichen Fest Soulac 1900 (5.-7. Juni) zurück in die Belle Époque, mit historischen Kostümen, Oldtimern und nostalgischem Jahrmarkt.

Juli – der beste Monat für… die Salzwiesen

Im Hochsommer zeigen sich die Salzwiesen – die marais salants, flache, vom Meer gespeiste Becken zur Salzgewinnung – von ihrer eindrucksvollsten Seite: Sie schimmern in Weiß- und Rosatönen. Seit Jahrhunderten wurden diese Kulturlandschaften von der Arbeit der Sauniers geprägt, den traditionellen Salzbauern. Besonders auf der Insel Oléron können Besucher Salzgärten entdecken, in denen noch heute Meersalz nach überlieferten Methoden geerntet wird. Weiter nördlich erstreckt sich das Marais breton, ein weitläufiges Feuchtgebiet rund um das Marais de Lyarne in der Nähe von Orten wie Villeneuve-en-Retz und Pornic. Flache Dünen und Strände und pinienbewachsene Küstenabschnitte liegen hier direkt am Ozean. Die Kanäle, die die Salzgärten speisen, sowie kleine Wege eignen sich bestens zum Radfahren oder Reiten.

August – der beste Monat für… Strandtage


Sommer, Sonne, Strand – im August dreht sich alles um die sandigen Ufer der Atlantikküste. Und davon gibt es hier mehr als genug. Wer Weite liebt, fährt an den rund acht Kilometer langen Strand von Saint-Jean-de-Monts in der Vendée. Ruhesuchende finden ihr Glück in den Buchten rund um Saint-Brévin, wo oft nur das Rauschen der Wellen zu hören ist. Ein Tipp für Entdecker sind die kleinen, versteckten Strände im Baskenland bei Saint-Jean-de-Luz, eingerahmt von imposanten Felsen. Familien fühlen sich in Saint-Gilles-Croix-de-Vie besonders wohl – mit flachem Wasser und feinem Sand. Für das perfekte Foto lohnt sich schließlich ein Abstecher nach La Tranche-sur-Mer. Hier gibt es Holzstege, Dünen und Sonnenuntergänge wie aus dem Bilderbuch.

September – der beste Monat für… Wassersport


Im September heißt es an der Atlantikküste: On se jette à l’eau (man stürzt sich ins Wasser)! Dann sorgen die Gezeiten, die grandes marées, für ein beeindruckendes Naturschauspiel. Ebbe und Flut fallen im Herbst besonders stark aus und schaffen so ideale Bedingungen für Wassersportler: Bei Niedrigwasser öffnen sich weite Strandflächen und bei Flut locken kraftvolle Wellen und konstante Winde. In Capbreton warten legendäre Surfspots. Kraftvolle Swells – lange, gleichmäßige Wellen, die im September besonders konstant auftreten – ziehen Surfer aus ganz Europa an. Wer festen Boden unter den Füßen bevorzugt, setzt in Saint-Brévin auf Strandsegeln, ein Highlight auf den schier endlosen Stränden bei Ebbe. In Saint-Gilles-Croix-de-Vie steigt der Adrenalinpegel bei Jet-Ski- und Flyboard-Touren. Die Schönheit der Küste der Vendée entdeckt man am besten vom Meer aus, zum Beispiel beim Stand-up-Paddling in der Bucht von Les Sables d'Olonne.

Oktober – der beste Monat für… kulinarische Entdeckungen

Wenn die Atlantikküste in warme Herbstfarben getaucht ist, beginnt die Zeit des Genusses. In Montalivet und Biscarrosse kann man auf den Märkten regionale Köstlichkeiten probieren, Capbreton punktet mit fangfrischem Fisch auf dem Fischmarkt am Hafen. In der Charente-Maritime sind die Marennes-Oléron-Austern und Miesmuscheln ein Muss. Saint-Gilles-Croix-de-Vie steht für Sardinen, die hier fangfrisch auf den Märkten verkauft wird. Baskische Klassiker wie Ttoro (eine traditionelle baskische Fischsuppe) oder der Gâteau Basque, ein saftiger, buttriger Kuchen mit Vanillecreme oder Schwarzkirschkonfitüre – dem im Oktober sogar ein eigenes Fest gewidmet ist – gehören ebenfalls unbedingt dazu. Und um den Herbst mit einem guten Glas zu begleiten, empfiehlt sich ein Besuch der Weingüter im Médoc (in Avensan, Listrac-Médoc oder Moulis-en-Médoc) inklusive Verkostung der renommierten Weine der Region.

November – der beste Monat für… Thalasso


Wenn die Atlantikküste zur Ruhe kommt, ist Zeit für Erholung. Die Thalasso-Zentren entlang der Küste bieten wohltuende Anwendungen aus dem Meer, von Meerwasserbädern über Algenpackungen bis hin zu Massagen und Beauty-Treatments. In Châtelaillon-Plage nahe La Rochelle tankt man neue Energie für Körper und Geist, während Anglet, zwischen Bayonne und Biarritz, mit dem Meeresspa und dem Blick über die Bucht punktet. In Pornic gibt es ebenfalls luxuriöse Thalasso-Resorts, die Meerwassertherapie mit modernen Spa-Angeboten verbinden. Dazu ein Spaziergang am leeren Strand und ein heißer Tee mit Blick auf die Wellen – so fühlt sich Entspannung am Atlantik an.

Dezember – der beste Monat für… Weihnachtszauber

Im Advent wird auch die französische Atlantikküste ganz festlich. In La Rochelle gehören Austern und ein Glas Weißwein zum Weihnachtsmarkt unter den historischen Arkaden wir hierzulande der süße Glühwein. Saint-Gilles-Croix-de-Vie setzt auf maritimes Flair: geschmückte Häfen, kleine Buden und der Duft von frischem Gebäck. Im Bassin d’Arcachon genießt man die frischesten Austern des Jahres in den typischen Hütten. Wer sich im Advent auf eine süße baskische Tradition einlassen möchte, folgt der Spur der berühmten Chocolat de Bayonne. In kleinen Manufakturen geben passionierte Chocolatiers Einblicke in ihr Handwerk und verführen mit feinen Ganaches und Pralinés, ein Genuss, der Weihnachten am Atlantik besonders zartschmelzend macht. Das baskische Biarritz verwandelt sich mit der spektakulären Lichtshow Biarritz en Lumières und dem Olentzero, einer mythischen Weihnachtsgestalt des Baskenlandes, in ein echtes Wintermärchen.

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