Vom Wald ins Wärmenetz

Wie Restholz aus heimischen Wäldern zur klimaneutralen Wärme wird



(djd). Seit Jahrtausenden verwenden Menschen Holz, ob als Baumaterial oder um sich zu wärmen. Auch im Zuge der Wärmewende dürfte das nachwachsende Naturmaterial eine bedeutende Rolle spielen. Doch statt Lagerfeuer-Romantik kommen dabei heute moderne technische Verfahren zum Einsatz. 

Expertinnen und Experten sind überzeugt: Die energetische Nutzung in Holzenergiewerken und Nahwärmenetzen kann einen großen Beitrag zur Defossilisierung der Wärmeversorgung leisten.

Klimaneutral – wenn nachhaltig bewirtschaftet

Ein wesentlicher Vorteil der natürlichen Ressource Holz ist die neutrale Klimabilanz: Egal, ob Holz energetisch genutzt wird oder im Wald verrottet, es setzt nur die Menge an Kohlendioxid frei, die der Baum während seines Wachstums zuvor aus der Atmosphäre gebunden hat. Solange in den Wäldern mindestens so viel Holz nachwächst, wie entnommen wird, bleibt die CO2-Bilanz positiv. Dies bestätigen wissenschaftliche Bewertungen sowie die Zahlen der Bundeswaldinventur. Auch die europäische Richtlinie für Erneuerbare Energien (RED III) aus dem Jahr 2023 stuft Holzenergie als nachhaltig und klimaneutral ein. Damit ist die Wärme aus dem Wald eine wichtige Größe für die sichere ortsnahe Versorgung: „Holzenergie liefert inzwischen über 60 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland und ersetzt zunehmend fossile Energieträger wie Öl und Gas. Sie trägt damit maßgeblich zum Klimaschutz, zur sicheren Wärmeversorgung und zur regionalen Wertschöpfung bei“, erklärt Gerolf Bücheler, Geschäftsführer des Fachverbands Holzenergie. Neben Wärme für die Versorgung von Haushalten können gleichzeitig Strom und Prozesswärme für heimische Betriebe gewonnen werden. Der Experte ergänzt: „Das stärkt lokale Wertschöpfungsketten und erhöht die Versorgungssicherheit in Zeiten globaler Krisen.“

Bauen vor Heizen: Das Prinzip der Kaskadennutzung

Ein häufiges Vorurteil lautet, dass Bäume allein für die Energiegewinnung gefällt würden. Ein Irrtum, denn stattdessen greift das ökonomisch und ökologisch sinnvolle Prinzip der Kaskadennutzung. Hochwertiges Stammholz wird primär stofflich genutzt, zum Beispiel für Möbel oder den Hausbau. Erst danach folgt die energetische Nutzung. In regionalen Holzenergiewerken kommen meist Hackschnitzel zum Einsatz, hierfür werden Resthölzer oder auch Schadholz verwendet. Das Verfahren bietet noch viel Potenzial, insbesondere für die kommunale Wärmeplanung: Als Basis für Wärmenetze können die Anlagen ganze Städte und Dörfer oder Industrieareale zuverlässig und nachhaltig versorgen. Unter www.fachverband-holzenergie.de etwa finden sich weitere Einblicke und technische Hintergründe.

Foto: djd/Bundesverband Bioenergie/Ruiqi Kong

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