Smoortaal, Löffeltrunk – und ein plattdeutscher Spruch

Wiefelstede: Radeln durch Blütenpracht im Ammerland



(djd). Im Ammerland kündigt sich der Frühling nicht zaghaft an. Er kommt in Farben. Zwischen Ende April und Juni leuchten Rhododendren in Pink, Weiß und Violett entlang kleiner Landstraßen, in den zahlreichen Parks und Gärten sowie vor Baumschulquartieren.

Was wie ein Naturschauspiel wirkt, hat einen handfesten Hintergrund: Die Region im Nordwesten Niedersachsens ist das Zentrum der Rhododendrenzucht in Deutschland. Gartenkultur ist im Ammerland kein Wirtschaftszweig, sie ist Identität. Wiefelstede, mit mehr als 800 Hektar Waldfläche der waldreichste Urlaubsort der Region, liegt mittendrin und bietet den idealen Ausgangspunkt für Radtouren.

Radeln in der Blütenpracht

Die weitgehend flache Landschaft ermöglicht entspannte Touren ohne größere Steigungen entlang kleiner Wasserläufe, durch Dörfer und vorbei an Parks. Ein rund 738 Kilometer langes Knotenpunktsystem erlaubt es, Strecken individuell zusammenzustellen und unterwegs flexibel zu ändern; Informationen zu Unterkünften, interaktive Karten und Routenvorschläge gibt es unter www.wiefelstede-touristik.de. An jedem Knotenpunkt geben Tafeln Auskunft über die schönsten Weiterfahrten. Wer eine festgelegte Route bevorzugt, kann sich an den 15 ausgeschilderten Themenrouten orientieren, beliebt ist die rund 47 Kilometer lange Rhododendronroute. Besonders beeindruckend ist zur Blütezeit der Rhodopark der Baumschule Bruns im Gristeder Wald zwischen Wiefelstede und Bad Zwischenahn. Mehr als 1.000 verschiedene Rhododendron- und Azaleensorten blühen hier und laden Radfahrerinnen und Radfahrer zu einer Pause auf den zahlreichen Sitzgelegenheiten ein.

Aal, Korn und ein alter Brauch

Nach der Tour lohnt sich eine kulinarische Pause – und die hat im Ammerland einen eigenen Charakter. Typisch für die Region ist der Smoortaal, frisch gefangener Aal aus dem Zwischenahner Meer, traditionell geräuchert und rustikal mit den Fingern gegessen. Dazu wird der Ammerländer Löffeltrunk serviert, ein Korn, der aus einem Zinnlöffel getrunken wird. Früher hielt man den Löffel in der linken Hand, damit die rechte frei blieb, für Arbeit oder zum Gruß. Anschließend tragen Gastgeber und Gäste abwechselnd einen plattdeutschen Trinkspruch vor. Kein touristisches Schauspiel, eher ein Ritual, das selbstverständlich wirkt.

Foto:
djd/Ammerland Touristik

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