Zwischen Renaissancehäusern und Foodtrucks

Weiden verbindet Altstadtflair, Porzellangeschichte und Natur



(djd). Authentisch, fotogen, geschichtsträchtig und naturnah – in kleineren Städten lässt sich ein Kurzurlaub oft entspannter genießen als im Trubel der Metropolen. Weiden in der Oberpfalz gehört zu diesen Orten, an denen sich Stadtleben bewusst etwas langsamer anfühlt. Hippe Foodtrucks stehen hier neben traditionsreichen Kaffeehäusern, inhabergeführte Geschäfte in farbenfrohen Renaissancehäusern neben lebendigem Markttreiben und gelebter Porzellangeschichte. 

Diese Mischung aus regionaler Identität, kurzen Wegen und viel Zeit zum Entdecken verleiht der rund 44.000 Einwohner zählenden Stadt im Nordosten Bayerns ihren besonderen Slow-City-Charakter – fernab von Massentourismus und Mainstream. Dank der unmittelbaren Nähe zur Natur des Oberpfälzer Waldes ist Weiden idealer Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Goldsteig, Radtouren durchs Waldnaabtal oder erlebnisreiche Spaziergänge über den Torflehrpfad Mooslohe. Zurück in der Stadt warten im Internationalen Keramikmuseum neolithische Gefäße, barocke Porzellanpracht und stapelbares Krankenhausgeschirr darauf, entdeckt zu werden.

Gebautes Geschichtsbuch 

Herzstück von Weiden ist das Alte Rathaus am langgestreckten Marktplatz, der sich an Sommerabenden in die vielleicht „längste Bar Deutschlands“ verwandelt. Für Kulturinteressierte gleicht die historische Altstadt einem „gebauten Geschichtsbuch“ voller überraschender und kurioser Details. So birgt die ehemalige Marienapotheke ein „katholisches Türl“ und ein „evangelisches Türl“ – eine Erinnerung an das sogenannte Simultaneum, das gleichberechtigte Nebeneinander beider Konfessionen. Wer mehr über solche Besonderheiten erfahren möchte, lässt sich bei einer Stadtführung zu verborgenen Ecken und architektonischen Schätzen lotsen. Eine 90-minütige Tour durch mittelalterliche Gassen, vorbei an Renaissancefassaden bis zur Jugendstilkirche St. Josef startet von Anfang Mai bis Ende September jeden Samstag um 10 Uhr am Alten Rathaus. Unter www.weiden-tourismus.info gibt es weitere Informationen und Inspirationen. 

Musik im Park

Ein ereignisreicher Tag klingt in Weiden so entspannt und stimmungsvoll aus, wie er begonnen hat. Restaurants, Wirtshäuser, Cafés und Bars bieten regionale Küche ebenso wie spannende Food-Inspirationen – und verwandeln die historische Altstadt in den warmen Monaten in einen großen, lebendigen Outdoor-Treffpunkt. Zum gemeinsamen Draußensein, Lauschen und Tanzen laden die Sommerserenaden im Max-Reger-Park (mittwochs 19 Uhr, sonntags 16 Uhr) ein. Benannt ist der lauschige Park mit dem imposanten Tritonbrunnen nach dem Weidener Komponisten, der an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert viele berühmte Orgelwerke schuf.

Foto: djd/Touristikinformation Weiden/Frank Heuer

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